La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Estudiantes tanzen den Piraten-Tango - 3:0 gegen Córdoba

La Plata, 4. Januar 2026 - 61.312 Zuschauer im Estadio Jorge Hirschi waren kaum auf ihren Sitzen, da hatten die Estudiantes schon das erste Mal getroffen. Sieben Minuten waren gespielt, als James Leech den Ball mit links ins Netz drosch - ein Schuss wie ein Donnerschlag, nach feiner Vorlage von Mathias Weyenberg. "Ich dachte erst, ich hab’ zu fest gezielt", grinste Leech später, "aber dann hab’ ich gemerkt, dass der Keeper gar nicht wusste, wo der Ball ist."

Der Keeper, Marco Gomes, wusste allerdings genau, dass dieser Abend lang werden würde. Und das, obwohl die Piratas Córdoba mit offensiver Haltung angetreten waren - zumindest auf dem Papier. In der Praxis bestand ihre Offensive aus zwei Torschüssen, die irgendwo zwischen Verzweiflung und Zufall angesiedelt waren.

Estudiantes dagegen spielten, als hätten sie den Sommer verlängert. Ballbesitz? 61,7 Prozent. Torschüsse? 22. Und der Trainer Roman Pilgram sah dabei aus, als würde er einen Sonntagsausflug genießen. "Wir wollten Spaß haben - und das hat man, wenn der Ball läuft", sagte er nach dem Spiel mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Zufriedenheit und Erleichterung lag.

Das 2:0 fiel in der 16. Minute. Sergio Bergantinos, der flinkfüßige Linksaußen, traf nach schöner Kombination mit Verteidiger Luka Moritz. "Wir trainieren das genau so", behauptete Bergantinos im Interview - wobei ihm sein breites Grinsen verriet, dass er selbst nicht ganz daran glaubte. Der Schuss landete präzise im langen Eck, Gomes flog, aber eher der Form halber.

Piratas-Trainerin Petra Schneider schrie sich derweil an der Seitenlinie heiser. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", erklärte sie später - und fügte mit einem Seufzen an: "Aber kompakt ist halt relativ, wenn der Gegner ständig in Bewegung ist."

Und Bewegung war in der 44. Minute wieder drin, als Taylor Edgecomb mit einem Distanzschuss das 3:0 markierte. Der Ball kam nach einem abgewehrten Eckball zu ihm, und aus gut 20 Metern jagte er ihn flach ins linke Eck. Assistgeber? Ausgerechnet Innenverteidiger Vicente Postiga, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte und offenbar beschloss, sein Karma aufzubessern.

Zur Pause war das Spiel entschieden. Die Piratas taumelten, Estudiantes schalteten einen Gang runter. Drei Wechsel zur Halbzeit zeigten, dass Pilgram den Abend als Experimentierfeld sah: "Ich wollte sehen, wie Robert mit weniger Luft klarkommt", witzelte er über den jungen Rechtsaußen Robert Robert, der prompt zwei Großchancen liegen ließ.

Im zweiten Durchgang war die Partie mehr Schaulaufen als Wettkampf. Estudiantes kombinierten kurz, sicher, fast tänzerisch - laut Statistik 22 Abschlüsse, aber kein weiterer Treffer. Manchmal eben zu viel Ästhetik, zu wenig Gier. Córdoba bemühte sich redlich, blieb aber harmlos. Dimas de Galvez, eingewechselt in der 46. Minute, holte sich statt eines Treffers nur eine Gelbe Karte ab, als er in der 84. Minute einen Frusttritt setzte.

Kurz vor Schluss landete ein Schuss von Weyenberg im Fangnetz, und das Stadion jubelte trotzdem - einfach, weil es Spaß machte, den Ballbesitzfußball der Estudiantes zu sehen. "Wir haben’s heute genossen", sagte Kapitän Edgecomb. "Manchmal ist es wie Schach mit einem Ball. Nur dass wir die Dame und den König gleichzeitig sind."

Córdoba hingegen wirkte, als hätten sie lieber die Segel gesetzt. Die drei 17-Jährigen in der Startelf kämpften tapfer, aber gegen diese abgeklärte La-Plata-Maschine war kein Durchkommen. "Wir lernen daraus", sagte Schneider. "Vor allem, dass man den Ball auch mal länger als drei Sekunden halten kann."

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierte sogar das Gästeteam höflich. 3:0, alle Tore in der ersten Halbzeit - eine klare Sache. Estudiantes klettern damit in der Tabelle der 1. Liga Argentiniens weiter nach oben, während die Piratas noch nach ihrer Seekarte suchen.

Zum Abschluss fragte ein Reporter Pilgram, ob er mit so einem Start gerechnet habe. "Ich rechne nie", antwortete er trocken. "Ich spiele Fußball." Und mit diesem Satz verabschiedete er sich Richtung Kabine - während auf den Rängen noch immer Tango-Musik lief.

Ein perfekter Abend für Estudiantes. Und für Córdoba? Nun ja - manchmal ist man eben der Tanzpartner, nicht der Tänzer.

23.02.643987 01:54
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