Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

FC Wusterwitz startet mit jugendlichem Elan und knappem Sieg in die Saison

Wusterwitz - 5296 Zuschauer, Flutlicht, Regionalliga-Atmosphäre - und ein 19-Jähriger, der den Unterschied machte: Luca Philipp hieß der Mann des Abends, als der FC Wusterwitz am Montagabend die Spvgg Hadamar mit 1:0 bezwang. Ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet knapp klingt, aber in Wahrheit eine ziemlich einseitige Angelegenheit war.

"Wir hätten das Ding früher zumachen müssen", knurrte Trainer Tom Fritz nach Abpfiff, während er den Reißverschluss seiner Trainingsjacke bis zum Kinn zog. 16 Torschüsse seiner Mannschaft standen gerade einmal drei der Gäste gegenüber - eine Statistik, die mehr aussagt als jedes taktische Schaubild.

Wusterwitz begann, wie man es von einer Mannschaft mit offensiver Grundausrichtung erwarten darf: mutig, ballsicher und mit Lust auf Risiko. Bereits in der fünften Minute prüfte Finn Roth den Hadamarer Keeper Jakob Sauer mit einem satten Rechtsschuss. Der Ball klatschte an die Brust des Torwarts, der wohl selbst kurz überrascht war, dass er da stand, wo er stand.

Neun Minuten später dann der Moment, der das Spiel entschied: Werner Runge, der unaufgeregte Taktgeber im Mittelfeld, spielte einen dieser Steckpässe, die aussehen, als habe er sie mit dem Zirkel gezogen. Luca Philipp startete auf links, nahm den Ball mit der ersten Berührung mit und schlenzte ihn mit der zweiten ins lange Eck - 1:0 (14.). "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", grinste der 19-Jährige später. "Ich dachte nur: Hauptsache fest!"

Hadamar? Nun ja, sie waren da. Meistens in der eigenen Hälfte, gelegentlich mit einem Befreiungsschlag, der sich als Passversuch tarnte. In der 23. und 24. Minute durfte Tom Schöne zweimal aus spitzem Winkel abziehen, doch Wusterwitz-Keeper Phillip Zimmermann war aufmerksam - und vermutlich froh, dass er überhaupt mal etwas zu tun bekam.

Kurz darauf wurde es kurz hitzig: Nach einem rustikalen Einsteigen sah Wusterwitz’ Rechtsverteidiger Finn Kern Gelb (25.). "Das war Ball gespielt, und wenn nicht, dann wenigstens fair gefoult", kommentierte er später mit einem Augenzwinkern.

Bis zur Pause drückte der FCW weiter, verpasste aber das zweite Tor. Curt Fröhlich scheiterte gleich dreimal (18., 30., 36.) an Sauer, der an diesem Abend der beste Hadamarer war. "Wenn wir den nicht hätten, wäre es zweistellig geworden", murmelte Hadamars Kapitän Jake Locklear, der sich selbst in der 76. Minute noch Gelb abholte - vermutlich aus Langeweile.

Nach dem Seitenwechsel brachte Tom Fritz frische Beine: Der 18-jährige Dieter Mann kam für Fröhlich und wirbelte sofort. Wusterwitz blieb offensiv, ohne jedoch zwingender zu werden. Die Gäste hielten nun etwas besser dagegen, ohne das Spiel wirklich zu drehen. Edward Douglas versuchte es in der 77. Minute mit einem Schuss, der wohl mehr auf die Parkplätze als aufs Tor gezielt war.

Die Schlussphase gehörte wieder den Gastgebern: Nico Behrendt prüfte den Torwart gleich dreimal (57., 91., 93.), Luca Philipp zeigte noch einmal seine Klasse (69.), und selbst Innenverteidiger Marco Müller durfte sich in der 83. Minute an einem Fernschuss versuchen - "weil hinten ja nichts los war", wie er später lachend zugab.

Am Ende blieb es beim 1:0. Ein Arbeitssieg, der keiner sein musste. 52 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, jede Menge Offensivdrang - Wusterwitz war in allen Belangen besser. Nur auf der Anzeigetafel sah es knapper aus.

"Das war ein gutes erstes Spiel, aber wir müssen cooler werden", bilanzierte Trainer Fritz. Sein Gegenüber, dessen Name in der Statistik verloren ging, wollte sich gar nicht lange ärgern: "Wir wussten, dass Wusterwitz stark ist. Wir haben ihnen Respekt gezollt - vielleicht ein bisschen zu viel."

Im Stadion summten die Fans beim Abpfiff, als wäre es schon wieder Frühling in Wusterwitz. Und irgendwie war es das auch: ein Neubeginn, ein junger Held und drei Punkte zum Saisonstart. Wenn das kein Grund ist, den Montagabend ausnahmsweise zu mögen.

Oder, wie es Luca Philipp mit einem verschmitzten Grinsen formulierte: "Das war mein erstes Tor in der Regionalliga - aber sicher nicht mein letztes."

Und während die Flutlichter langsam ausgingen, hatte man das Gefühl: In Wusterwitz geht gerade etwas an. Nur das zweite Tor, das muss wohl noch nachgereicht werden.

11.11.643993 15:24
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn du liegenbleibst, dann muss schon das Bein gebrochen sein.
Christian Ziege über den Umgang mit Härte im englischen Fußball
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager