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Falke Fellbach zerlegt Mündersbach: 7:0 zum Saisonauftakt

Manchmal, so sagt man, beginnt eine Saison mit einem kleinen Schock. Für Mündersbach war es am Montagabend allerdings eher ein ausgewachsener Stromschlag: 0:7 hieß es nach 90 Minuten gegen die Gäste von Falke Fellbach - und das vor 5000 Zuschauern, die zwischen Entsetzen, Galgenhumor und höflichem Applaus für den Gegner schwankten.

Schon nach sechs Minuten war klar, dass das kein gemütlicher Fußballabend werden würde. William Harrington, eigentlich rechter Verteidiger, spazierte nach einem Doppelpass mit Fynn Rieger durch die Mündersbacher Abwehr, als hätte er einen Freifahrtschein. 0:1. Trainer Otto Rehhagel raufte sich die Haare, die Mannschaft schaute betreten zu Boden. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte Rehhagel später, "aber dann standen wir halt… irgendwie."

Vier Minuten später durfte der 17-jährige Jannick Maier erstmals jubeln - nach Pass von Guillermo Derlei. Und weil’s so schön war, legte er in der 15. Minute gleich noch einen nach, diesmal bedient von Rieger. 0:3 nach einer Viertelstunde, der Albtraum nahm Gestalt an. "Ich dachte, das sei ein Jugendspieler, der sich verlaufen hat", scherzte Mündersbachs Kapitän Bernt Fuchs über den jungen Maier. "Dann schießt der uns zweimal ab. Hut ab - oder besser: Helm auf."

Zur Halbzeit versuchte Rehhagel, seine Männer aufzurütteln. Man sprach lautstark, man gestikulierte, man versprach sich gegenseitig Besserung. Doch kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, traf wieder der Teenager aus Fellbach - diesmal nach einem langen Ball von Innenverteidiger Tomas Nedved (47.). Vier Tore Rückstand, und noch über 40 Minuten zu spielen.

Während Fellbachs Trainer James Bond mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand ("Ich habe meine Lizenz zum Toreschießen nicht verloren", grinste er später), suchte Mündersbach nach einer Idee. Drei Torschüsse in 90 Minuten - das war die ganze Ausbeute. Und wenn ein Ball tatsächlich Richtung Tor flog, stand dort Stilian Letschkow, der Fellbacher Keeper, und langweilte sich höflich wach.

In der 68. Minute gab’s immerhin etwas Farbe: Peter Böttcher sah Gelb, wenig später folgte Petri Myyry (86.). "Wir wollten wenigstens zeigen, dass wir noch da sind", meinte Böttcher und grinste schief.

Doch Fellbach hatte noch Lust auf Feinarbeit. In der 74. Minute bediente der Norweger Simen Bratseth erneut den unersättlichen Maier - 0:5, der vierte Treffer des 17-Jährigen. Spätestens da begannen die Zuschauer, jeden gelungenen Mündersbacher Pass zu bejubeln, als wäre es ein Tor. Humor ist, wenn man trotzdem klatscht.

Kurz vor Schluss wurde es dann endgültig grotesk: Erst traf Bratseth selbst (89.) nach Vorlage von Jonas Ledig, dann setzte Phillip Albrecht in der 90. Minute den Schlusspunkt - natürlich vorbereitet von Derlei, der damit seine zweite Torbeteiligung verbuchte. 0:7. Und das war noch schmeichelhaft, wenn man bedenkt, dass Fellbach 22 Torschüsse abgab und über 58 Prozent Ballbesitz hatte.

Nach dem Spiel versuchte Otto Rehhagel, die Fassung zu wahren: "Manchmal verliert man, und manchmal gewinnt der Gegner einfach zu deutlich." Dann drehte er sich um und meinte leise: "Aber immerhin war das Flutlicht schön."

Bond hingegen zeigte sich gewohnt cool. "Wir haben offensiv gespielt, aber nicht überdreht. Die Jungs haben das Training verstanden. Und Maier? Tja, der hat wohl keine Angst vor großen Zahlen." Derlei ergänzte mit einem Zwinkern: "Ich glaube, Jannick denkt gar nicht - er trifft einfach."

Für Fellbach war es ein Saisonstart nach Maß, für Mündersbach einer zum Vergessen. Die Gäste wirkten in jeder Phase frischer, mutiger und spielerisch überlegener, während die Hausherren in einer Mischung aus Schockstarre und Überforderung verharrten.

Am Ende blieb den Heimfans nur der Trost, dass es schlimmere Debüts gegeben hat - irgendwo, irgendwann. Vielleicht. "Wir fangen halt bei null an", sagte Torwart Ralph Herbst, "nur dass der Gegner schon bei sieben war."

So verließ man das Stadion in der kühlen Märznacht mit einem Schulterzucken und einem Lächeln, das irgendwo zwischen Trotz und Galgenhumor lag. Der Ball rollt weiter - und für Mündersbach kann’s eigentlich nur besser werden. Für Falke Fellbach hingegen begann die Regionalliga C mit einem Paukenschlag, der noch lange nachhallen dürfte.

11.11.643993 16:17
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