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Eschborn gewinnt das Torfestival gegen Hlavice mit 5:4

Europaliga Qualifikation | 1. Runde - Rückspiel | 25.10.26 | 1. FC Eschborn - SK Hlavice 5:4

47700 Zuschauer, neun Tore und vermutlich ebenso viele graue Haare bei den Trainern: Der 1. FC Eschborn hat das Rückspiel der ersten Runde in der Europaliga-Qualifikation gegen SK Hlavice mit 5:4 gewonnen. Nach einer wilden ersten Halbzeit und einem noch wilderen Beginn nach der Pause setzte sich die Mannschaft von Yas Sin durch - verdient, aber keineswegs nervenschonend.

Schon nach fünf Minuten war klar, dass dieser Abend nicht für Freunde gepflegter Langeweile gedacht war. Jason Probst nahm Maß und brachte Eschborn mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber spielten offensiv, schossen aus allen Lagen und wirkten, als hätten sie die Anweisung bekommen, bloß keine Gelegenheit zur Ruhe zu nutzen.

Hlavice ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 18. Minute glich Petr Bolf aus, zwei Minuten später drehte Vaclav Hogen die Partie sogar komplett. Eschborn hatte zwar zunächst mehr Zug zum Tor, doch die Gäste kombinierten mit 55,5 Prozent Ballbesitz geduldig durch die Reihen. "Wir wollten eigentlich Kontrolle", sagte Hlavices Trainer Egon Tor nach dem Spiel. "Dann haben wir gemerkt, dass Kontrolle heute offenbar nicht eingeladen war."

In der 38. Minute schlug Eschborn zurück. Marcel Grenier traf zum 2:2, doch die Freude währte ungefähr so lange wie ein schlecht geschossener Rückpass: Eine Minute später erzielte Bolf sein zweites Tor und brachte Hlavice erneut in Führung. 2:3 zur Pause - ein Ergebnis, das eher nach einer wilden Pokalnacht als nach einer Europapokal-Qualifikation klang.

Yas Sin reagierte zur Halbzeit und brachte Marcel Grenier für Max Wilhelm. Der Wechsel half zunächst vor allem dem Spielfluss, ehe Wilhelm selbst zum entscheidenden Mann des Abends wurde. In der 47. Minute glich Jaime de Villota zum 3:3 aus. Wenig später traf Wilhelm nach Vorlage von Sven Will zur erneuten Eschborner Führung. In der 62. Minute antwortete allerdings David Lafata, der nach Zuspiel von Christopher Nkunku zum 4:4 traf.

Wer nun glaubte, beide Mannschaften würden sich auf ein Unentschieden einigen, kennt offenbar weder Eschborn noch diesen Abend. Nur eine Minute nach Lafatas Ausgleich war Wilhelm erneut zur Stelle. Wieder kam die Vorarbeit von Will, wieder zappelte der Ball im Netz. 5:4 - und diesmal blieb Eschborn vorne.

"Nach dem 4:4 habe ich kurz überlegt, ob wir den Ball einfach im Vereinsheim einschließen", sagte Eschborns Trainer Yas Sin mit einem Lächeln. "Dann hat Max zum Glück die sportlichere Lösung gewählt." Wilhelm selbst gab sich bescheiden: "Ich hatte zweimal die Möglichkeit und zweimal hat es funktioniert. Das ist ein guter Abend für einen Mittelfeldspieler."

Die Statistik erzählt eine bemerkenswerte Geschichte. Eschborn verbuchte 20 Torschüsse, Hlavice lediglich acht. Trotzdem hatten die Gäste mehr Ballbesitz und spielten über weite Strecken den kontrollierteren Fußball. Eschborn erhöhte nach der Pause das Pressing, agierte aggressiver und suchte nun gezielter den Abschluss. Hlavice hielt dagegen, wechselte spät Antoine Griezmann und Petr Bolf aus, fand aber in der Schlussphase keinen Weg mehr zum Ausgleich.

Peter Penksa sah in der 83. Minute noch die Gelbe Karte. In einer Partie mit neun Treffern war das beinahe eine Randnotiz - vermutlich die einzige Situation des Abends, in der niemand sofort nach dem nächsten Tor fragte.

So feierte Eschborn vor 47700 Zuschauern einen 5:4-Sieg, der spektakulär, anstrengend und vermutlich nicht zur Nachahmung empfohlen war. Die Europaliga darf kommen. Die Blutdruckmessgeräte besser auch.

26.10.2026 18:03
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Peter Neururer
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