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An einem frischen Maiabend in Berlin-Marzahn zeigte der FC Marzahn, dass auch ohne dominanten Ballbesitz ein Sieg schön schmecken kann. Mit 2:1 (2:0) besiegte das Team von Trainer Frank Henning die Gäste aus Weiler im Allgäu und machte den 24. Spieltag der 3. Liga zu einem stimmungsvollen Heimabend vor 22.436 Zuschauern. Schon nach zehn Minuten bebte das Stadion. Serge Berryer, der bullige Mittelstürmer mit der Statur eines Türstehers und dem Abschluss eines Chirurgen, nahm eine butterweiche Flanke von Patrick Moritz direkt - und traf eiskalt ins kurze Eck. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", grinste Berryer später. "Wenn ich das tue, geht der Ball meistens auf den Parkplatz." Weiler im Allgäu, von Mino Raiola (nicht zu verwechseln mit dem legendären Spielerberater) offensiv eingestellt, reagierte keineswegs geschockt. Linus Berger prüfte Marzahns Keeper Gani Kahveci gleich mehrfach, doch der 19-jährige Schlussmann blieb cool wie ein Berliner Späti-Verkäufer bei Regen. Kurz vor der Pause dann der Moment, in dem man sich fragte, ob die Gäste wirklich wussten, dass auch Innenverteidiger Tore schießen dürfen. Nach einer Ecke von - wieder - Patrick Moritz stieg Jewgeni Fedotow wuchtig hoch und köpfte zum 2:0. Der Jubel: kompromisslos. Der Verteidiger rannte zur Eckfahne, brüllte etwas, das entfernt nach "Das ist für die Kritiker!" klang, und wurde von der halben Mannschaft begraben. "Wir haben in der ersten Halbzeit einfach zu lange zugeschaut", knurrte Weilers Trainer Raiola später. "In der zweiten war’s besser, aber da war der Schaden schon angerichtet." Ganz Unrecht hatte er nicht. Denn nach dem Seitenwechsel drückten die Allgäuer mächtig aufs Tempo. Sie hatten am Ende sogar 52 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse und eine Zweikampfquote knapp unter der der Hausherren. Der Anschlusstreffer fiel in der 74. Minute: Samuel Erskine flankte flach von links, Michael Siebert rauschte heran und drückte den Ball kompromisslos unter die Latte. Ein Tor, das kurzzeitig den Puls der Marzahner Fans erhöhte - und den Trainer auf der Bank nervös an seiner Wasserflasche nuckeln ließ. "Da dachte ich kurz, das wird wieder so ein Abend, wo man sich noch lange ärgert", gab Henning nach dem Spiel zu. Die letzten 15 Minuten waren ein wildes Durcheinander aus Chancen, Fouls und nervösen Blicken zur Uhr. Henning reagierte mit einem Doppelwechsel: Fedotow, der Torschütze, durfte raus, Eric Bisson übernahm. Vorn kam der junge Iker Santos für den ausgepumpten Charles McGee. "Ich hab ihm gesagt: Lauf einfach, Junge!", lachte Henning später. "Und wenn du den Ball siehst, tritt ihn weg." Weiler warf alles nach vorn - inklusive der Ersatz-Torhüter, die sich schon warm machten, als müssten sie gleich selbst ran. Doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Selbst Linus Berger, sonst ein sicherer Vollstrecker, scheiterte in der 87. Minute freistehend an Kahveci, der über sich hinauswuchs. "Wir haben das heute mit Herz gewonnen", sagte Marzahns Kapitän Patrick Moritz nach Abpfiff. "Und mit ein bisschen Glück. Vielleicht auch mit einem Schiedsrichter, der Humor hat." Sein Trainer ergänzte trocken: "Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte." In der Mixed Zone war die Stimmung gespalten. Während Berryer Autogramme auf Bierdeckel kritzelte, fluchte Weilers Abwehrspieler Michel Hierro über "die verdammte erste Halbzeit". Raiola indes suchte das Positive: "Wenn wir so weiterspielen wie in Hälfte zwei, dann holen wir nächste Woche unsere Punkte. Nur bitte nicht wieder mit 0:2 starten." Am Ende bleibt: ein verdienter, wenn auch umkämpfter Heimsieg, zwei präzise Marzahner Treffer und ein Weiler-Team, das trotz Niederlage Moral zeigte. Der FC Marzahn klettert mit diesem Sieg in der Tabelle ein kleines Stück nach oben - und darf weiter vom Aufstieg träumen. Oder wie es ein Fan auf der Tribüne zusammenfasste, als die Stadionuhr auf 90 sprang: "So spielt man nicht schön, aber schön effektiv." Und das trifft es wohl ziemlich genau. 14.03.644000 05:15 |
Sprücheklopfer
Wenn ich aber nur daran denke, dass seine Frau, dieses Spice Girl, auch mitkäme! Das wäre schön für die Medien, aber nicht für uns. Das Theater brauche ich nicht.
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