De Standaard
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Eupen fegt Vorst vom Platz - und gönnt sich eine Halbzeit-Gala

Pro League | 9. Spieltag | 13.07.26 | Eupen - Excelsior Vorst 4:1

Wenn Eupen an einem lauen Sommerabend zum Heimspiel lädt, dann darf man Leidenschaft, Laufbereitschaft und belgische Fritten erwarten - aber was die 35.555 Zuschauer am 9. Spieltag der Pro League sahen, war eher ein Feuerwerk aus Selbstvertrauen und Spielfreude. 4:1 hieß es am Ende gegen Excelsior Vorst, und das Ergebnis schmeichelte dem Gast noch.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass Eupen-Coach André Keller seine Elf heiß gemacht hatte. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr früh draufgeht, dann brennt hier die Luft", grinste Keller später, als er schon halb aus dem Hemd dampfte. Sein Team hielt Wort: Offensiv, aggressiv, mit Pressing "hinter der Linie" - so stand es später auch im Taktikprotokoll.

In der 22. Minute platzte der Knoten. Gauthier DeHooghe, der flinke Linksfuß, zog nach Pass von Corentin Van Dam ab und versenkte den Ball humorlos im langen Eck. Eupen führte 1:0, und das Stadion vibrierte. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte DeHooghe bescheiden, "der Ball hat den Rest gemacht."

Nur acht Minuten später legte Mariusz Kazmierczak nach - ebenfalls nach Vorlage von Van Dam, der an diesem Abend als heimlicher Dirigent im Mittelfeld glänzte. Und kaum hatte sich Vorst sortiert, rauschte Fabio Sa Pint über rechts heran und drosch das Leder zum 3:0 ins Netz. Elias Vandervliet hatte ihm den Ball aufgelegt, als wolle er sagen: "Mach du das mal, ich hab schon genug gelaufen."

Damit nicht genug: In der 37. Minute traf Janne Myyry nach Pass von Ruben Penne - 4:0, und das schon zur Pause. Die Eupener Offensive war zu diesem Zeitpunkt ein Orkan, Vorst dagegen ein Standventilator. Trainer Daniel Stapfer stand an der Seitenlinie und sah aus, als überlege er, ob er nicht selbst noch einlaufen sollte. "Das war vogelwild", schnaubte er später. "Wir haben den Ball gesehen wie einen heißen Kartoffelchip - keiner wollte ihn länger halten."

Die Statistik zur Halbzeit war eindeutig: 10 Torschüsse zu 5, 51 Prozent Ballbesitz für Eupen, und ein Publikum, das zwischen Begeisterung und ungläubigem Staunen schwankte.

In der zweiten Hälfte nahm Eupen etwas Tempo raus - man hatte schließlich geliefert. Vorst steckte aber nicht auf. Der 19-jährige Glenn Delannoy, bis dahin eher als Schattenläufer aufgefallen, nutzte in der 57. Minute eine Unachtsamkeit in der Eupener Abwehr und erzielte den Ehrentreffer zum 4:1. Vorlagegeber war Routinier Maxime Van Puymbrouck, der kurz darauf zu seinem jungen Mitspieler sagte: "Siehst du, manchmal ist weniger Nachdenken mehr."

Das Tor war verdient, denn Excelsior Vorst kämpfte sich zurück ins Spiel, hatte am Ende immerhin zehn Torschüsse und fast 49 Prozent Ballbesitz. Doch Eupens Defensive, angeführt vom robusten Olivier Van Royen und einem gelbverwarnten, aber unerschütterlichen Dries Van Butsel, ließ nichts mehr anbrennen.

Kurz vor Schluss wechselte Keller die Zukunft ein: Benjamin Baus, Corentin Van Herck und der junge Dries Van Butsel II durften in der 90. Minute noch Gras riechen. "Ich wollte ihnen zeigen, wie sich Sieg anfühlt", erklärte der Trainer schmunzelnd.

Vorst tauschte dagegen schon früher kräftig durch - vier Wechsel, aber wenig Wirkung. Stapfer seufzte später: "Wir waren taktisch ausgewogen, aber Eupen war einfach besser. Vielleicht hätten wir statt Balance mal Chaos probieren sollen."

Die Zuschauer jedenfalls gingen zufrieden nach Hause, viele mit dem Gefühl, ein Eupen gesehen zu haben, das endlich wieder Spaß macht. 16 Torschüsse, starke Zweikämpfe (über 52 Prozent gewonnen) und vier verschiedene Vorlagengeber - das roch nach Teamgeist.

Kazmierczak brachte es nach Abpfiff auf den Punkt: "Wenn der Ball läuft, läuft’s auch in den Köpfen. Heute war Fußball wieder einfach."

Ein kleines Augenzwinkern konnte sich selbst der Stadionsprecher nicht verkneifen, als er das Endergebnis verkündete: "Eupen - Excelsior Vorst 4:1 (4:0). Und das war noch gnädig!"

So endete ein Abend, an dem Eupen gezeigt hat, dass Offensivgeist und Humor durchaus zusammenpassen - und dass man auch mit 51 Prozent Ballbesitz ein Spiel zu 100 Prozent genießen kann.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions in sein Bier murmelte: "Wenn sie so weiterspielen, kauf ich mir eine Dauerkarte - und zwar ohne Rabatt."

14.07.2026 17:41
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Ich habe ihn liquidiert. Wenn er etwas will, soll er sich vorher seinen Ausweis anhängen, damit seine Mutter ihn nicht nur an der Blutgruppe erkennt.
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