De Standaard
+++ Sportzeitung für Belgien +++

Eupen schlägt Anderlecht spät - Vermeirsch erlöst 27.484 Zuschauer

Pro League | 9. Spieltag | 25.09.26 | Eupen - PRS Anderlecht 1:0

Es gibt Fußballabende, an denen ein 1:0 wie ein Feuerwerk wirkt. Und es gibt Fußballabende, an denen man dafür 92 Minuten warten muss - dann aber immerhin mit dem angenehmen Gefühl nach Hause geht, dass sich das Warten gelohnt hat. Eupen besiegte PRS Anderlecht am Freitagabend am 9. Spieltag der Pro League mit 1:0 (0:0). Cedric Vermeirsch traf in der Nachspielzeit und machte aus einer lange zähen Angelegenheit einen Festabend.

27.484 Zuschauer waren um 20.30 Uhr gekommen, vermutlich in der Hoffnung auf Tore und nicht auf eine vertiefte Einführung in die Geduld. Eupen lieferte zunächst vor allem Letzteres. Die Gastgeber übernahmen früh die Kontrolle, spielten offensiv und mit robustem Einsatz - taktisch durchaus konsequent, emotional bisweilen an der Grenze zum "Wir meinen es wirklich ernst".

Schon in der ersten Minute prüfte Vermeirsch den Anderlechter Torhüter Daan Cappaert. Miguel Albinana legte in der fünften Minute nach. Anderlecht antwortete kurz darauf mit seinen einzigen beiden Torschüssen des gesamten Spiels: Valentin Rombaut versuchte es in der achten Minute, Florent Mercator zwei Minuten später. Danach war es mit der offensiven Herrlichkeit der Gäste weitgehend vorbei. Anderlecht blieb zwar nominell offensiv ausgerichtet, presste aber nicht. Ein bemerkenswerter Plan - etwa so, als würde man zum Tauziehen erscheinen und den Gegner bitten, nicht ganz so kräftig zu ziehen.

Eupen blieb am Drücker. Vermeirsch scheiterte in der 39. und 41. Minute, Albinana versuchte es erneut, Corentin Van Dam schaltete sich aus dem zentralen Mittelfeld ein. Kurz vor der Pause kam sogar Innenverteidiger Olivier Van Royen zum Abschluss. Das Tor blieb jedoch verschlossen. Zur Halbzeit stand es 0:0, obwohl Eupen bereits deutlich mehr vom Spiel hatte.

"Wir waren geduldig", sagte Trainer Andre Keller nach der Partie sinngemäß. "Vielleicht sogar geduldiger, als es für die Zuschauer angenehm war." Die Statistik gab ihm recht: Eupen hatte 59,48 Prozent Ballbesitz und kam am Ende auf 16 Torschüsse. Anderlecht brachte es auf zwei. Die Zweikampfquote der Gastgeber lag zudem bei 58,12 Prozent - ein weiterer Hinweis darauf, dass Eupen das Spiel nicht nur verwaltete, sondern entschlossen an sich riss.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig. Janne Myyry, William Forbes und Van Dam suchten den Abschluss, Forbes gleich mehrfach. Der Mittelstürmer wirkte dabei wie ein Mann, der dem Tor persönlich eine Mahnung zustellen wollte: höflich, aber mit Nachdruck. In der 63. Minute musste Eupen zudem Petar Iwanow verletzungsbedingt auswechseln; Arthur Roegiers kam für ihn ins Spiel.

Anderlecht verteidigte, Eupen kombinierte, und die Uhr lief. Eine klassische Konstellation für zunehmende Nervosität. Auf der Tribüne dürfte irgendwann der erste Zuschauer den Satz "Heute fällt keiner mehr" ausgesprochen haben - jener Satz, der im Fußball zuverlässig dafür sorgt, dass wenig später doch einer fällt.

In der 92. Minute war es so weit. Vermeirsch, der bereits früh und mehrfach vergeblich angeklopft hatte, traf zum 1:0. Van Royen war am entscheidenden Angriff beteiligt. Plötzlich war all das Warten vergessen. "Ich dachte schon, der Ball hätte etwas gegen mich", lautete Vermeirschs sinngemäße, augenzwinkernde Erklärung.

PRS Anderlecht hatte keine Zeit mehr für eine Antwort. Eupen gewann verdient, wenn auch denkbar spät. Trainer David Neumann blieb mit seiner Mannschaft ohne Ertrag - und mit der Erkenntnis, dass zwei Torschüsse selbst dann nicht reichen, wenn man 90 Minuten lang sehr entschlossen aussieht.

Eupen dagegen nahm drei Punkte mit. Manchmal ist Fußball eben kein Feuerwerk. Manchmal ist er eine lange Zündschnur - und Vermeirsch hatte schließlich das Streichholz.

25.09.2026 21:34
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich würde Helmut Kohl gerne einmal kennenlernen. Der wird genau so oft angefeindet wie ich. Aber da habe ich wohl keine Chance, weil der Bundeskanzler ja schon Berti Vogts adoptiert hat.
Dragoslav Stepanovic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager