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FC?Lubin schlägt BKS?Gdansk 3:2 - Ein Abend voller Drama, Haare und Herzblut

Ekstraklasa | 6. Spieltag | 10.07.26 | FC Lubin - BKS Gdansk 3:2

Wenn ein Freitagabendspiel in Lubin eines kann, dann ist es Chaos mit Stil. Vor 20.000 lautstarken Zuschauern gewann der FC Lubin am 6. Spieltag der Ekstraklasa ein atemloses, bisweilen wildes 3:2 gegen BKS Gdansk. Es war ein Spiel, das alles bot: frühe Tore, eine rote Karte, einen tapferen Verletzten und einen Trainer, der nach Schlusspfiff behauptete, "so etwas habe ich in 20 Jahren noch nie gesehen" - und das sagte er nicht zum ersten Mal.

Die Partie begann, wie sie enden sollte: furios. Kaum hatten sich die Fans ihre ersten Sonnenblumenkerne geöffnet, da zappelte der Ball schon im Netz. In der 13. Minute traf Henri Cloutier, der rechte Flügelstürmer der Hausherren, nach einem feinen Pass von Janek Deyna - ein Abschluss so präzise, dass man fast Mitleid mit Gdansks Torhüter Jerzy Bak haben musste. Lubins Coach grinste später: "Henri trifft im Training nie aus dieser Position. Also habe ich ihm gesagt, er soll’s einfach im Spiel probieren." Offenbar ein goldener Ratschlag.

Sechs Minuten später das nächste Kapitel: Ashton Almond, 33 Jahre, bullig, bärtig und meistens zu spät beim Mannschaftsbus, schoss das 2:0. Nach einer Ecke von Bartosz Trytko stieg er höher als alle anderen - und köpfte den Ball mit der Überzeugung eines Mannes, der wusste, dass das Buffet nach dem Spiel nur noch bis 22 Uhr offen hat.

Doch wer dachte, dass Gdansk sich ergeben würde, hatte die Rechnung ohne ihre jugendliche Unbekümmertheit gemacht. Severin Kosowski (25) brachte die Gäste in der 30. Minute zurück ins Spiel, nach schöner Vorarbeit des 19-jährigen Thomas Jansen. Gdansk schnupperte plötzlich Morgenluft, und als Innenverteidiger Matthew Fouquet kurz vor der Pause einen Abpraller zum 2:2 verwertete, war das Stadion kurz still - außer dem Gästeblock, der kollektiv die Bierbecher gen Himmel schwenkte.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag anderer Art: In der 49. Minute sah Gdansks Rechtsverteidiger Samuel Ross glatt Rot. Was genau er getan hat, bleibt sein Geheimnis - der Schiedsrichter zeigte jedenfalls ohne Zögern auf die Kabine. "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte Ross später, "aber der Ball hat sich entschieden, woanders zu sein."

Lubin nutzte die Überzahl clever. Marian Bak, der linke Mittelfeldmann mit der eleganten Frisur eines 80er-Jahre-Schlagersängers, traf in der 63. Minute zum 3:2. Es war ein Schuss, der so trocken kam, dass selbst der Rasen kurz hustete.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das eher an einen Boxkampf erinnerte. Gdansk, nun mit zehn Mann, fightete wütend, schoss häufiger aufs Tor (14:9 Torschüsse standen am Ende zu Buche) und gewann sogar mehr Zweikämpfe. Doch Lubin verteidigte mit Herz und - in Gestalt von Dennis Brzeczek - auch mit Gelb. Der 33-Jährige sah in der 36. Minute die Verwarnung, nachdem er "etwas zu leidenschaftlich" in einen Zweikampf ging, wie er hinterher schmunzelnd zugab.

Ein unschönes Kapitel schrieb die 67. Minute: Henri Cloutier musste verletzt raus, nachdem er in einem Sprintduell umgeknickt war. Während er vom Feld humpelte, rief er seinem Ersatzmann Jakub Szarmach zu: "Mach’s besser als ich!" - worauf dieser trocken antwortete: "Unmöglich."

BKS Gdansk drückte in der Schlussphase, als hinge ihr Saisonbudget davon ab. Sebastian Mencel schoss in der 86. Minute nur haarscharf vorbei, und auch der junge Thomas Jansen probierte es gleich zweimal aus der Distanz. Doch Lubins Keeper Bartosz Janas blieb standhaft wie ein Tresor.

Nach Abpfiff atmete das Stadion kollektiv durch. Die Fans feierten ihre Mannschaft, als hätte sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Trainer Mike Matt von Gdansk zeigte sich trotz Niederlage gefasst: "Wir haben mehr aufs Tor geschossen, mehr gekämpft - aber am Ende zählt halt, wer öfter jubelt." Und Lubins Kapitän Deyna grinste: "Heute haben wir Fußball gearbeitet, nicht gespielt."

Statistisch war’s fast ein Patt: 51 Prozent Ballbesitz für Lubin, 49 für Gdansk. Doch die Effektivität lag klar bei den Gastgebern. Drei Tore aus neun Torschüssen - so viel Zielwasser gibt’s selten in der Ekstraklasa.

Und so bleibt ein Abend, an dem alles passte: Tore, Dramatik, Emotionen - und ein Schiedsrichter, der sein rotes Kartonwerkzeug endlich mal benutzen durfte.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn jedes Spiel so wäre, bräuchte ich keinen Fernseher mehr." Man möchte ihm nicht widersprechen.

10.07.2026 22:09
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Es gibt jetzt gerade überall auf anderen Pressekonferenzen Trainer, die denselben Käse erzählen wie ich.
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