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Espanyol Madrid siegt spät in Barcelona - Drama, Karten und ein rechter Verteidiger als Held

Es war ein lauer Sommerabend im Juni, doch auf dem Rasen des Estadio Olímpico herrschte alles andere als Urlaubsstimmung. 26.067 Zuschauer hatten sich zum 9. Spieltag der 1. Liga Spanien eingefunden, um zu sehen, ob Atletic Barcelona unter Trainer Al Bundy nach zwei sieglosen Spielen endlich wieder punkten würde. Am Ende jubelte jedoch der Gast aus der Hauptstadt: Espanyol Madrid gewann ein wildes, hitziges und stellenweise groteskes Spiel mit 3:2.

Dabei hatte alles so vielversprechend für die Hausherren begonnen. Nach einem nervösen Start mit drei schnellen Abschlüssen durch Luke Kinsella und Slobodan Sulejmani, war es Letzterer, der in der 22. Minute das Stadion explodieren ließ. Eine butterweiche Flanke von Linksverteidiger Ivan Antunez segelte perfekt in den Lauf des Serben, der den Ball mit der Innenseite ins lange Eck schlenzte. 1:0 - und Bundy ballte zufrieden die Faust. "Endlich hat einer mal das Tor getroffen, nicht nur das Fangnetz", murmelte er halb ins Trainer-Headset.

Doch Espanyol zeigte, warum sie seit Wochen als unangenehmster Gegner der Liga gelten. Bernardo Vazques, quirlig wie ein Wiesel und mit dem Selbstbewusstsein eines Stürmers, der auch im Spiegel Torjubel übt, glich kurz vor der Pause aus. In der 43. Minute traf er nach schöner Vorlage von Vincent Silfredo eiskalt zum 1:1. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Vazques später. "Und wenn Spaß Tore bringt, umso besser."

Nach der Pause wurde das Spiel ruppiger - und kurioser. Barcelona kassierte früh Gelb für Abwehrmann Kai Henderson (50.), der sich über das Foul noch lautstark beschwerte: "Ich hab doch nur Hallo gesagt!" Espanyol blieb cool, und in der 56. Minute zirkelte der junge Daan Biestman einen Pass von Alberto Ochoa sehenswert ins Netz. 2:1 - und die Gäste drehten plötzlich richtig auf.

Doch nur fünf Minuten später war Jason Burghgraeve zur Stelle. Nach einem Eckball von Marik Thiaw rauschte der Rechtsaußen heran und drosch den Ball humorlos unter die Latte. 2:2 - das Stadion tobte, Bundy sprang so hoch, dass sein Headset endgültig den Geist aufgab. "Ich hab’s kommen sehen", sagte er später mit einem schiefen Grinsen. "Nur leider das andere Tor nicht mehr."

Denn in der 79. Minute kam es bitter für die Katalanen: Torschützen-Vorbereiter Ivan Antunez, bereits verwarnt, sah nach einem ungestümen Einsteigen Gelb-Rot. Zehn Mann gegen elf - und Espanyol witterte Blut. Die Gäste, die ohnehin 52,8 Prozent Ballbesitz und ganze 14 Torschüsse verzeichneten (Barcelona brachte es auf neun), schnürten die Hausherren ein.

In der 87. Minute folgte der Schlag, der Bundy und seine Jungs in die Knie zwang. Rechtsverteidiger Espen Wyman, zuvor schon mit Gelb verwarnt und eigentlich mehr für rustikale Attacken als für filigrane Offensivaktionen bekannt, stürmte plötzlich über die Außenlinie, bekam den Ball von Ronaldo Cabrais - und hämmerte ihn aus 20 Metern ins kurze Eck. 3:2 für Espanyol!

"Ich weiß selbst nicht, was mich da geritten hat", lachte Wyman nach dem Abpfiff. "Vielleicht wollte ich einfach zeigen, dass ich mehr kann als grätschen." Sein Trainer Andreas Schuntner kommentierte trocken: "Ich nenne das taktische Eingebung. Andere würden sagen: Glück."

Barcelona warf in der Schlussphase alles nach vorn - oder besser: alles, was nach Antunez’ Platzverweis noch übrig war. Luke Kinsella musste verletzt raus (85.), und Ersatzmann Guillermo Alves kam zu spät, um noch Akzente zu setzen. Jason Burghgraeve sah in der 88. Minute Gelb für Frustgesten, und Al Bundy trat mit hochrotem Kopf in der Nachspielzeit beinahe die Wasserflasche des vierten Offiziellen um.

"Wir hatten das Spiel im Griff - bis wir es nicht mehr hatten", seufzte Bundy später. "Aber hey, wir haben immerhin zwei Tore geschossen. Das ist ja auch was."

Espanyol hingegen feierte ausgelassen. "Wir sind nicht die glamouröseste Mannschaft", meinte Schuntner mit einem Augenzwinkern, "aber manchmal reicht ehrliche Arbeit und ein Verteidiger mit Fernschuss."

So endete ein turbulentes Duell, das alles bot: Tore, Karten, Drama und einen Helden, den niemand auf dem Zettel hatte. Espanyol Madrid entführt drei Punkte aus Barcelona - und Al Bundy wohl eine schlaflose Nacht.

Schlusswort: Wenn selbst der rechte Verteidiger trifft, weiß man, dass der Fußball wieder einmal beschlossen hat, seine eigene Logik über Bord zu werfen.

06.06.2026 21:08
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Ich muss mich laufend entscheiden, ob ich die richtigen oder die falschen Spieler mit zur EM nehmen soll.
Erich Ribbeck
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