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Der FC Wusterwitz hat den Auftakt der Regionalliga-B-Saison 2026/27 mit einem kraftvollen 2:0-Sieg gegen den BV Cloppenburg gefeiert. 4711 Zuschauer im kleinen, aber lautstarken Wusterwitzer Stadion sahen eine Mannschaft, die von der ersten Minute an so tat, als hätte sie den Liga-Pokal schon im Wohnzimmer stehen. Acht Minuten waren gespielt, da schien der Ball kurzzeitig mit einem Magneten am Fuß von Luca Philipp zu kleben. Der 20-jährige Wirbelwind auf dem linken Flügel zog nach feinem Zuspiel von Mittelfeldmotor Walther Buchholz in den Strafraum - und schlenzte den Ball so lässig ins rechte Eck, dass Cloppenburgs Keeper Tom Wegener nur noch den Kopf schütteln konnte. "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann dachte ich: Ach, warum nicht?", grinste Philipp nach dem Spiel, während er noch den Rasenklumpen aus seinem Stollen puhlte, auf dem das Tor angeblich "begonnen" hatte. Cloppenburg wirkte überrascht, fast beleidigt. Zwar hatten die Gäste mehr Ballbesitz - stolze 54 Prozent -, doch Ballbesitz allein schießt bekanntlich keine Tore. Trainer Tom Fritz vom FC Wusterwitz brachte es nachher auf den Punkt: "Wir wollten den Ball gar nicht so oft. Wir wollten ihn nur dann, wenn er nützlich ist." Und nützlich war er vor allem, wenn er über Konrad oder Roth nach vorne getragen wurde. In der 48. Minute dann die Vorentscheidung: Hanns Konrad, der zuvor schon mehrfach mit seinen zielsicheren Flanken aufgefallen war, schickte den pfeilschnellen Finn Roth auf der rechten Seite steil. Roth sprintete, als würde er von einer unsichtbaren Schnur gezogen, und drosch das Leder kompromisslos unter die Latte - 2:0. Der Jubel war entsprechend laut, die Ersatzbank tobte, und Trainer Fritz gönnte sich sogar ein fast schon unanständiges Siegerlächeln. BV Cloppenburg hingegen suchte weiter nach Struktur, fand aber meist nur Gegenspieler. Sechs Torschüsse in 90 Minuten sprechen eine deutliche Sprache. Der erfahrene Mittelfeldmann Adam Glowacki versuchte es in der 20. Minute immerhin mit einem Distanzschuss, der Wusterwitz-Keeper Phillip Zimmermann zu einer Flugeinlage zwang. Doch mehr als ein "Oh!" von der Gästetribüne sprang dabei nicht heraus. "Wir haben eigentlich gar nicht so schlecht gespielt", verteidigte Cloppenburgs Kapitän Tim Brunner nach Abpfiff, ehe er sich selbst mit einem Augenzwinkern korrigierte: "Also, zumindest bis zum Anstoß." Eine gelbe Karte in der 74. Minute war dann sein sichtbarster Beitrag zum Spiel - symptomatisch für einen Abend, an dem Cloppenburg mehr Schatten als Licht zeigte. Wusterwitz dagegen kombinierte sich mit 20 Torschüssen regelrecht in Spiellaune. Hanns Konrad, der gegen Ende der Partie nach einer Gelben Karte ausgewechselt wurde, erklärte später, was die Zuschauer schon ahnten: "Wir hatten einfach Bock. Und wenn du Bock hast, triffst du auch mal das Tor." In den letzten Minuten ließ Trainer Fritz noch ein paar frische Beine ran: Carl Schindler kam für den gelbbelasteten Finn Kern, und Youngster Rafael Witte durfte für Doppeltorschütze Roth ran. Der 20-Jährige hätte beinahe noch das 3:0 erzielt, doch sein Schuss in der 94. Minute landete in den Fängen von Cloppenburgs Torhüter Wegener - der Beste seines Teams an diesem Abend, was allerdings nicht allzu viel über die übrige Mannschaft aussagt. Kurz vor Schluss kassierte Cloppenburgs Diego Chalana noch Gelb, offenbar aus Frust über die Aussichtslosigkeit der Lage. "Ich hab den Ball gespielt!", rief er dem Schiedsrichter zu - allerdings ungefähr zwei Sekunden zu spät. Am Ende blieb es beim hochverdienten 2:0 für den FC Wusterwitz. Die Zuschauer verabschiedeten ihr Team mit stehenden Ovationen, während Trainer Fritz in der Pressekonferenz trocken bemerkte: "Wenn wir so weitermachen, muss ich mir bald Sorgen um meine Stimme machen." Sein Gegenüber, Cloppenburg-Coach - sichtlich gezeichnet von 90 Minuten Defensivarbeit - fasste die Lage nüchtern zusammen: "Wir hatten den Plan, den Ball zu kontrollieren. Leider hat der Gegner beschlossen, das Spiel zu gewinnen." Fazit: Der FC Wusterwitz hat zum Saisonauftakt ein klares Zeichen gesetzt - nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch im Selbstverständnis. Offensiv, mutig, mit sichtbarer Spielfreude. Und wenn Luca Philipp weiter so trifft, darf man sich in Wusterwitz schon langsam an höhere Tabellenregionen gewöhnen. Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions raunend sagte: "Wenn die so weitermachen, müssen wir bald Sitzplätze nachrüsten." 22.03.643997 06:00 |
Sprücheklopfer
Die haben Fußball-Fachmänner, die haben so viel Ahnung vom Fußball wie ich vom Breakdance.
Thomas Häßler über Borussia Dortmund