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Europaliga | Play-offs - Rückspiel | 31.08.26 | Fenehrbace - 1. FC Eschborn 4:3 Die Partie begann mit dem Tempo eines schlecht gelaunten Schnellzugs. Fenehrbace, von Hansi Flick offensiv eingestellt und zunächst mit langen Bällen auf die Angriffsreihe bedacht, suchte sofort den Weg nach vorn. Nach vier Minuten prüfte Sercan Yozgatli den Eschborner Torwart, kurz darauf versuchten sich Doruk Tekin und Gökhan Karaman. Karaman machte es schließlich besser: In der zehnten Minute traf der linke Angreifer nach Vorarbeit von Zihni Tanman zum 1:0. "Wir wollten früh zeigen, dass wir nicht gekommen sind, um höflich Guten Abend zu sagen", sagte Flick später sinngemäß. Auf der Tribüne wurde diese taktische Ansage offenbar verstanden. Eschborn blieb jedoch unbeeindruckt. Die Mannschaft von Yas Sin kombinierte sich bevorzugt durch die Mitte und erhöhte den Druck. In der 23. Minute glich Jaime de Villota nach Zuspiel von Ethan Marley aus. Fenehrbace antwortete noch vor der Pause: Karaman war erneut zur Stelle und verwertete in der 42. Minute die Vorarbeit von Onur Kas. 2:1 zur Halbzeit - ein Ergebnis, das zunächst nach Kontrolle aussah, aber bei genauerem Hinsehen bereits an mehreren Stellen knisterte. "Wir hatten das Spiel im Griff", soll Karaman in der Kabine gesagt haben. "Also zumindest den Teil, in dem wir gerade geführt haben." Eine bemerkenswert präzise Einschätzung. Nach dem Seitenwechsel schlug Eschborn zurück. Adamantios Manos erzielte in der 46. Minute den Ausgleich, nur fünf Minuten später brachte er die Gäste sogar mit 3:2 in Führung. Fenehrbace hatte zwar etwas mehr Ballbesitz - 51,2 Prozent gegenüber 48,8 Prozent -, doch Eschborn feuerte insgesamt 19 Torschüsse ab. Die Gastgeber kamen auf 17. Es war kein Abend für Freunde gepflegter Langeweile. Flick reagierte und brachte in der 67. Minute Nuh Boral für Onur Kas, Miguel Aznar für Jörg Specht sowie Asbjorn Berre für Giulio Ferretti. Die Wechsel verliehen Fenehrbace neue Energie. In der 62. Minute hatte allerdings noch Cemalettin Bulut den Ausgleich erzielt, vorbereitet von Yozgatli. Damit stand es 3:3 - und die reguläre Spielzeit endete genau so nervenaufreibend, wie sie begonnen hatte. In der Verlängerung wurden die Beine schwerer, die Pässe länger und die Blicke auf die Uhr häufiger. Eschborn musste nach einer Verletzung von Olivier Barre in der 102. Minute zusätzlich improvisieren. Fenehrbace blieb aggressiv, ohne den berühmten roten Faden vollständig zu verlieren. In der 107. Minute traf Yozgatli nach Vorlage von Nahit Kazim zum 4:3. Danach warfen die Gäste alles nach vorne. Tomasz Buchholz und Harry Washington suchten noch einmal den Abschluss, doch Fenehrbace verteidigte den knappen Vorsprung. Als der Schlusspfiff ertönte, sackten einige Spieler zu Boden - aus Erschöpfung, Erleichterung oder schlicht, weil die Schwerkraft nach 120 Minuten besonders überzeugend argumentiert. "Wir haben gelitten, aber wir haben nie aufgehört", lautete Flicks sinngemäße Bilanz. Yas Sin konnte seinem Team trotz der Niederlage kaum einen Vorwurf machen: "Drei Tore auswärts - normalerweise reicht das. Heute offenbar nicht." Fenehrbace zieht damit nach einem wilden 4:3 in die nächste Runde ein. Eschborn reist mit Stolz, sieben Gegentoren und der Erkenntnis ab, dass Fußball manchmal einfach beschlossen hat, keine vernünftige Dramaturgie zu besitzen. 31.08.2026 19:53 |
Sprücheklopfer
Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht.
Mehmet Scholl