Daily Football Record
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Falkirk lässt Sieg liegen - Peterhead kontert spät zum 2:2

Ein nasskalter Januarabend, Flutlicht, 28.315 frierende, aber stimmungsvolle Zuschauer: Das war die Bühne für das 2:2-Spektakel zwischen dem FC Falkirk und den Peterhead Blues am 11. Spieltag der 1. Liga Schottland. Wer dachte, dass Fußball im Winter nur etwas für Hartgesottene ist, bekam hier den Beweis - Herzblut wärmt besser als jeder Glühwein.

Falkirk legte los, als wollte Trainer Rico Messig das Spiel schon vor dem ersten Pfiff gewonnen wissen. Gerade zwölf Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz der Blues. Der 21-jährige Alexander Ruthven, Jungspund mit Derby-Nerven aus Stahl, traf nach feinem Zuspiel von Leo Breadalbane. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Ruthven später, "und gehofft, dass der Torwart noch im Winterschlaf ist." Er war es. 1:0 Falkirk.

Peterhead reagierte - irgendwie. Mal mit langen Bällen, mal mit ratlosen Blicken. Doch dann, in der 25. Minute, schlug der rechte Flügel der Blues zu. Charlie Skene, der bis dahin kaum auffiel, nutzte den ersten echten Fehler in der Falkirk-Abwehr und drosch den Ball kompromisslos zum 1:1 unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Skene später trocken zu, "aber na ja - Tor ist Tor."

Das Spiel blieb wild und unberechenbar. Falkirk zeigte 14 Torschüsse, Peterhead kam gerade einmal auf die Hälfte, doch Effizienz war an diesem Abend kein Heimvorteil. Kurz vor der Pause (37.) dann der Jubelsturm im Falkirk-Stadion: Linksverteidiger Alexander Cawdor - sonst eher Mann für die rustikale Grätsche - zog nach einer Kopfballverlängerung von Innenverteidiger Tyler Drummond ab und traf zum 2:1. Ein Treffer, der so unerwartet kam, dass selbst Trainer Messig kurz den Spielblock fallen ließ. "Ich dachte, Cawdor schießt höchstens Flanken ins Nirgendwo", lachte er anschließend, "aber das war ein Strahl."

Zur Halbzeit sah alles nach einem Heimsieg aus. Falkirk führte, hatte mehr vom Spiel (47 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt 80 Prozent Entschlossenheit) und schien die Blues unter Kontrolle zu haben. Doch Peterhead-Trainer - dessen Name in der Datenlage fehlt, was ihm vermutlich recht ist - fand in der Kabine offenbar die richtigen Worte. Die Blues kamen geordneter, bissiger und mit einem Hauch mehr Mut aus der Pause.

Die zweite Halbzeit begann mit gelben Karten statt Torchancen: Erst wurde Falkirks Philip Beier (48.) verwarnt, dann folgten zwei Peterhead-Spieler - Logan Reacock (60.) und Matias Gonzalo (67.) - mit Einträgen fürs Sünderregister. Die Partie hatte nun mehr Körper als Kreativität. "Es war wie Rugby mit Ballbesitz", spottete ein Fan auf der Tribüne.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn ein einziger Moment alles drehen könnte. In der 70. Minute flankte Theo Nolan von rechts, Lucas O’Farrell löste sich im Strafraum wie ein Schatten aus der Deckung und köpfte zum 2:2 ins Eck. Ein Lehrbuchtor - und das, obwohl Peterhead bis dahin nur sieben Torschüsse zustande gebracht hatte.

Falkirk drückte noch einmal, brachte frische Beine: Torwart Vicente Nuno machte Platz für den jungen Joel Hamilton (72.), Lewis Fergusson und Alejandro Aguas kamen für Cawdor und Beier. Letzterer nahm seine gelbe Karte gleich mit auf die Bank. Der Druck wuchs, die Chancen auch - besonders durch Ruthven, der in der 82. Minute noch einmal knapp scheiterte. Doch das Netz blieb stumm.

"Wir hätten das dritte Tor machen müssen", knurrte Trainer Messig nach Abpfiff. "Aber wenigstens hat keiner die Handschuhe verloren." Auf der anderen Seite grinste Lucas O’Farrell: "Unentschieden auswärts? In Falkirk? Das nehmen wir mit, bevor uns jemand daran erinnert, dass wir eigentlich schlechter waren."

Die Statistik untermauert seinen Realismus: Falkirk 14 Schüsse aufs Tor, Peterhead 7. Ballbesitz 47 zu 53 Prozent - ein leichtes Übergewicht für die Blues, die das Spiel am Ende aber mehr über Geduld als über Spielkunst retteten.

Wenn man den Abend auf einen Nenner bringen will, dann diesen: Falkirk spielte schönen Fußball, Peterhead cleveren. Und irgendwo dazwischen ging der Sieg verloren.

Am Ende verließen beide Teams das Feld halb zufrieden, halb durchgefroren. Die Fans applaudierten, manche fluchten, und ein Kind auf der Tribüne fragte seinen Vater: "Papa, warum schießen die nicht einfach öfter?" Eine Frage, die wohl auch Trainer Rico Messig schlaflos machen dürfte - zumindest bis zum nächsten, hoffentlich wärmeren Spieltag.

26.05.643987 10:46
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Jetzt bin ich der ex-beliebteste Spieler der Eintracht.
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