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Wenn man am 5. Spieltag der 4. Liga Österreich (3. Div) ins Halleiner Stadion kam, roch es nach Bratwurst, kaltem Januar und jugendlichem Übermut. 5117 Zuschauer sahen am 5. Januar 2026, wie der FC Hallein unter Trainer Herbert Krunkel ein Feuerwerk zündete - und das, obwohl die meisten Akteure kaum alt genug sind, um selbst Feuerwerk zu kaufen. Am Ende stand ein deutliches 3:0 gegen den USK Piesendorf, und die Gäste durften froh sein, dass es nicht schlimmer kam. Von Beginn an war klar, wer hier das Kommando übernimmt. Hallein spielte offensiv, schnörkellos und erstaunlich reif. Schon in der 8. Minute prüfte der quirlige Jose Rocha den Piesendorfer Keeper Yanik Albers, der sich mit einer Glanzparade in den kalten Winterabend warf. "Da dachte ich schon, das wird ein langer Abend", grinste Albers später mit bitterem Humor. Lange hielt seine Abwehr aber nicht dicht. In der 28. Minute war es soweit: Der 18-jährige Walter Beyer, der aussieht wie ein Schüler auf Klassenfahrt, drosch den Ball nach Vorlage des erst 17-jährigen Harrison Willoughby unter die Latte - 1:0! Die Tribüne tobte, und Trainer Krunkel riss beide Arme in die Luft, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Wir üben das im Training: Jung, wild und zielstrebig. Heute hat’s geklappt", kommentierte er trocken. Piesendorf dagegen wirkte wie ein Veteranenclub auf Kaffeefahrt. Zwei harmlose Torschüsse in 90 Minuten - einer davon in der dritten Minute - waren die gesamte Offensivausbeute. Der erfahrene Innenverteidiger Niels Binder kassierte schon nach fünf Minuten Gelb, offenbar als Erinnerung daran, dass körperliche Härte wenigstens auf dem Papier noch existiert. Dirk Petersen auf Halleiner Seite ließ sich in der 38. Minute ebenfalls eine Verwarnung notieren, nachdem er einen Piesendorfer Gegenspieler etwas zu schwungvoll vom Ball trennte. Der Schiedsrichter lächelte milde, Petersen grinste zurück - eine Szene, die sinnbildlich für die lässige Dominanz der Hausherren stand. Nach der Pause ging es munter weiter. Hallein hatte 52 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt 90 Prozent der Spielkontrolle. 18 Torschüsse zeugen davon, dass man den Gästen kaum Luft ließ. In der 70. Minute krönte Fabio Lorusso seine starke Leistung: Nach präzisem Zuspiel von Martin Deroeck schob der 18-Jährige eiskalt zum 2:0 ein. "Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", sagte Lorusso später - und man glaubte es ihm sofort. Herbert Krunkel nutzte die komfortable Führung, um seine Talentschmiede noch etwas durchzumischen. Willoughby durfte nach 68 Minuten duschen gehen, für ihn kam der 17-jährige Klaus Bode. Als wolle er seinem Trainer Recht geben, leitete Bode in der 87. Minute mit einem feinen Pass das 3:0 ein - vollendet vom überragenden Jose Rocha, der sich für seinen unermüdlichen Einsatz belohnte. "Das war ein Team aus einem Guss", lobte Krunkel nach dem Schlusspfiff. Sein Gegenüber, der Piesendorfer Coach (dessen Namen man nach diesem Abend lieber nicht googelt), ließ sich nur zu einem resignierten "Wir müssen uns steigern" hinreißen. Die Halleiner Fans hingegen feierten ihre Jungs, als hätten sie gerade den Aufstieg fixiert. Und vielleicht ist das ja gar nicht so abwegig. Mit einer Mischung aus jugendlicher Frechheit und taktischer Disziplin - das Team spielte über 90 Minuten offensiv, aber kontrolliert - wirkte der FC Hallein wie ein kleiner Klub mit großen Ambitionen. In den Katakomben erzählte Walter Beyer noch lachend von seinem Tor: "Ich hab den Ball gesehen, dachte mir: Wenn ich den jetzt vorbeisemmle, lässt mich der Trainer morgen die Hütchen tragen. Also hab ich’s lieber gelassen." Die Statistik spricht ohnehin eine klare Sprache: 18:2 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Hallein war in allen Belangen überlegen. Piesendorf dagegen konnte von Glück reden, dass die jungen Hausherren manchmal noch zu verspielt waren, sonst wäre es ein Debakel geworden. Als die Flutlichter erloschen und die letzten Zuschauer durch den Schneematsch stapften, blieb der Eindruck eines Heimteams, das mit Freude, Tempo und Selbstbewusstsein auftritt. "Wenn die so weitermachen, wird’s oben eng", murmelte ein älterer Fan beim Hinausgehen - und er hatte wohl recht. Ein Abend für die Jugend, für die Spielfreude - und für alle, die glauben, dass Fußball manchmal ganz einfach sein kann: Ball, Mut, Tor. Und in Hallein klappt das derzeit ausgezeichnet. 16.03.643987 14:28 |
Sprücheklopfer
Ich weiß nicht, ob ich bis dahin schon wieder laufen kann.
Mario Basler auf die Bitte des Bayerischen Fernsehens, ob er am Montag Studiogast in Blickpunkt Sport sein wolle