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Europaliga | Gruppenrunde - 4. Spieltag | 29.09.26 | 1. FC Eschborn - FC Nancy 2:2 Eschborn begann, als hätte jemand in der Kabine den Knopf für "Angriff" festgeklemmt. Schon nach einer Minute prüfte Innenverteidiger Peter Penksa Nancys Torwart, zwei Minuten später legte Marek Labant nach. Beim dritten Eschborner Abschluss war es dann so weit: In der fünften Minute traf Labant nach Vorarbeit von Penksa zum 1:0. Ein Innenverteidiger als Ideengeber, ein Mittelfeldspieler als Vollstrecker - der Fußball hielt sich an diesem Abend nicht lange mit Stellenbeschreibungen auf. Nancy antwortete in der 16. Minute. Shefki Pyykkö erzielte nach Zuspiel von Idan Joffe den Ausgleich. Eschborn ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und suchte weiter den direkten Weg zum Tor. Patrick Herrmann schoss, Tomasz Buchholz schoss, Penksa schoss sogar noch einmal. Man konnte zeitweise den Eindruck gewinnen, Eschborn halte Torschüsse für eine besonders überzeugende Form der Kommunikation. Kurz vor der Pause belohnte sich der Gastgeber erneut. Harry Washington traf in der 43. Minute nach Vorlage von Herrmann zum 2:1. Auf den Rängen wurde getanzt, in den Pressekabinen wurden bereits Formulierungen wie "kontrollierte Vorstellung" notiert - im Fußball bekanntlich ein gefährlicher Moment, denn kaum ist dieser Satz geschrieben, passiert meistens das Gegenteil. Nach dem Seitenwechsel schlug Nancy zurück. Claude Landry glich in der 51. Minute nach Vorlage von Joel Carter aus. Landry verließ kurz darauf den Platz, Julien Buffett kam für ihn ins Spiel. Auch im Tor wechselte Nancy: Sander Houghtailing ersetzte Ingvar Afzelius. Ob Trainer Manuel Schaminet damit ein Zeichen setzen wollte oder einfach genug vom bisherigen Abend hatte, blieb offen. Im Fußball werden solche Entscheidungen gern "Impuls" genannt, wenn niemand genau weiß, warum. Eschborn drängte weiter. Herrmann musste nach einer Verletzung in der 63. Minute für Jacob Holz Platz machen, der wenig später selbst zum Abschluss kam. Buchholz prüfte das Nancy-Tor mehrfach, Jaime de Villota suchte ebenfalls sein Glück. Doch der dritte Treffer wollte nicht fallen. In der 70. Minute sah Eschborns Franck Stock die Gelbe Karte, bevor in der Schlussphase noch Fynn Kluge und Linus Fritsch eingewechselt wurden. Die Zahlen erzählen eine leicht widersprüchliche Geschichte: Eschborn kam auf 16 Torschüsse, Nancy lediglich auf sechs. Trotzdem hatte der Gast mit 54,8 Prozent mehr Ballbesitz als die Hausherren, die auf 45,2 Prozent kamen. Eschborn gewann dafür rund 55 Prozent der Zweikämpfe. Kurz gesagt: Nancy hatte häufiger den Ball, Eschborn häufiger die Idee, was damit zu tun sei - nur eben nicht immer erfolgreich. "Wir hatten genügend Möglichkeiten, um das Spiel zu gewinnen", hätte Trainer Yas Sin nach Abpfiff wohl sagen können. Und Manuel Schaminet hätte vermutlich erwidert: "Dafür hatten wir weniger Möglichkeiten, aber die Punkte teilen wir trotzdem." Beides wäre eine treffende Zusammenfassung dieses Abends. So bleibt ein 2:2 (2:1), das Eschborn wegen der größeren Chancen ärgern dürfte und Nancy wegen des gewonnenen Ballbesitzes vermutlich etwas schöner reden wird. Der Fußball liebt solche Unentschieden: Niemand ist wirklich zufrieden, aber alle finden eine Statistik, die sie tröstet. 29.09.2026 19:59 |
Sprücheklopfer
Bei mir nicht, ich spiele ja nur 70 Minuten.
Mario Basler auf die Frage, ob es in der neuen Saison zu einer Überbelastung der Fußballprofis kommt