US Sports
+++ Sportzeitung für USA +++

Falcons fliegen tief - Gorillas tanzen auf den Trümmern

Wer am Samstagabend ins Falcon Stadium kam, bekam für sein Eintrittsgeld von 16.000 Zuschauern einiges geboten: sechs Tore, zwei Gelbe Karten, eine Gelb-Rote und reichlich Gesprächsstoff. Am Ende jubelten die Atlanta Gorillas über ein sattes 4:2 bei den Carolina Falcons - und Trainerin Anja Meister grinste in der Pressekonferenz so breit wie der Atlantik. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Bananen essen, sondern auch Fußball spielen", sagte sie trocken.

Schon in den Anfangsminuten war klar: Das wird kein Spaziergang für die Hausherren. Atlanta startete mit offenem Visier, aggressiv, offensiv, kompromisslos. Schon nach neun Minuten sah Gabriel Petre Gelb, nach 17 Minuten folgte Teamkollege Brandon Barre - aber das schien die Gäste nur anzustacheln. In der 21. Minute war es dann Harrison Baker, der das Leder nach Zuspiel von Innenverteidiger Nenad Denic humorvoll ins lange Eck schlenzte. Torwart Billy Hensley streckte sich, sah den Ball aber nur freundlich vorbeifliegen.

Die Falcons antworteten prompt. Sechs Minuten später zog Linksverteidiger Louis Kirkwood nach Pass von James Hayman wuchtig ab - 1:1, das Stadion bebte. "Ich hab einfach gedacht: Wenn keiner will, mach ich’s selbst", lachte Kirkwood später. Auch Trainer der Falcons - der Name blieb der Statistik verborgen, vielleicht aus Selbstschutz - klatschte erleichtert.

Doch die Freude währte kurz. Atlantas junger Wirbelwind Rafael Martins, 21 Jahre jung und offenbar mit einem Turbo im rechten Fuß, knallte in der 33. Minute die Kugel nach Vorarbeit von Baker in die Maschen. 2:1 für die Gorillas - und das verdient. 16 Torschüsse sollten es am Ende insgesamt werden, doppelt so viele wie bei den Falcons.

Zur Pause griff Meister zur Rotationsmaschine: Drei Wechsel gleichzeitig. Petre, Barre und Martins machten Platz für Hardin, Krämer und Nani - und die frischen Kräfte zahlten sich aus. Die Gorillas blieben im Offensivmodus, passten lang und zielstrebig, während Carolina zwar 49 Prozent Ballbesitz verzeichnete, aber wenig daraus machte.

In der 68. Minute dann die Vorentscheidung: Finlay Ward, 20 Jahre jung, zog nach Vorlage von Gheorghe Sapunaru aus halbrechter Position ab - 3:1. Die Falcons-Verteidigung wirkte in diesem Moment wie eine Schulklasse beim Völkerball: alle schauen, keiner trifft.

Fünf Minuten später kam aber tatsächlich noch einmal Hoffnung auf. Ellis Thuringer, der rechte Mittelfeldmann mit Vorliebe für spektakuläre Frisuren, traf nach Pass von Pierre Preher zum 2:3. "Da dachte ich kurz, wir sind wieder da", sagte Thuringer später - "aber dann kam dieser Nani."

Ja, dieser Ezequiel Nani. Kaum 21, kaum zu fassen. In der 81. Minute vernaschte er erst zwei Abwehrspieler und dann den Torwart, bevor er den Ball locker einschob. Nelson Semedo hatte ihn zuvor elegant bedient - so elegant, dass man fast vergessen konnte, dass er eigentlich Rechtsverteidiger ist. 4:2, Deckel drauf, Spiel entschieden.

Die letzten Minuten boten noch ein bisschen Drama: Falcons-Verteidiger Tyler Payne kassierte erst Gelb (78.), dann Gelb-Rot (91.) - eine Art Doppelfehler, der ihn kopfschüttelnd vom Platz trieb. "Ich wollte nur den Ball treffen", murmelte er, während er in der Kabine verschwand. Und als ob das nicht genug wäre, sah Gabriel Hamlin in der 96. Minute auch noch Gelb - Carolina beendete das Spiel mit zehn Mann und gesenkten Köpfen.

Trainerin Meister blieb standesgemäß charmant-sarkastisch: "Wir haben heute gezeigt, dass Gorilla-Fußball auch schön aussehen kann. Zumindest, wenn man uns gewähren lässt." Die Falcons hingegen suchten nach Worten. Einer der Betreuer meinte nur: "Wenn du vier Stück kriegst, solltest du deine Fragen eher an die Defensive richten."

Statistisch war’s fast ausgeglichen - 49 Prozent Ballbesitz für Carolina, 51 für Atlanta. Doch die Gäste hatten mehr Biss, mehr Tempo, mehr Ideen. Und vor allem: mehr Tore.

Das Publikum verabschiedete die Teams mit Applaus. Nicht, weil alle zufrieden waren, sondern weil sie wussten: Wer hier heute im Stadion war, hat ein Spiel gesehen, das man so schnell nicht vergisst - mit Toren, Karten und dem Beweis, dass selbst in der "2. Liga USA" ordentlich Spektakel stecken kann.

Vielleicht sollte man die Falcons daran erinnern, dass Fliegen nicht nur ein schönes Wort im Vereinsnamen ist - sondern auch eine Aufgabe auf dem Platz.

Endstand: Carolina Falcons - Atlanta Gorillas 2:4 (1:2). Tore: Baker (21.), Martins (33.), Ward (68.), Nani (81.) für Atlanta; Kirkwood (27.), Thuringer (73.) für Carolina. Zuschauer: 16.000.

04.01.644000 18:28
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir fahren hin, hau'n die weg und fahren wieder zurück.
Peter Neururer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager