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Challenger League Quali | 2. Runde - Hinspiel | 08.07.26 | Felinos UANL - CD Cerrense 2:0 Die erste Halbzeit war eine Mischung aus Geduldsspiel und Geduldsprobe. Beide Teams begannen "balanciert", wie die Taktik-Tafeln verrieten - was in der Praxis bedeutete: Der Ball wanderte von links nach rechts, wieder zurück, und die Zuschauer wanderten mit dem Blick hinterher. Die Felinos hatten zwar leicht mehr Ballbesitz (52,7 Prozent), doch Cerrense begann frecher. Schon in der ersten Minute prüfte der junge Manuel Tonel den Keeper Albin Eskildsen, der allerdings so sicher griff, als hätte er Sekundenkleber an den Handschuhen. Salvador Meira, Cerrenses quirliger Rechtsaußen, sorgte in der Anfangsphase für Unruhe. Zwei Mal zog er ab (4. und 16. Minute), beide Male rauschte der Ball haarscharf vorbei - sehr zum Missfallen seines Trainers Leahcim Gnipeur. Der stand an der Seitenlinie, raufte sich das Haar und rief: "Wenn du schon schießt, dann wenigstens zwischen die Pfosten, Salvador!" Der Angesprochene grinste nur und zeigte den Daumen hoch - vermutlich ironisch. Bei Felinos dauerte es bis zur 20. Minute, ehe Ricardo Perales, der erfahrene Rechtsaußen mit der Frisur eines 90er-Rockstars, erstmals gefährlich wurde. Sein Schuss zischte knapp über die Latte. Doch mehr als Annäherungsversuche brachte die erste Hälfte nicht. 0:0 zur Pause, und im Stadion summte es unzufrieden. "Wir hätten Kaffee ausschenken sollen statt Bier", witzelte ein Ordner in der Katakombe. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild langsam. Die Felinos wirkten entschlossener, ohne ihr "balanciertes" Gesicht zu verlieren. Sie pressten nicht wild - sie schnurrten sich heran. In der 55. Minute setzte Perales erneut ein Ausrufezeichen, Cerrenses Torwart Jose Yago wehrte spektakulär ab. Doch dann kam die 67. Minute - und mit ihr die Erlösung. Nelio Albentosa, der rechte Mittelfeldspieler mit der Ruhe eines Uhrmachers, fasste sich ein Herz. Nach einem abgeblockten Schuss von Galindo eroberten die Felinos den Ball im Mittelfeld, zwei schnelle Pässe - und Albentosa zog aus 20 Metern trocken ab. Der Ball schlug unten links ein, Yago streckte sich vergeblich. 1:0 UANL - und das Stadion explodierte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Albentosa später. "Im Training geht der nie rein - aber wer zählt da schon mit?" Cerrense reagierte, wie es Teams tun, die plötzlich wissen, dass sie verlieren könnten: Sie rannten an. Pacos und Meira probierten es weiter, Duarte Galindo schoss in der 66. Minute, aber Eskildsen blieb unbezwingbar. Dann wurde es kurz ruppig - Pol Longas sah in der 81. Minute Gelb, Silvestre Verdasco folgte in der 88. "Zweimal Gelb in neun Minuten, das ist fast Teamwork", kommentierte ein scherzender Fan auf der Tribüne. Und als alle schon dachten, das Spiel plätschere dem Ende entgegen, schlug Albentosa erneut zu. In der 90. Minute flankte Nelio Muno - ebenfalls ein Nelio, offenbar ein erfolgreiches Namensmuster - präzise von links, und Albentosa köpfte zum 2:0 ein. Doppelpack! "Wir Nelios verstehen uns blind", lachte der Vorlagengeber nach Abpfiff. Trainer Gnipeur von Cerrense nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir hatten unsere Chancen. Aber Felinos hatte Albentosa - und wir nur Albinana, der immerhin verteidigt hat, als ginge es um die Ehre der Familie." Sein Gegenüber, der UANL-Coach (dessen Name man an diesem Abend öfter hörte als die Stadionhymne), lobte die Geduld seines Teams: "Wir wussten, dass die Lücken kommen. Man muss sie nur lange genug herbeistarren." Statistisch blieb es ein knappes Spiel: 14 Torschüsse für die Felinos, 9 für Cerrense, Ballbesitz fast ausgeglichen. Doch am Ende zählte die Effizienz - und die hieß Albentosa. Mit seinem Doppelpack schuf er beste Voraussetzungen für das Rückspiel. "Das Hinspiel ist nur die halbe Miete", mahnte er beim Verlassen des Platzes, "aber eine schöne halbe Miete." Und während die Nacht über Monterrey fiel, schnurrte das Stadion noch immer zufrieden - schließlich hatten die Felinos wieder einmal gezeigt, dass Katzen bekanntlich sieben Leben haben, und mindestens zwei davon in der zweiten Halbzeit. 08.07.2026 22:06 |
Sprücheklopfer
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