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Fenix fliegt spät - De la Sota entscheidet hitziges Duell gegen Cerrense

Wer an jenem warmen Sonntagabend im Estadio Capurro saß, der bekam kein Feuerwerk, sondern ein langsames, knisterndes Lagerfeuer zu sehen - zäh, glimmend, aber am Ende doch mit einem schönen Funkenflug. Capurro Fenix besiegte CD Cerrense mit 1:0, und das dank eines eleganten, beinahe beiläufigen Treffers von Sergi de la Sota in der 69. Minute. 41 220 Zuschauer atmeten auf, als der Ball hinter Cerrenses Keeper Joséba Mendes im Netz zappelte - ein Moment, der das zuvor torlose Geduldsspiel in einen kollektiven Freudenschrei verwandelte.

Bis dahin war es allerdings eher ein Ringen als ein Rasenballett. Beide Teams starteten mit nahezu identischer taktischer Nüchternheit - "ausgewogen" laut Statistik, "vorsichtig" laut jedem, der es ansah. Cerrense hatte ein paar mehr Ballkontakte (51 Prozent Ballbesitz) und schoss zwölfmal aufs Tor, Fenix immerhin fünfzehnmal. Doch wer zählte da noch? "Wir hatten das Gefühl, dass der Ball heute eine eigene Meinung hatte", grinste Gästetrainer Leahcim Gnipeur nach dem Spiel, "und die war meistens gegen uns."

Schon in der vierten Minute gab der 17-jährige Christiano Manu dem Spiel eine gelbe Note, als er nach einem übermotivierten Pressing den ersten Karton des Abends sah. Der Junge spielte danach, als wolle er beweisen, dass Gelb seine Lieblingsfarbe ist - lauffreudig, wild, aber nicht immer weise. "Ich hab einfach zu viel Energie", sagte er später mit einem entschuldigenden Lächeln. "Trainer Kessler meinte, ich solle sie in Tore umwandeln. Hat fast geklappt."

Fast, ja. Dafür brauchte Fenix den erfahrenen Sergi de la Sota, der in der ersten Halbzeit schon dreimal gefährlich auftauchte, aber entweder an Mendes oder an der eigenen Zielgenauigkeit scheiterte. Cerrense hatte seinerseits mehrere Gelegenheiten: Nael Marques prüfte Fenix-Keeper Gal Warschawski früh (7., 22., 30., 45.), und Javier Veloso zirkelte in der 40. Minute einen Schuss knapp neben den Pfosten. Es war ein Spiel, das nach 45 Minuten ein 0:0 verdiente - und genau das bekam es auch.

"In der Kabine hab ich gesagt: Wenn wir schon nicht schön spielen, dann wenigstens effektiv", erzählte Heimtrainer Andreas Kessler später mit einem spitzen Lächeln. "Und siehe da - wir haben auf Effizienz umgeschaltet."

In der zweiten Halbzeit kam Fenix deutlich frischer aus der Pause, während Cerrense trotz leichtem Ballbesitzplus zunehmend fahrig wirkte. Drei Gelbe Karten für die Gäste nach der Stunde (MacPhee 62., Petrizzi 80., Menendo 81.) ließen den Eindruck entstehen, dass die Nerven dünner wurden als das Rasendach im Strafraum. "Wir wollten einfach zeigen, dass wir da sind", rechtfertigte sich Petrizzi - allerdings sah das eher nach einem "Hallo, hier ist mein Stollen" aus.

Und dann die 69. Minute: Der junge Luis Mendilibar, gerade mal 18 Jahre alt, legte sich den Ball im Mittelfeld zurecht, blickte kurz nach vorn und spielte einen dieser Pässe, die in Zeitlupe schöner aussehen als jedes Tor selbst. De la Sota startete auf links, nahm den Ball mit der Innenseite an, ließ Menendo ins Leere grätschen und schob mit der Ruhe eines Mannes, der schon wusste, dass er der Matchwinner sein würde, ins rechte Eck ein. 1:0, und das Stadion explodierte - endlich.

"Ich hab gar nicht überlegt", sagte de la Sota später. "Das war einfach Instinkt. Und vielleicht ein bisschen Glück. Oder göttliche Fügung - meine Mutter betet immer für mich, vielleicht war das’s."

Cerrense warf danach alles nach vorn, sogar Innenverteidiger Sa Pint tauchte plötzlich im gegnerischen Strafraum auf. Doch Warschawski hielt, was zu halten war, und bei den restlichen Versuchen - Veloso in der 86. Minute, Marques kurz vor Schluss - fehlte schlicht der letzte Funken Präzision.

Als Schiedsrichter Gomez nach 94 Minuten abpfiff, fiel Kessler seinem jungen Spielmacher Mendilibar in die Arme. "Das war ein Sieg des Glaubens", schwärmte der Coach. "Wir haben dran geglaubt, dass ein Tor reicht - und siehe da, eins hat gereicht."

Für Cerrense blieb nur Frust. Gnipeur schüttelte auf der Pressekonferenz den Kopf: "Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - du lachst, bis du merkst, dass du die Pointe bist."

Capurro Fenix klettert mit diesem Sieg weiter in Richtung Tabellenmittelfeld der uruguayischen Primera División. Kein Spektakel, kein Glanz - aber drei Punkte. Und manchmal, das wusste schon Altmeister Kessler, ist der schönste Fußball einfach der, der gewonnen wird.

Oder, wie de la Sota beim Hinausgehen murmelte: "Wenn’s läuft, reicht auch ein Schuss." Und an diesem Abend lief’s - genau einmal.

04.11.643987 13:33
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