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Feuerwerk der Fehler und Treffer: Udinese und Lecce trennen sich 4:4

Udine, 18. März 2026 - Wer an diesem Abend ins Stadio Friuli kam, bekam für sein Eintrittsgeld mehr geboten als so mancher Kinobesucher: acht Tore, eine Verletzung, eine Gelbe Karte, und das Gefühl, dass hier zwei Mannschaften kollektiv vergessen hatten, was "defensiv" bedeutet. 38.638 Zuschauer sahen ein 4:4-Spektakel zwischen dem FC Udinese und UD Lecce, das Trainer Emiliano Dicetutto später "eine wilde Oper mit falschen Einsätzen, aber großem Herzen" nannte.

Schon nach fünf Minuten platzte der Knoten - Nicolae Buzanszky, Udines bulliger Mittelstürmer, verwandelte eine Vorlage von Innenverteidiger Bailey Munro zum 1:0. "Ich dachte, ich träume, als Bailey plötzlich im Strafraum auftauchte. Aber gut, er redet ja sonst auch nicht viel - da muss er Taten sprechen lassen", grinste Buzanszky später.

Zehn Minuten später das 2:0: Mattia Tomasi, der linke Flügelblitz, staubte nach einem erneuten Vorstoß von Munro ab. Udine feierte, als wäre das Spiel schon entschieden - ein Fehler, der sich rächen sollte. Denn Lecce, von Trainer The Wizard (ja, so nennt er sich wirklich) fast hypnotisch motiviert, schlug zurück. In der 16. Minute verkürzte Bruno Amantea nach feinem Pass von Franco Argentano auf 1:2.

Und als Udines Abwehr kurz danach kollektiv an den Pausentee dachte, rauschte Lecces Linksverteidiger Alessio Marcedusa in Minute 30 heran und hämmerte den Ball zum 2:2 in die Maschen. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu, während sein Trainer daneben trocken meinte: "Das sagen sie alle, wenn’s reingeht."

Doch Udinese antwortete prompt: nur eine Minute später stellte Buzanszky mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her - nach Vorarbeit von Rene Poulin. Zur Pause stand es 3:2, ein Ergebnis, das weder die Ordnung noch die Logik des Spiels widerspiegelte.

Die zweite Hälfte begann, als hätte jemand die Taste "Chaos" gedrückt. Lecce verlor in der 61. Minute Stürmer Giorgio Alberti verletzt - "nichts Schlimmes, nur das Ego", witzelte Teamarzt Marco Fabbri - und brachte den jungen Valentino Rosati. Eine Minute später wechselte Udinese ebenfalls: der 19-jährige Luca Bianchi kam für Leonardo Iezzi.

Die Partie kippte hin und her wie ein schlecht gezapftes Bier. In der 66. Minute erhöhte Tomasi nach einer Kombination mit Andras Kohut auf 4:2 - doch wer dachte, das war’s, kennt Lecce schlecht. Nur eine Minute später traf Valerio Carli zum 4:3, nach Vorarbeit des flinken Cesare Cosentino. Und in der 82. Minute, als Udinese schon auf Zeit spielte, schlug der zuvor eingewechselte Rosati zu: 4:4!

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte der 22-Jährige nach dem Spiel, während The Wizard neben ihm mit breitem Grinsen erklärte: "Ich hatte das vorhergesehen. Na ja, fast." Trainer Dicetutto hingegen wirkte weniger esoterisch: "Vier Tore zu Hause sollten eigentlich reichen. Aber offenbar nicht, wenn man hinten offen wie ein Scheunentor steht."

Statistisch gesehen war Lecce tatsächlich das aktivere Team: 56 Prozent Ballbesitz, 10 Torschüsse - Udinese kam auf 13, aber mit weniger Kontrolle. Beide spielten laut taktischem Protokoll durchgehend offensiv, was man spätestens nach dem vierten Gegentreffer auch ohne Datenanalyse gesehen hätte.

Der Schiedsrichter hatte wenig Mühe - abgesehen von einer Gelben Karte für Lecces Rechtsverteidiger Nicolo Di Francesco, der sich in der 29. Minute an einem rustikalen Zweikampf versuchte. "Ich wollte nur den Ball treffen, aber der Ball hat sich zu gut versteckt", kommentierte er später mit einem Lächeln.

Nach Abpfiff applaudierten die Fans beider Lager, vielleicht auch aus Erleichterung, dass dieses Spiel endlich vorbei war. Die Spieler lagen sich in den Armen, als hätten sie gemeinsam ein Marathontraining überstanden. "So ein 4:4 fühlt sich an wie ein 0:0 und ein 6:0 gleichzeitig", meinte Udines Captain Kohut kopfschüttelnd.

Ob man das nun als Defensivdesaster oder Offensivfestival bezeichnet - es war ein Abend, an dem der Fußball einfach zu viel Spaß hatte, sich an Regeln zu halten.

Und irgendwo in der Mixed Zone hörte man einen Journalisten murmeln: "Wenn das so weitergeht, braucht die Liga bald einen eigenen Torzähler - und Udinese einen Psychologen."

04.12.643993 15:57
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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