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FC Ascona begeistert mit 3:0 - Zofingen läuft ins offene Messer

Liga-Pokal (Promotion A) | Gruppenrunde - 5. Spieltag | 18.07.26 | FC Ascona - SC Zofingen 3:0

Ein lauer Sommerabend am Lago Maggiore, 2.939 Zuschauer im Stadion, und ein FC Ascona, der so spielte, als hätte er den See selbst im Rücken. Mit 3:0 fegte die Mannschaft von Rainer Zufall den SC Zofingen vom Platz und sicherte sich am 5. Spieltag der Gruppenrunde im Liga-Pokal (Promotion A) einen klaren Heimsieg - auch wenn der Ballbesitz (48,8 %) eigentlich etwas anderes vermuten ließ. Aber Fußball ist bekanntlich kein Schönheitswettbewerb, und Tore zählen mehr als Prozente.

Von der ersten Minute an war klar: Ascona hatte Lust auf Spektakel. Schon nach wenigen Sekunden prüfte der 17-jährige Valentin Brun den Zofinger Keeper Karsten Grimm mit einem satten Linksschuss - ein Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Trainer Zufall grinste später: "Ich hab ihm vor dem Spiel gesagt: Wenn du jung bist, darfst du auch mal frech schießen. Er hat’s wohl ernst genommen."

Zofingen hingegen kam nie wirklich in den Rhythmus. Nicolas Dumont, der erfahrene Linksverteidiger, versuchte es in der 7. und 15. Minute selbst mit zwei Distanzschüssen - beide Male landete der Ball eher im Bereich "Souvenir für die Tribüne". Trotz leichtem Ballbesitzvorteil (51,2 %) fehlte es an Durchschlagskraft.

Die Tore fielen dann so, wie es im Fußball oft läuft: ausgerechnet ein Innenverteidiger eröffnete den Torreigen. In der 29. Minute köpfte Christophe DeBrosse nach einer butterweichen Flanke von Rechtsverteidiger Marcel Wolff zum 1:0 ein. Der 21-Jährige strahlte nach dem Spiel wie ein Sonnenschirmverkäufer im Hochsommer: "Ich bin eigentlich hinten, um Tore zu verhindern - aber wenn’s keiner merkt, schleiche ich mich gern mal nach vorne."

Nur zehn Minuten später legte Ben Bachmann nach. Der bullige Mittelstürmer verwertete eine perfekte Vorlage von Lorenzo Casole Bruzio eiskalt ins rechte Eck - 2:0, das Stadion tobte. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", behauptete Bachmann bescheiden, worauf sein Trainer lachend anfügte: "Ja, aber mit dem richtigen Fuß!"

Zur Halbzeit war die Partie im Grunde entschieden. Zofingen versuchte es nach der Pause mit einem Hauch mehr Mut, blieb aber harmlos. Marcio Varela hatte in der 57. Minute die beste Chance, doch sein Schuss aus 16 Metern wurde von Asconas Keeper Mike Leblanc mit den Fingerspitzen über die Latte gelenkt - eine Parade, die das Publikum mit Szenenapplaus bedachte.

In der 64. Minute setzte Gerard May den Deckel drauf. Nach einem präzisen Zuspiel von DeBrosse, der offenbar auf den Geschmack gekommen war, zimmerte der Rechtsaußen den Ball trocken ins lange Eck - 3:0. Danach spielte Ascona mit der Selbstzufriedenheit eines Teams, das weiß, dass heute nichts mehr anbrennen wird.

Zofingens Trainer wirkte an der Seitenlinie zunehmend ratlos. "Wir hatten den Ball, aber keine Idee", murmelte er später in die Mikrofone, während seine Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen. Immerhin: Mike Boutin sorgte in der Nachspielzeit noch für einen Farbtupfer - allerdings in Gelb, nach einem rustikalen Einsteigen, das eher nach Frust als nach Fairness roch.

Ascona dagegen feierte ausgelassen. Die Fans sangen, Valentins Mutter winkte stolz aus der Kurve, und Trainer Zufall hatte offensichtlich Spaß an seinem Namen. "Ein bisschen Zufall war’s natürlich auch", grinste er nach dem Schlusspfiff, "aber wenn du 12 Torschüsse hast und drei reingehen, darfst du ruhig mal sagen: Das war Absicht."

Statistisch war es ein Spiel, das zeigte, dass Effizienz manchmal lauter spricht als Ballbesitz. Ascona gewann mehr Zweikämpfe (54,7 %), schoss häufiger aufs Tor (12:5) und wirkte in allen entscheidenden Momenten entschlossener. Selbst das Passspiel - kurz, präzise, mutig - spiegelte den Offensivgeist wider, den Zufall seiner Mannschaft verordnet hatte.

Beim Abpfiff um kurz nach 21 Uhr klatschten die Zuschauer im Stehen. 3:0 - ein Ergebnis, das so klar war wie der Himmel über Ascona. Und irgendwo zwischen den jubelnden Spielern stand der junge Valentin Brun, noch etwas ungläubig über seinen gelungenen Auftritt. "Ich hab noch nie vor so vielen Leuten gespielt", sagte er schüchtern. "Aber wenn du den ersten Schuss gleich auf’s Tor bringst, denkst du: Okay, das kann ja was werden."

Kann es in der Tat. Wenn der FC Ascona so weitermacht, könnte dieser Liga-Pokal-Sommer noch ziemlich heiß werden - nicht nur wegen der Temperaturen.

18.07.2026 19:56
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