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FC Eisenstadt dreht das Spiel - Gratkorn verzweifelt an Nicola und Delap

Es war ein kalter, klarer Januarabend in Eisenstadt, aber auf dem Rasen des Franz-Wagner-Stadions brannte die Luft: Der FC Eisenstadt gewann am 5. Spieltag der 2. Liga Österreich nach einem 1:2-Pausenrückstand noch mit 3:2 gegen den SC Gratkorn. 16.540 Zuschauer sahen ein Spiel, das von Chaos, Kampfgeist und dem unbändigen Willen geprägt war, nicht schon im Januar in die Winterdepression zu verfallen.

Dabei begann alles wie aus einem Gratkorner Traum: Kaum hatte Schiedsrichter Meixner angepfiffen, zappelte der Ball auch schon im Netz der Hausherren. Nach nicht einmal 60 Sekunden donnerte Jordi Teixeira eine flache Hereingabe von Iban Diez ins Tor - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Teixeira nach dem Spiel, "aber wenn es so reingeht, beschwere ich mich nicht." Trainer Andi Garagengold stand da noch zufrieden an der Seitenlinie und strich sich die Mütze zurecht, die er wohlweislich tief ins Gesicht gezogen hatte.

Eisenstadt brauchte gute zwanzig Minuten, um aus dem Winterschlaf zu erwachen. Doch bevor sie richtig wach waren, schlug Gratkorn noch einmal zu. In der 25. Minute kombinierten sich Enzo Campana und Ewan Hunt sehenswert durch die Mitte - Hunt blieb eiskalt vor Keeper Veloso und erhöhte auf 2:0. Auf der Eisenstädter Bank herrschte betretenes Schweigen. Ein Zuschauer auf der Haupttribüne kommentierte trocken: "Na, das wird heute wieder ein langer Abend."

Aber das Team von Eisenstadt hatte offenbar stillen Widerstand geschworen. Christian Nicola, der rechte Flügelflitzer, begann, das Spiel an sich zu reißen. Nach mehreren gefährlichen Abschlüssen belohnte er sich in der 38. Minute - nach Vorarbeit von Paul Sommer - mit dem Anschlusstreffer. 1:2, und plötzlich war das Stadion wieder wach. "Ich hab gemerkt, dass da noch was geht", sagte Nicola später. "Trainer hat nur gebrüllt: ’Lauf, lauf, lauf!’ - also bin ich gelaufen."

In der Pause wechselte Garagengold doppelt: Simsek und Reimann kamen für Velez und Teixeira. Doch der Plan, das Ergebnis zu verwalten, ging nach hinten los. Eisenstadt kam mit Wut im Bauch aus der Kabine, und wieder war es Nicola, der in der 51. Minute nach einer Koproduktion mit Sommer den Ausgleich markierte. Zwei Tore, zweimal Sommer als Vorlagengeber - das Duo harmonierte wie ein altes Ehepaar auf dem Tanzparkett.

Gratkorn versuchte danach, wieder Druck aufzubauen. Trainer Garagengold rief seinen Spielern zu: "Bleibt ruhig, Jungs, das ist nur ein Spiel!" - worauf sein Kapitän Diez zurückrief: "Ja, aber ein verlorenes, wenn das so weitergeht!" Die Statistik zeigte inzwischen: Eisenstadt hatte 57,5 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - Gratkorn gerade einmal fünf. Es war, als hätte jemand den Strom umgedreht.

In der 70. Minute fiel dann die Entscheidung: Sean Delap zog nach einem Pass von Patrik Kolomaznik aus 20 Metern ab - der Ball schlug unhaltbar unter der Latte ein. 3:2. Das Stadion bebte, und Trainer Müller (der Eisenstädter Coach, gewohnt wortkarg) sagte später mit einem Lächeln, das fast unheimlich war: "Das war so geplant."

Von Gratkorn kam danach nicht mehr viel. Die jungen Joker Reimann und Simsek liefen sich fest, Keeper Veloso auf der Gegenseite bekam kaum noch Arbeit. Nur einmal, in der 90. Minute, sorgte Paulo Garcia noch für Herzklopfen, als er aus spitzem Winkel abschloss - knapp vorbei.

Nach dem Abpfiff standen die Eisenstädter Spieler Arm in Arm vor der Fankurve, die "Eisenstadt, olé" brüllte, als wäre es schon der Aufstieg. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Doppeltorschütze Nicola noch, bevor er im Kabinengang verschwand. "Und vielleicht auch ein bisschen Glück - aber das gehört ja dazu."

Garagengold hingegen verschwand wortlos im Tunnel, seine Mütze tief ins Gesicht gezogen. Später murmelte er in die Mikrofone: "Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen, und dann passiert eben so was."

Eisenstadt feiert damit den zweiten Heimsieg der Saison und klettert in der Tabelle nach oben, während Gratkorn den Blick wohl vorerst nach unten richten muss. 3:2 - ein Ergebnis, das so knapp war wie verdient. Und wer den Trainer der Sieger nach dem Spiel noch lachen sah, wusste: Der Winter in Eisenstadt hat gerade begonnen - aber warm ums Herz wird einem hier allemal.

16.03.643987 16:43
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