Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

Feuerwerk der Offensiven: Santo Andre und Campina Grande liefern 3:3-Spektakel

Es gibt Spiele, nach denen man sich fragt, ob die Abwehrreihen beider Mannschaften noch auf dem Rasen oder schon beim Imbissstand waren. Das Duell zwischen AD Santo Andre und Campina Grande am 3. Spieltag der 1. Liga Brasilien war genau so ein Fall. 3:3 stand am Ende auf der Anzeigetafel, 31.024 Zuschauer im Estádio Bruno Daniel rieben sich verwundert die Augen - und zählten wahrscheinlich mit, wie oft der Ball ins Netz oder zumindest in dessen Nähe flog.

Bereits nach fünf Minuten ging es los wie in einem Actionfilm, der ohne Vorspann anfängt: Leandro Ze Castro brachte die Gastgeber in Führung, nachdem Szilard Durica auf links elegant durchgebrochen war und den Ball flach in die Mitte legte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Ze Castro später. "Und gehofft, dass der Keeper gerade an was anderes denkt - vielleicht ans Abendessen."

Aber Campina Grande hatte keine Lust, Statist zu sein. Nur neun Minuten später traf Alexander Carsley - ein bulliger Mittelstürmer, der aussieht, als könnte er auch Kühlschränke transportieren - zum Ausgleich. Und weil ein Treffer offenbar nicht reicht, legte Rechtsverteidiger Nael Miguel in der 17. Minute nach. Nach einem Pass von Charles Aimee zog er aus 20 Metern ab, der Ball senkte sich tückisch hinter dem Torwart ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Miguel lachend zu, "aber manchmal hilft der Wind."

2:1 für Campina - und die Defensive von Santo Andre wirkte, als habe sie das Memo über die Existenz der Rückwärtsbewegung nicht erhalten. Doch die Hausherren antworteten: In der 35. Minute staubte Szilard Durica nach einer Vorlage von Frederic Greaves zum 2:2 ab. Die Freude währte allerdings ganze 60 Sekunden. Campina’s Rafael Fernandes nahm sich ein Herz und drosch die Kugel aus halblinker Position unter die Latte. 3:2 - und das alles noch in der ersten Halbzeit!

"Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, sie sollen sich nicht so anstellen", erklärte Santo-Andre-Coach Alexander Pachmann trocken. "Wenn wir schon offensiv spielen, dann bitte richtig. Und wenn’s schiefgeht, wenigstens schön schief."

Sein Gegenüber Tobias Wassermann wirkte weniger amüsiert. "Wir hätten das Ding zumachen müssen. Drei Tore auswärts und trotzdem nicht gewonnen - das ist wie ein perfektes Steak, das dann auf den Boden fällt."

Nach der Pause wurde es etwas geordneter, was nicht heißt, dass sich jemand zurücklehnte. Campina verlor in der 50. Minute Carsley verletzungsbedingt, der nach einem Zusammenprall humpelnd ausgewechselt wurde. Für ihn kam Rafael Futre, der sich sofort in die Partie warf - im wahrsten Sinne, denn sein erster Ballkontakt war ein Kopfballduell, das er mit einer Platzwunde gewann.

Santo Andre übernahm ab der 60. Minute die Kontrolle, drückte, kombinierte, und in der 65. Minute war es dann soweit: Caio Custodio traf nach feinem Zuspiel von Amit Tamuz zum 3:3. Stadionlautstärke: Jettriebwerk. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Custodio bescheiden. "Eigentlich wollte ich gar nicht da stehen, aber Coach Pachmann hat mich angeschrien."

Statistisch war das Spiel fast so ausgeglichen wie das Ergebnis: 14 Torschüsse für Santo Andre, 15 für Campina, Ballbesitz 50,6 zu 49,4 Prozent. Nur bei den Nerven hatte wohl keiner mehr die Kontrolle. Gelb sahen Nael Miguel (Campina, 24.) und Aaron Payne (Santo Andre, 80.), beide für Fouls, die man freundlich als "engagiert" bezeichnen könnte.

In den letzten Minuten schien alles möglich. Paulo Garcia prüfte in der 90. Minute Campinas Torhüter Filipe Dominguez, ehe auf der anderen Seite Noah Huxley in der Nachspielzeit fast das 4:3 erzielte - Santo Andres Keeper Caio Santos hielt mit einem Reflex, der wohl in die Kategorie "unmenschlich" fällt.

Als der Schlusspfiff ertönte, sanken beide Teams auf den Rasen. Kein Wunder, bei diesem Tempo hätte selbst ein Marathonläufer um Gnade gebeten. "Das war kein Fußballspiel", keuchte Durica später, "das war ein Rockkonzert mit Ball."

Coach Wassermann fasste es mit einem bitteren Lächeln zusammen: "Wenn man drei Tore schießt und nicht gewinnt, sollte man vielleicht Verteidiger trainieren lassen, nicht Stürmer." Pachmann konterte prompt: "Oder man stellt einfach noch mehr Stürmer auf - das macht mehr Spaß."

Fazit: Ein 3:3, das niemanden zufriedenstellt, aber alle begeistert. Und wer dabei war, hat wahrscheinlich noch immer Puls 180.

Ein Augenzwinkern zum Schluss: Vielleicht sollte man künftig Eintrittskarten mit Warnhinweis drucken - "Achtung, dieses Spiel kann Herzrasen verursachen".

04.12.643993 13:58
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