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Promotion League A | 12. Spieltag | 16.07.26 | FC Ascona - La Chaux-de-Fonds 2:1 Dabei begann alles so, als hätte Ascona die Nacht durch am See promeniert. Schon nach drei Minuten prüfte Ernst Lachance den Ascona-Keeper Mike Leblanc - der machte sich lang wie ein Strandtuch und verhinderte Schlimmeres. Die Gäste aus La Chaux-de-Fonds wirkten strukturierter, hatten mehr Ballbesitz (54,5 Prozent) und schossen elfmal aufs Tor. Nur: Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. In der 25. Minute dann der erste Schockmoment für das Heimteam: Routinier Marcel Wolff musste verletzt raus, der 17-jährige Swen Picard kam rein - und staunte erstmal über die Lautstärke der Kurve. "Ich dachte, mein Puls springt mir aus dem Trikot", gab der Youngster später zu. Kaum war das Wechselchaos sortiert, folgte die Szene des Abends: In der 38. Minute flankte David Dumont butterweich von links, Ben Bachmann stieg hoch, nickte den Ball ins lange Eck und ließ das Stadion explodieren. 1:0! "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Bachmann nach seinem Treffer. Taktisch blieb Ascona offensiv - Pressing, kurze Pässe, viel Laufarbeit. Zufall ließ seine Jungs rennen, als gäbe es dafür Bonusmeilen. Nach der Pause kam La Chaux-de-Fonds druckvoll aus der Kabine. Paul Hummel, der schon vorher auffällig war, nagelte in Minute 63 den Ausgleich ins Netz - Vorlage Johann Zander, der mit einem präzisen Querpass glänzte. "Da haben wir kurz die Orientierung verloren", gestand Ascona-Verteidiger Philippe Bruguiere später. Doch Bruguiere sollte noch zum Helden werden. Nur neun Minuten nach dem 1:1 stieg der Innenverteidiger bei einer Ecke am höchsten und köpfte die Kugel zum 2:1 ein - wieder nach Vorarbeit von Dumont, der damit seinen zweiten Assist des Abends verbuchte. Der Jubel? Laut, ekstatisch, beinahe ungläubig. Selbst der Stadionsprecher brauchte einen Moment, um wieder Fassung zu gewinnen. Die Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven. Erst sah der junge Swen Picard Gelb (79.), dann humpelte auf der Gegenseite Arne Boulanger verletzt vom Platz - ein bitterer Moment für die Gäste, die gerade noch einmal alles nach vorne warfen. Trainer von La Chaux-de-Fonds, der sichtlich genervt war, gestand nach dem Spiel: "Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff, aber Ascona war gnadenlos effizient. Und ein bisschen Glück braucht man wohl am See." Statistisch betrachtet war es tatsächlich ein Duell der Gegensätze: La Chaux-de-Fonds mit mehr Ballbesitz, mehr Schüssen, mehr Ordnung - Ascona mit mehr Herz, mehr Chaos, mehr Toren. Die Zweikampfquote (48,4 Prozent zugunsten der Gäste) unterstreicht, dass Ascona oft nur mit Einsatz kompensierte, was an Struktur fehlte. Aber Einsatz kann manchmal ganze Spiele gewinnen. Nach Abpfiff standen die Ascona-Spieler Arm in Arm vor der Kurve, die Fans sangen, als wäre der Aufstieg schon sicher. David Dumont, der Mann mit den zwei Vorlagen, grinste verschmitzt: "Ich glaube, Rainer schenkt uns morgen trainingsfrei - sonst streike ich." Zufall konterte sofort: "Wenn sie so weitermachen, kriegen sie Urlaub bis Montag. Aber nur, wenn sie mir nicht wieder solche Herzinfarkte bescheren." So endete ein Spiel, das weniger durch taktische Raffinesse, sondern durch Leidenschaft und Zufälle glänzte - ganz im Stil seines Trainers. Der FC Ascona klettert mit diesem 2:1-Erfolg in der Promotion League A weiter nach oben und zeigt, dass man auch mit 45 Prozent Ballbesitz und viel Willen Spiele gewinnen kann. Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Schön spielen ist was für die anderen. Wir gewinnen lieber hässlich." Vielleicht ist das das neue Erfolgsrezept am Lago Maggiore. 16.07.2026 23:49 |
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