Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Ewood Rovers siegen knapp - Sheffield hadert mit verpassten Chancen

Ein nasskalter Abend im Ewood Park, 30.421 Zuschauer mit heißen Getränken in der Hand und der unerschütterliche Glaube, dass Fußball auch im Januar Spaß machen kann - zumindest für die Hausherren. Die Ewood Rovers gewannen am 7. Spieltag der 1. Liga England mit 2:1 (2:1) gegen den FC Sheffield, ein Ergebnis, das spannender klingt, als es phasenweise war.

Von Beginn an war klar: Trainer Stephan Trajes wollte seine Rovers nach vorne peitschen. Offensive Ausrichtung, aggressives Pressing? Fehlanzeige - aber dafür zielstrebige Angriffe über die Flügel. Schon in der 9. Minute durften die Fans jubeln: Callum Townsend verwandelte eine feine Vorarbeit von Pedro Corcoles, der sich auf der linken Seite durchtankte, in eiskalter Manier. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Townsend nach dem Spiel und zwinkerte in Richtung Fotografen.

Doch Sheffield, von Coach Erich Speithvenne gewohnt pragmatisch eingestellt, ließ sich nicht lange bitten. Zehn Minuten später stand es 1:1: Pieter Vrooman, der Mann mit der Ruhe eines Uhrmachers, netzte aus dem Rückraum ein, nachdem Samuel Lithgow den Ball clever in den Strafraum gelegt hatte. "Wir haben kurz geglaubt, das Momentum kippt", seufzte Rovers-Trainer Trajes später, "aber dann kam Nicolae."

Nicolae Buzanszky, der bullige Mittelstürmer der Rovers, war in der 28. Minute zur Stelle. Nach einem präzisen Pass von Rechtsverteidiger Amaury Mendo traf er zum 2:1 - ein Tor, das Sheffield-Keeper Ingvar Afzelius wohl noch in seinen Träumen verfolgen wird. "Ich hab’ die Flugbahn falsch eingeschätzt", murmelte der junge Torhüter nach Abpfiff, "und plötzlich war der Ball hinter mir. Passiert."

Bis zur Halbzeit blieb es turbulent: Sheffield suchte den Ausgleich mit wütenden Angriffen, während die Rovers bei jeder Balleroberung gnadenlos nach vorne stachen. Kurz vor der Pause musste Jose Deco verletzt raus - ein herber Schlag für die Hausherren, der durch den eingewechselten Christophe Delmas aber solide kompensiert wurde.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ruppiger: Gleich zu Beginn sah Sheffields Abwehrchef Connor McGeady Gelb, später folgte Rovers-Innenverteidiger Ignacio Carvalho. "Beide wollten wohl zeigen, dass sie ihre Gegenspieler auch ohne Ball stoppen können", kommentierte ein grinsender Fan auf der Tribüne, während der Stadionsprecher die Verwarnungen durchsagte.

Statistisch war es ein ausgeglichenes Duell: 53 Prozent Ballbesitz für die Rovers, 47 für Sheffield. Elf Torschüsse auf der einen, neun auf der anderen Seite. Doch während die Hausherren in der ersten Hälfte ihre Chancen eiskalt nutzten, fehlte den Gästen nach der Pause der letzte Punch. Christopher Finnan hatte in der 64. Minute noch die größte Gelegenheit, als er aus spitzem Winkel abzog - Torwart Logan Bernard reagierte jedoch glänzend.

Trainer Speithvenne versuchte es mit frischen Kräften: Preston kam für McGeady, später Melis und Van Remoortere für Breska und Bosworth. Doch der Ausgleich blieb aus. "Wir haben das Spiel nicht verloren, wir haben nur aufgehört, an das Unmögliche zu glauben", sagte Speithvenne kryptisch - und verschwand mit einem Kopfschütteln im Tunnel.

In der Schlussphase verteidigten die Rovers mit allem, was sie hatten - und manchmal auch mit etwas, was sie nicht hatten: Geduld. Townsend prügelte noch einen Ball auf die Tribüne, Hoskins verzog freistehend, und Buzanszky diskutierte mit dem Schiedsrichter über die Definition von Nachspielzeit. Als der Pfiff ertönte, fiel Stephan Trajes seinem Co-Trainer in die Arme. "Ich wollte wieder mal ein Spiel sehen, das Herz hat", sagte er. "Das war’s, auch wenn mein Puls anderer Meinung ist."

Sheffield hingegen steht nach dieser Niederlage weiter im unteren Mittelfeld und wird sich fragen, warum der Fußballgott offenbar lieber in Ewood wohnt. Mit etwas mehr Präzision wäre hier mehr drin gewesen, auch wenn Rovers-Torhüter Bernard in Bestform war.

Und so endete ein intensiver, teilweise chaotischer, aber nie langweiliger Abend mit einem knappen Sieg für die Gastgeber. Die Fans sangen noch lange in den kalten Januarhimmel hinein, während die Flutlichter langsam erloschen.

Oder wie es ein älterer Rovers-Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Zwei Tore, drei Herzinfarkte, aber Hauptsache drei Punkte."

09.04.643987 10:49
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: 'Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los.'
Steffen Freund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager