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Falkirk trotzt den Gers: 2:2 nach wilder Aufholjagd

Wenn 30.806 Zuschauer an einem kalten Februarabend im Falkirk Stadium mehr als nur ihre Finger warmklatschen, dann muss etwas passiert sein. Und tatsächlich: Der FC Falkirk lieferte beim 2:2 gegen die favorisierten Glasgow Gers ein Comeback ab, das Stoff für Vereinslegenden bietet - und für Trainer Rico Messig vermutlich graue Haare gleich mit.

Dabei begann alles so, wie man es aus Falkirker Sicht nicht wollte. Schon in der 11. Minute zappelte der Ball im Netz - nicht beim Gegner, sondern hinter Keeper Bradley MacGregor. Gers-Stürmer Iban Fortunio hatte nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsaußen Irakli Kalaschnikow einfach zu viel Platz, zu viel Zeit und zu viel Zielwasser. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte MacGregor später mit einem gequälten Lächeln. Leider war er das nicht.

Und weil das Pech selten allein kommt, legten die Gers in der 28. Minute nach. Diesmal traf Matthew Fergusson nach einem langen Ball von Rechtsverteidiger Finn Jepsen - so schnörkellos wie effektiv. 0:2, zur Halbzeit sah alles nach einem routinierten Auswärtssieg der Gäste aus, die mit 61 Prozent Ballbesitz und zwölf Torschüssen das Geschehen kontrollierten.

"Wir haben in der Kabine nicht geschrien, aber die Wände haben gezittert", verriet Falkirk-Coach Rico Messig später. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon untergeht, dann wenigstens mit Schaum vorm Mund." Offenbar wirkte’s.

Nach der Pause wechselte Messig mutig - Tyler Drummond kam für den jungen Cunningham, später Banel Dobay für den blassen Riley Erracht. Dobay, ein bulliger Mittelfeldmotor, wurde zur Schlüsselfigur. In der 73. Minute zirkelte er einen Freistoß in den Strafraum, wo Innenverteidiger Dimitar Georgiew, der bulgarische Fels in der Brandung, per Kopf zum 1:2 traf. Der Jubel war laut, aber noch nicht hysterisch. Das sollte sich fünf Minuten später ändern.

Der Ausgleich in der 78. Minute war dann pure Willenskraft: Georgiew eroberte den Ball im Mittelfeld, passte zu Callum Gow - und der 19-Jährige schlenzte das Leder ins lange Eck. 2:2! Das Stadion bebte. "Ich hab nur gesehen, wie Dimitar mir den Ball zuschob, und dann hab ich einfach draufgehalten", grinste Gow. "Danach weiß ich nur noch, dass mich zehn Leute gleichzeitig umarmt haben."

Die Gers, plötzlich wachgerüttelt, versuchten in den Schlussminuten wieder das Kommando zu übernehmen. Fortunio prüfte MacGregor noch einmal in der 96. Minute - doch der junge Keeper, der in Halbzeit eins noch zögerlich wirkte, tauchte blitzschnell ab und hielt das Unentschieden fest.

Trainer Johnny Wanye von den Gers wirkte nach Abpfiff sichtlich unzufrieden: "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Kontrolle allein bringt keine Punkte." Dann fügte er mit bitterem Humor hinzu: "Vielleicht hätten wir auch einfach noch ein Tor schießen sollen."

Falkirk hingegen feierte das Remis wie einen Sieg. Und irgendwie war es auch einer. Sechs Torschüsse reichten, um zwei Treffer zu erzielen - eine Effizienz, von der man in Glasgow nur träumen konnte. Dass Verteidiger Beier in der 87. Minute noch Gelb sah, störte niemanden mehr.

"Das ist ein Punkt des Glaubens", meinte Kapitän Georgiew mit tränenerstickter Stimme. "Wir sind jung, wir machen Fehler, aber wir geben nie auf." Im Hintergrund tanzte die halbe Ersatzbank, während Trainer Messig versuchte, in einem Fernsehinterview ernst zu bleiben. "Ich sag’s mal so", grinste er, "ab der 60. Minute war das kein Fußballspiel mehr, das war ein Abenteuerurlaub."

So endete der 1. Spieltag der schottischen Liga mit einem Ergebnis, das keiner so recht erwartet hatte: 2:2, nach 0:2-Rückstand. Die Gers fuhren frustriert heim, während Falkirk mit stolz geschwellter Brust in die Nacht hinausjubelte.

Und wer genau hinhörte, konnte beim Verlassen des Stadions einen älteren Fan sagen hören: "Wenn die Burschen so weiterkämpfen, kauf ich mir sogar ein neues Trikot." Ein sarkastisches Lächeln, ein letzter Blick auf die Anzeigetafel - und man wusste: Fußball kann manchmal richtig poetisch sein.

09.06.643990 20:59
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