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Eschborn verliert trotz Überzahl an Chancen: Roda siegt 3:2

Europaliga | Gruppenrunde - 6. Spieltag | 27.08.26 | 1. FC Eschborn - Roda Kerkrade 2:3

Es war ein Abend, an dem der 1. FC Eschborn beinahe alles richtig machte - nur das mit dem Gewinnen klappte nicht. Vor 55.650 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Yas Sin am sechsten Spieltag der Europaliga-Gruppenrunde Roda Kerkrade mit 2:3 (1:2). Ein Ergebnis, das sich für Eschborn angesichts von 18 Torschüssen ziemlich ungerecht anfühlt. Der Fußball allerdings ist bekanntlich kein Belohnungsautomaten mit Torquote.

Dabei begann die Partie um 19 Uhr mit hohem Tempo und zwei Mannschaften, die taktisch auffällig offensiv auftraten. Roda setzte auf Konter, lange Bälle und Abschlüsse aus praktisch jeder Lage. Eschborn wählte ebenfalls den schnellen Weg nach vorn, zunächst aber mit ausgewogenem Passspiel und ohne konsequentes Pressing. "Wir wollten den Gegner locken und dann zuschlagen", sagte Trainer Yas Sin später. "Leider hat Roda das Prinzip schneller verstanden als wir."

Eschborn hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel. Olivier Barre prüfte die Kerkrader Defensive bereits in der achten Minute, Adamantios Manos schoss kurz darauf aufs Tor, und Jacob Holz tauchte immer wieder gefährlich auf der rechten Seite auf. Tomasz Buchholz gab in der 27. Minute den nächsten Warnschuss ab. Eine Minute später war es dann so weit: Buchholz traf zum 1:0, Marcel Grenier lieferte die Vorlage. Die Tribüne erhob sich geschlossen, vermutlich auch deshalb, weil Sitzen nach so vielen Angriffen langsam unpraktisch wurde.

Die Führung hielt allerdings nicht lange. Roda blieb bei seiner direkten Spielweise, und in der 40. Minute erzielte Vincent Van Vechten nach Zuspiel von Larry Osterhoudt den Ausgleich. Eschborn wirkte kurz irritiert, als hätte jemand den Stecker aus dem eigenen Pressing gezogen. Noch vor der Pause drehte Henrich Hlinka die Partie vollständig. In der 44. Minute traf der linke Angreifer zum 2:1 für die Gäste. Halbzeit. Eschborn hatte mehr Ballbesitz, mehr Vorwärtsdrang und vermutlich auch mehr Gründe, sich über den Fußball zu beschweren.

"In der Kabine war es kurz still", berichtete Jacob Holz später. "Dann sagte Yas: Wir haben 45 Minuten Zeit, um aus einer guten Statistik ein gutes Ergebnis zu machen." Gesagt, getan - zumindest teilweise.

Eschborn kam mit deutlich höherem Druck aus der Pause. Das Team presste nun aktiver, suchte die besseren Abschlusspositionen und drängte Roda tief in die eigene Hälfte. In der 50. Minute scheiterte Barre, vier Minuten später machte es Holz besser: Nach erneutem Zuspiel von Grenier traf der 33-Jährige zum 2:2. "Ich dachte, der Ball sei schon weg", sagte Holz mit einem Lachen. "Zum Glück hatte er andere Pläne."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Eschborn blieb überlegen, doch Roda lauerte geduldig auf den einen Moment. Der kam in der 73. Minute: Eustatius Groat verwertete die Vorlage von Jouke De Graff und brachte Kerkrade erneut in Führung. 3:2 - und plötzlich war aus Eschborns Angriffswelle ein ziemlich nasser Papierhut geworden.

Die Gastgeber warfen alles nach vorn. Barre kam in der 84. und 86. Minute noch zu Chancen, Marcel Grenier prüfte den Schlussmann in der Nachspielzeit. Doch Roda verteidigte den Vorsprung mit langen Bällen, robustem Einsatz und jener beneidenswerten Gelassenheit, die Mannschaften entwickeln, wenn sie wissen, dass der Gegner zwar schießt, aber nicht trifft.

Eschborn hatte 52,5 Prozent Ballbesitz und gewann knapp mehr Zweikämpfe, 52 gegen 48 Prozent. Roda benötigte dagegen nur zehn Torschüsse für drei Treffer. Trainer Lotthar Matthaeus sagte sinngemäß: "Wir waren nicht die fleißigste Mannschaft mit dem Ball, aber heute die effizientere. Das reicht im Fußball erstaunlich oft."

Eschborn bleibt damit der Trost, offensiv vieles richtig gemacht zu haben. Roda nimmt drei Punkte mit. Und die Erkenntnis, dass Statistiken zwar sehr ordentlich aussehen können - solange niemand das Ergebnis daneben schreibt.

27.08.2026 22:56
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Die Flanken von außen sind auch Roberto Carlos und Cafu denen ihre Spezialität.
Andreas Brehme
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