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Espanyol feiert knappen Heimsieg gegen Lanzarote - mit Drama, Karten und einem Hauch Chaos

Es war einer dieser Abende in Barcelona, an denen der Fußball mehr Theater als Sport ist. 37.808 Zuschauer im RCDE-Stadion sahen Espanyol Madrid am 5. Spieltag der spanischen Liga mit 2:1 gegen Lanzarote CF gewinnen - ein hart erkämpfter Sieg, bei dem Emotionen, Gelbe Karten und ein verletzter Flügelspieler eine Hauptrolle spielten.

Trainer Doc Zab hatte seine Espanyol-Elf gewohnt offensiv eingestellt, ganz nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung - auch wenn das nicht immer die beste Idee ist. Lanzarote-Coach Meister Leverkusen setzte dagegen auf ruhigen Aufbau und sicheres Passspiel. "Wir wollten den Ball laufen lassen, aber Espanyol hat ihn einfach nicht zurückgegeben", knurrte Leverkusen nach dem Spiel.

Die Partie begann schwungvoll. Bereits in der 6. Minute prüfte Amir Suan den Lanzarote-Keeper Vincent Maurice - ein wuchtiger Schuss, den der junge Torhüter mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. Espanyol drückte weiter, Bernardo Vazques wirbelte auf der rechten Seite, und Vincenzo Mancuso brachte die Abwehr der Gäste regelmäßig ins Schleudern.

In der 39. Minute fiel dann das, was sich längst angedeutet hatte: Amaury Vazques - der Name wird man sich merken müssen - verwandelte eine Hereingabe von Mancuso trocken ins rechte Eck. 1:0. "Ich hab’ gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", grinste Vazques später in die Kameras.

Kaum hatte Lanzarote den Schock verdaut, schlug Espanyol erneut zu. Drei Minuten nach dem Führungstreffer, in der 42. Minute, war es Bernando Vazques - offenbar kein Verwandtschaftsverhältnis, aber eine ähnliche Torgefahr -, der nach Zuspiel von Pal Hangeland auf 2:0 erhöhte. "Das war wie im Training", meinte Hangeland hinterher trocken. "Nur dass da keiner jubelt."

Kurz vor der Pause wurde Espanyols Alberto Ochoa für ein rustikales Einsteigen verwarnt - Gelb und ein böser Blick von Trainer Zab, der an der Seitenlinie wild gestikulierte. "Ich wollte eigentlich nur den Ball", verteidigte sich Ochoa später. "Leider war der Ball auf dem Fuß des Gegners."

Nach der Halbzeit präsentierte sich Lanzarote deutlich wacher. Besonders der 25-jährige Enrique Penas, bis dahin eher unauffällig, blühte plötzlich auf. In der 53. Minute ließ er Espanyols Keeper Paulo Carvalho keine Chance: nach Vorarbeit des jungen Klaus Müller zimmerte Penas das Leder unhaltbar ins Netz - 2:1, und plötzlich war wieder alles offen.

"Da hab ich kurz überlegt, ob ich das Ganze nicht einfach abpfeife", witzelte Schiedsrichter Garcés später halb im Ernst, halb im Spaß. Denn danach wurde es hitzig: Espen Wyman kassierte noch Gelb (67.), Doc Zab schimpfte lautstark über "spanische Theatralik", und Lanzarote belagerte den Strafraum der Hausherren.

Doch Espanyol verteidigte mit Herz, Härte und gelegentlichem Chaos. Carvalho im Tor hielt mehrfach stark, besonders gegen Fagnano (56.) und Bejbl (76.). Als dann in der 76. Minute Mancuso verletzt vom Platz musste, stockte den Fans kurz der Atem. Der rechte Flügelspieler humpelte vom Platz, wurde von Meir Naot ersetzt. "Er hat nur einen Schlag abbekommen", beruhigte Trainer Zab später. "Und nein, ich wechsle ihn nicht aus Aberglauben - auch wenn’s wieder 2:1 stand."

Statistisch war die Partie ausgeglichener, als das Ergebnis vermuten lässt: Espanyol kam auf 15 Torschüsse, Lanzarote auf 10. Beim Ballbesitz lag Lanzarote vorn (53 Prozent), doch Espanyol gewann mehr Zweikämpfe (53 Prozent) - und am Ende zählt, wie immer, das Ergebnis auf der Anzeigetafel.

Die letzten Minuten hatten noch einmal alles: verzweifelte Lanzarote-Angriffe, ein wütender Meister Leverkusen am Spielfeldrand ("Wir hätten noch eine halbe Stunde gebraucht!") und ein Publikum, das jeden Befreiungsschlag feierte, als wäre es ein Tor. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Doc Zab seinem Co-Trainer um den Hals und rief: "Das war nix für schwache Nerven!"

Espanyol klettert mit diesem Sieg ins obere Tabellendrittel, während Lanzarote trotz mutigem Auftritt weiter auf den ersten Auswärtspunkt wartet. "Wir nehmen den Kampf an", versprach Leverkusen in der Pressekonferenz. "Aber vielleicht lassen wir das nächste Mal die ersten 40 Minuten einfach weg."

Und Espanyol? Die feierten ausgelassen. Amaury Vazques grinste breit, Bernardo Vazques wurde zum Spieler des Abends gewählt, und der Stadionsprecher verabschiedete die Fans mit den Worten: "Gracias por sufrir con nosotros" - Danke, dass Sie mit uns gelitten haben. Treffender kann man diesen Abend wohl kaum zusammenfassen.

06.03.643987 10:08
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