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FC Bystrc-Kninicky fegt Vitkovice mit 5:0 vom Platz - ein Abend zum Zungeschnalzen

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 26.409 Zuschauer, und ein Heimteam, das offenbar beschlossen hatte, die Winterpause einfach zu ignorieren: Der FC Bystrc-Kninicky zerlegte am 7. Spieltag der 1. Liga Tschechien den FC Vitkovice mit 5:0. Schon zur Pause stand es 3:0, und man hatte das Gefühl, die Gäste hätten ihre gute Laune, aber nicht den Ballbesitz aus der Kabine mitgebracht.

Dabei täuschte die Statistik zunächst: 50,4 Prozent Ballbesitz für Vitkovice, also eine hauchdünne optische Überlegenheit. Doch wer die Zahlen kennt, weiß: Ballbesitz ist wie das Wetter - schön, aber nicht entscheidend. Bystrc schoss 16-mal aufs Tor, Vitkovice ganze viermal. Und von diesen vier Versuchen war keiner gefährlicher als ein Neujahrsvorsatz am 10. Januar.

Den Torreigen eröffnete in der 22. Minute ausgerechnet Linksverteidiger Adriano Moutinho - ein Mann, den man sonst eher beim Grätschen als beim Jubeln sieht. Nach feinem Zuspiel von Jerome Simard zog er einfach mal ab. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Moutinho später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Und die Pläne waren gut: 1:0.

Acht Minuten später machte Luca Beck, der dynamische Linksaußen, klar, dass das kein Zufall war. Nach Vorarbeit von Kristofer Gulbrandsen schob er überlegt zum 2:0 ein. Beck, der danach mit ausgestreckten Armen Richtung Tribüne rannte, sagte später: "Ich hab die Fans gesucht - und sie mich gefunden."

Noch vor der Pause (38.) trug sich Gulbrandsen selbst in die Torschützenliste ein. Mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern brachte er das Stadion endgültig zum Kochen. Trainer Carsten Achenbach rieb sich da schon die Hände. "Die Jungs haben heute einfach Bock gehabt. Ich musste in der Halbzeit nicht viel sagen - vielleicht nur: weiter so, aber mit weniger Risiko hinten."

Die zweite Halbzeit begann ohne Veränderungen in der Spielanlage, aber mit viel Spielfreude. Vitkovice mühte sich redlich, blieb jedoch harmlos. Pavel Necas’ Versuch in der 48. Minute war ihr letzter zaghafter Lebenszeichenversuch; der Ball flog direkt in die Arme von Keeper Ivan Ivic, der danach sichtlich unterfordert wirkte.

In der 72. Minute traf erneut Luca Beck - diesmal nach einem schönen Doppelpass mit Simard. 4:0, und man hätte fast Mitleid mit Vitkovice bekommen. Fast. Spätestens nach dem 5:0 durch Simard selbst (83.), vorbereitet von Beck, war endgültig klar, dass hier nur eine Mannschaft Fußball spielte.

"Es war, als würden wir gegen ein Spiegelbild ohne Spiegel spielen", seufzte Vitkovice-Kapitän Josef Kolomaznik nach dem Spiel. Und sein Trainer, sichtlich bemüht, die Fassung zu wahren, meinte: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore. Das ist leider noch immer das Ziel des Spiels."

Ganz ohne Drama kam der Abend aber nicht aus: Mikael Kraft, der rechte Verteidiger Bystrcs, sah erst Gelb (61.) und später Gelb-Rot (88.). Achenbach nahm’s gelassen: "Er wollte wohl früh duschen. Kann passieren."

Apropos Duschen: Für Vitkovice hätte es wohl auch eine kalte Dusche getan, um wach zu werden. Denn die Gäste wirkten von Minute zu Minute ratloser. Ihr Pressing? Nicht existent. Ihre Taktik? Laut Daten "ausgewogen", was in diesem Fall wohl "verwirrt" bedeutete.

Und doch, zwischen den Toren blitzte immer wieder Humor auf. Als Bystrcs Ersatzspieler August Brun in der 85. Minute einen Schuss über den Fangzaun jagte, rief ein Zuschauer: "Der Ball ist jetzt in Brünn!" - worauf Brun lachend zurückwinkte.

Am Ende stand ein 5:0, das deutlich zeigte, wer hier den Ton angab. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Vitkovice-Spieler Pavel Necas nur murmelte: "Manchmal will der Ball einfach nicht rein. Heute wollte er gar nichts."

Trainer Achenbach fasste den Abend trocken zusammen: "Ein gutes Spiel. Vielleicht zu gut - jetzt erwartet das jeder jede Woche." Man darf gespannt sein, ob seine Mannschaft dieses Niveau halten kann.

Ein Spiel wie ein Wintermärchen: kalt in der Luft, heiß auf dem Platz - und für den FC Bystrc-Kninicky ein Ergebnis, das in den Geschichtsbüchern stehen wird. Vitkovice dagegen sollte vielleicht beim nächsten Mal nicht nur den Ball halten, sondern ihn auch mal aufs Tor bringen.

So endete ein Abend, an dem Fußball wieder einfach war: Der, der trifft, gewinnt. Und der, der fünfmal trifft, gewinnt besonders schön.

29.03.643987 13:55
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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