Nemzeti Sport
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Fehérvár verzweifelt an sich selbst - 0:0 gegen Kozármisleny

Es war einer dieser Abende in Székesfehérvár, an denen man sich fragt, ob Tore eigentlich überbewertet sind. 44.522 Zuschauer hatten sich im Stadion versammelt, viele in der Hoffnung auf ein Schützenfest des SC Fehérvár. Am Ende gingen sie mit einem müden 0:0 nach Hause - und der bittere Nachgeschmack war vor allem hausgemacht.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, wohin die Reise gehen sollte: Zoltán Toldi prüfte Kozármisleny-Keeper David Marcel in der 7. Minute, dann gleich noch einmal in der 16. Minute. Dazwischen versuchte Zoltán Szabó, seinen Namensvetter in der Torjägerliste zu überholen - ebenfalls vergeblich. Der Ballbesitz sprach mit gut 53 Prozent für die Gastgeber, aber Tore, nun ja, die zählen bekanntlich anders.

Trainerin Mina Aryabhata, sonst eher als analytische Strategin bekannt, war nach dem Schlusspfiff bemüht, die Fassung zu wahren. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Kontrolle ist kein Tor", seufzte sie und blickte in den Abendhimmel, als könnte sie dort die Antwort finden. "Vielleicht war der Ball einfach zu rund heute."

Fehérvár spielte offensiv, aggressiv eigentlich nie, aber permanent in Richtung Tor - 17 Schüsse, fast alle sauber herausgespielt, aber ebenso sauber vom Keeper oder den eigenen Nerven neutralisiert. Der 20-jährige Toldi war dabei der tragische Held: jugendlicher Drang, Technik, Schusskraft - alles da. Nur die Präzision schien an diesem Abend Urlaub zu haben. "Ich habe getroffen - nur eben den Torwart", grinste er nach dem Spiel mit einem Anflug von Selbstironie, während ihm ein Betreuer tröstend auf die Schulter klopfte.

Kozármisleny dagegen präsentierte sich als Musterbeispiel defensiver Effizienz. Drei Schüsse aufs Tor, kein einziger ernsthaft gefährlich, aber jeder so gesetzt, dass Fehérvár zumindest kurz das Herz stehen blieb. In der 32. Minute tauchte Jack Kinsella plötzlich frei vor Tamas Bene auf, doch der Routinier im Fehérvár-Tor blieb cool wie ein Kühlschrank in Sibirien. "Ich hab’ kurz überlegt, ob ich ihn einfach reinlasse, damit was passiert", witzelte Bene später. "Aber dann dachte ich: Nee, das wäre unfair - meinem eigenen Team gegenüber."

Die Gäste verteidigten tapfer, manchmal auch mit dem berühmten "langen Bein". Slaven Boban kassierte in der 56. Minute Gelb, nachdem er Szabó an der Strafraumkante stoppte - mit einer Grätsche, die in der Wrestling-Liga wohl als Aufgabegriff durchgegangen wäre. Später erwischte es auf der Gegenseite Szabolcs Sztani, der in der 74. Minute einen Konter per Trikotziehen beendete. Die Gelbe Karte nahm er mit stoischer Ruhe entgegen und wirkte fast erleichtert: "Endlich mal was, das ich getroffen habe."

Trainer Mike Reimann von Kozármisleny war nach dem Spiel sichtlich zufrieden. "Wir wollten Fehérvár das Leben schwer machen - und das ist uns gelungen. Eigentlich wollten wir auch selbst ein Tor schießen, aber man soll ja nicht gierig werden", sagte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Verwunderung pendelte.

Die zweite Halbzeit brachte mehr vom Gleichen: Schüsse, Chancen, Kopfschütteln. Toldi feuerte im Fünf-Minuten-Takt, Szabó scheiterte erneut aus kurzer Distanz, und selbst der eingewechselte 19-jährige Alfred Szabics konnte in der 89. und 91. Minute die Durststrecke nicht beenden. Kozármisleny wechselte in der 89. Minute noch einmal defensiv - Amaury Varela kam für den jungen Fischer, um die rechte Seite zuzubetonieren. Mission erfüllt.

Im Fehérvár-Block dagegen machte sich Galgenhumor breit. Ein Fan rief: "Lasst doch den Torwart schießen, der trifft wenigstens den Ball!" - und tatsächlich, kurz darauf kam Keeper Bene in der 90. Minute vom Platz, ersetzt von Nachwuchskeeper Krisztián Desire. Ein symbolischer Wechsel, vielleicht auch ein stilles Eingeständnis, dass heute nichts mehr gehen würde.

Nach dem Schlusspfiff stand auf der Anzeigetafel das, was alle längst wussten: 0:0. Die Statistiker notierten 17:3 Schüsse, 53 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Fehérvár - und trotzdem keinen Treffer. Ein Spiel, das man gewinnen muss, aber nicht kann.

"Fußball ist manchmal wie Mathematik", murmelte Trainerin Aryabhata beim Verlassen des Rasens. "Viele Variablen, aber das Ergebnis bleibt Null."

Und so blieb der Abend einer dieser frustrierend schönen Fußballtage: viel Einsatz, viel Wille, viel Statistik - und am Ende ein Spiel, das man nur mit Ironie ertragen kann. Kozármisleny jubelte über einen Punkt, Fehérvár über die Erkenntnis, dass es auch ohne Tore 90 aufregende Minuten geben kann.

Vielleicht, so könnte man sagen, war dieses 0:0 die lauteste Null der Saison.

20.07.643996 17:28
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