Marca
+++ Sportzeitung für Spanien +++

FC San Sebastian siegt im Fünf-Tore-Krimi gegen Lanzarote CF

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die selbst ein Drehbuchautor als "zu viel des Guten" abgelehnt hätte. An diesem Valentinstag-Abend in San Sebastian passte aber alles: 41.524 Zuschauer im ausverkauften Estadio de la Concha, Flutlicht, Drama, Tore - und ein Trainer, der nach Abpfiff aussah, als hätte er zehn Jahre seiner Lebenszeit im Mittelkreis gelassen. Am Ende hieß es 3:2 (1:1) für den FC San Sebastian gegen Lanzarote CF - ein Ergebnis, das die Gastgeber mit mehr Nervenstärke als fußballerischer Eleganz einfuhren.

Schon nach acht Minuten brüllte das Stadion, als Jozef Kisel den Ball nach einer Hereingabe von Innenverteidiger (!) Asier Pacos über die Linie drückte. Der Mittelstürmer grinste später: "Ich hab’ gesehen, dass Asier kommt, und dachte: Wenn der nach vorne rennt, muss ich wohl was draus machen." Lanzarote wirkte kurz geschockt, doch Trainer Meister Leverkusen (ja, der heißt wirklich so) hatte seine Männer auf Konter eingestellt - und einer davon saß: In der 22. Minute traf Henry Winston nach Pass von Jaime Farinos zum 1:1. Danach legte Winston allerdings eine Karriere im Chaos hin, die man sonst nur aus Actionfilmen kennt.

Bis zur Pause blieb es beim Unentschieden, auch weil San Sebastians Torjäger Kisel zweimal knapp scheiterte und Lanzarotes Keeper Vincent Maurice mit Katzenreflexen glänzte. "Der Typ hat Hände wie Spiderman", murmelte ein Fan in der Halbzeitpause, während die Churros-Verkäufer Rekordumsätze meldeten.

Die zweite Hälfte begann, als hätte Trainer Daniel Derksen seiner Mannschaft in der Kabine Energydrinks statt Wasser serviert. In der 59. Minute belohnte sich San Sebastian: Christian Dubois vollendete nach feiner Vorarbeit von Michele Ferrari zum 2:1. Nur eine Minute später wechselte Derksen - Urrutia raus, Quaresma rein - und bewies damit, dass er an diesem Abend ein goldenes Händchen hatte.

Dann kam die 53. Minute in umgekehrter Zeitreihenfolge der Emotionen: Henry Winston, eben noch Torschütze, sah Rot nach einem Tritt, der eher an Karate als an Fußball erinnerte. Lanzarote also in Unterzahl, und Trainer Leverkusen tobte an der Seitenlinie. "Ich wollte eigentlich nur, dass er aggressiv presst", knurrte der Coach später, "nicht, dass er jemanden presst wie eine Orange."

In Überzahl spielte San Sebastian die Partie dann mit offensiver Leichtigkeit weiter. Jozef Kisel nutzte in der 80. Minute eine Flanke von Eduardo Urrutia (der kurz zuvor ausgewechselt werden sollte - Zeitlupen-Legende!) zum 3:1. Der Torjubel? Eine Mischung aus Erleichterung und Erschöpfung. "Ich hab’ einfach nur gehofft, dass der Schiri endlich pfeift", keuchte Kisel später.

Doch Lanzarote gab sich nicht auf. In der 89. Minute traf Georg Heller nach Zuspiel von Rene Oklestek tatsächlich noch zum 3:2 - und plötzlich zitterten die Hausherren wieder. "Da hab ich kurz gedacht: Nicht schon wieder so ein San-Sebastian-Finale", gab Trainer Derksen schmunzelnd zu. Zum Glück blieb es beim Schrecken, weil Michele Ferrari in der Nachspielzeit noch einmal aus der Distanz abzog und wenigstens den Ball, wenn schon nicht das Herz der Fans, weit ins Aus beförderte.

Statistisch war’s ein enges Ding: 51 zu 49 Prozent Ballbesitz, 14:9 Torschüsse, und eine Zweikampfquote, die so knapp war wie das Ergebnis. "Das war kein Fußballspiel, das war eine Nervenprobe", resümierte Derksen. Sein Gegenüber Leverkusen hingegen zog den imaginären Hut: "Mit zehn Mann hier fast ein 3:3 zu holen - das nehme ich mit. Auch wenn ich meine Mütze lieber behalten hätte."

Als die Flutlichter langsam ausgingen, blieben die Fans noch lange auf den Rängen. Manche sangen, andere diskutierten über Winstons Platzverweis oder Kisel als "Matchwinner mit Muskelkater-Garantie". Und irgendwo auf der Tribüne sagte einer trocken: "Wenn San Sebastian so weiterspielt, braucht man bald Herztabletten im Fanshop."

Vielleicht ist genau das der Charme dieses Teams - ein bisschen Chaos, ein bisschen Magie und am Ende irgendwie doch drei Punkte.

Schlusswort? Nun, der Valentinstag war rot - aber nicht nur wegen der Rosen, sondern auch wegen Henry Winstons Karte.

19.08.643990 00:01
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Druck entlädt sich beim Torschuss - ein Wahnsinns-Feeling. So ähnlich wie beim Sex.
Jürgen Klinsmann
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager