La Razon
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Estudiantes La Plata zerlegt den Stadtrivalen - ein Derby mit Donnerhall

Ein lauer Sommerabend in La Plata, 58.362 Zuschauer, ein Stadion, das bebte - und ein Spiel, das in den ersten 15 Minuten praktisch entschieden war. Estudiantes La Plata fegte den Stadtrivalen CD La Plata mit 3:1 vom Rasen, führte zur Pause schon 3:0 und gönnte den Gästen nur ein spätes Ehrentor. Aber der Reihe nach.

Trainer Roman Pilgram hatte seine Estudiantes von Beginn an auf Angriff eingestellt. "Wir wollten zeigen, wem die Stadt gehört", grinste er nach dem Spiel. Und seine Jungs lieferten. Schon nach acht Minuten jubelte das Stadion: James Leech, der wendige Rechtsaußen, traf nach feinem Zuspiel von Robert Robert - ja, der Mann heißt wirklich so - ins kurze Eck. Zwei Minuten später dasselbe Duo, dieselbe Seite, dasselbe Ergebnis: 2:0. "Ich dachte kurz, ich schaue in einer Endlosschleife", witzelte ein Fan auf der Tribüne.

CD La Plata-Trainerin Leni Malou stand da schon mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und murmelte etwas, das vermutlich nicht für Kinderohren bestimmt war. Ihr Team wirkte überrascht, überfordert, fast resigniert. Estudiantes spielte mit 52 Prozent Ballbesitz zwar nicht dominant, aber zielstrebig - 18 Schüsse aufs Tor gegenüber magere fünf der Gäste sprechen eine deutliche Sprache.

In der 14. Minute kam es noch dicker: Diesmal revanchierte sich Robert Robert bei seinem Kollegen Sergio Bergantinos, der von links flankte, und drosch den Ball zum 3:0 in die Maschen. Spätestens da roch es nach Demütigung. "Ich hab kurz überlegt, ob wir aufhören sollen, um sie nicht ganz zu zerstören", flachste später Estudiantes-Stürmer Mathias Weyenberg, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

CD La Plata versuchte es in der Folge mit langen Bällen, wie es ihre Taktik vorgab, aber vorne verpuffte alles. Juan Pablo Perales rannte sich fest, Gustav Michel fand keine Lücke, und der 33-jährige Abwehrchef Jaime Rocha bekam mehr zu tun, als ihm lieb war. Nach 22 Minuten die erste gelbe Karte für Pawel Bykow, nachdem er den enteilten Leech unsanft stoppte - "Taktisches Foul deluxe", wie der Kommentator spöttelte.

Kurz vor der Pause noch Gelb für Estudiantes’ Rechtsverteidiger Nicola Uffugo, der sich offenbar dachte: Wenn schon Derby, dann mit Farbe. Mit 3:0 ging’s in die Kabine, und im Gästeblock herrschte Schweigen. "Ich hab in der Halbzeit versucht, sie wachzurütteln", sagte Malou später. "Aber ehrlich gesagt: Einige wirkten, als hätten sie schon das Taxi zum Flughafen bestellt."

Die zweite Hälfte begann mit gleich drei Wechseln bei Estudiantes - Pilgram gönnte sich den Luxus, fast durchzurotieren. Paulo Costa, Pekka Kallio und Samuel Stack kamen ins Spiel. "Ich wollte frische Beine, auch wenn wir vorne lagen", erklärte der Coach.

Tatsächlich verlor Estudiantes nun etwas die Zielstrebigkeit. Die Gäste schöpften Hoffnung - und siehe da: In der 54. Minute gelang ihnen tatsächlich der Ehrentreffer. Ausgerechnet Verteidiger Jaime Rocha, der zuvor Gelb gesehen hatte, köpfte nach Bykows Freistoß zum 3:1 ein. Ein Tor, das mehr Stolz als Spannung brachte, aber wenigstens etwas Farbe in den grauen Abend der Gäste brachte.

Danach plätscherte die Partie dahin. Estudiantes spielte das Ergebnis clever runter, lehnte sich aber nicht zurück. Luca Vandervliet prüfte den Gästetorwart Ricardo Ze Castro noch mehrfach, scheiterte aber an dessen Reflexen. In der 91. Minute sah Einwechselspieler Kallio noch Gelb - sinnbildlich für die rustikale Endphase.

"Wir haben das Derby kontrolliert, aber nie überheblich gespielt", bilanzierte Pilgram. Sein Gegenüber Malou sah das naturgemäß anders: "Drei Tore in 15 Minuten - das darf uns nicht passieren. Wir waren gedanklich noch im Bus."

Statistisch war’s ein klarer Fall: mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (54,9 Prozent), fast viermal so viele Torschüsse. Estudiantes war in allen Belangen überlegen, ohne zu glänzen. Der frühe Doppelschlag von Leech und der Treffer von Robert entschieden die Partie, der Rest war Schaulaufen mit gelegentlichen Nicklichkeiten.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Fans in Rot und Weiß, während die Blau-Schwarzen von CD La Plata mit hängenden Köpfen den Platz verließen. La Plata hat wieder einen Sieger - und der trägt, wie so oft, das Wappen der Estudiantes.

"Wir trinken heute einen Mate mehr als sonst", zwinkerte Pilgram beim Abgang. Und so klang der Abend aus - mit Gesang, Feuerwerk und der Gewissheit, dass in dieser Stadt die Fußballkrone vorerst fest auf dem Kopf der Estudiantes sitzt.

17.03.643987 23:43
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