Elfmeter
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FC Verl zerlegt Friedrichstal - ein Abend zwischen Ratlosigkeit und jugendlichem Übermut

Es war ein kalter Februarabend in Friedrichstal, aber auf dem Rasen glühte es - zumindest auf einer Seite. Vor 2114 Zuschauern zeigte der FC Verl, dass jugendlicher Elan manchmal mehr wert ist als Ballbesitz und Erfahrung. Drei Tore, viel Tempo und ein Heimteam, das trotz 54 Prozent Ballbesitz nie den Eindruck machte, wirklich gefährlich zu werden. Am Ende stand ein klares 0:3 (0:2) - und eine Menge ratloser Gesichter im Stadion.

Schon nach acht Minuten war klar, dass dieser Abend für Friedrichstal kein Spaziergang werden würde. Tomas Funk, gerade mal 19 Jahre jung, zog nach Pass von Carles Salinas energisch von rechts in den Strafraum, ließ Verteidiger Patrick Peter stehen wie eine Eckfahne und schob überlegt ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Funk später, "der Ball war schneller im Netz, als ich gucken konnte."

Trainer Mr. Nobody vom FC Verl - ein Name wie aus einem Satiremagazin, aber an diesem Abend der Mann mit dem Plan - blieb an der Seitenlinie stoisch und klatschte gemächlich Beifall. Sein Team spielte mit kühler Effizienz, während Friedrichstal in Schönheit erstickte. Optisch gefällig, technisch sauber, aber ohne jede Durchschlagskraft. Die Statistik spricht Bände: 2:21 Torschüsse, und davon war keiner wirklich gefährlich.

In der 26. Minute erhöhte Milan Nad, ebenfalls 19, nach einem schnellen Gegenstoß auf 0:2. Friedrichstals Abwehr? Eher ein Konzeptvorschlag als eine Verteidigung. Keeper Mathias Thiel flog vergeblich, die Fans auf der Gegengeraden seufzten kollektiv. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit selbst aus dem Spiel genommen", murmelte Thiel später in die Mikrofone.

Nach der Pause kam Hoffnung auf - zumindest auf den Rängen. Friedrichstal hatte mehr Ballbesitz, mehr Wille, mehr Gesten. Stefan Martens prüfte den jungen Verl-Keeper Vahap Camdali einmal ernsthaft, doch der blieb eiskalt. Stattdessen traf erneut Milan Nad (63.), diesmal nach Vorlage des Innenverteidigers Jorge Corona. Eine Kombination, die so glatt lief, dass man fast Mitleid mit den Hausherren bekam.

"Wir hätten noch zwei, drei machen können", sagte Nad nach dem Schlusspfiff, während er sich ein Lächeln kaum verkneifen konnte. Und tatsächlich: Verl spielte frei auf, als wäre es ein Trainingskick. Selbst als Trainer Nobody in der 77. Minute gleich dreimal wechselte - unter anderem kam der 18-jährige Max Gebhardt für den Doppeltorschützen Nad - blieb der Rhythmus bestehen.

Friedrichstal dagegen verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Nerven. Rechtsverteidiger Michael Serra holte sich erst Gelb (31.) und dann, nach einer unmotivierten Grätsche in der 80. Minute, Gelb-Rot. "Das war pure Frustration", meinte ein Zuschauer hinter mir trocken. Trainer (dessen Name die Akten offenbar verschluckt haben) stand regungslos in der Coaching-Zone, als wolle er sich unsichtbar machen.

Die letzten Minuten plätscherten dahin, Verl verwaltete souverän, und kurz vor Schluss verletzte sich noch Noah Scherer leicht - der einzige Dämpfer des Abends für die Gäste. "Nichts Schlimmes", beruhigte Coach Nobody später, "eher ein Krampf als ein Drama."

Die Friedrichstaler Spieler schlichen nach dem Abpfiff vom Platz, während die mitgereisten Verl-Fans sangen, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen. Und wer will es ihnen verdenken? Ein überlegener Auswärtssieg, drei blitzsaubere Tore und eine Mannschaft, die jung, frech und effizient auftrat.

"Wir hatten 54 Prozent Ballbesitz", versuchte ein Friedrichstaler Optimist noch das Positive zu betonen. Ein Kollege konterte trocken: "Ja, aber Verl hatte 100 Prozent Zielwasser."

Ein Spiel, das zeigt: Zahlen sind schön, Tore sind schöner. Und wenn Mr. Nobody weiterhin solch einen Fußball spielen lässt, dann wird man seinen Namen bald kennen - und zwar nicht wegen seiner Anonymität, sondern wegen seiner Mannschaft.

Am Ende blieb den Friedrichstalern nur der Trost, dass es in der Verbandsliga noch viele Spieltage gibt. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass Ballbesitz ohne Biss so nützlich ist wie ein Regenschirm im Sturm.

Schlusswort? Verl war an diesem Abend alles - jung, wild, präzise. Friedrichstal war nur dabei. Und manchmal ist das der größte Unterschied im Fußball.

10.06.643990 11:51
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