Dagbladet
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Fjortoft schießt Kolbotn zum Triumph - Lillestrøm verzweifelt am eigenen Ballbesitz

Eliteserien | 10. Spieltag | 14.07.26 | Kolbotn IF - Lillestrom IL 2:0

Es war ein Sommerabend, wie er in Kolbotn gerne gefeiert wird: 20:30 Uhr, Sonne über dem Fjord, 11.793 Zuschauer im Stadion - und ein Heimsieg, der so klar war wie verdient. Kolbotn IF besiegte Lillestrøm IL am 10. Spieltag der Eliteserien mit 2:0 (2:0). Zwei Tore von Ragnhild Fjørtoft entschieden das Spiel schon vor der Pause, und wer danach noch an eine Wende glaubte, musste ein hoffnungsloser Romantiker sein.

Dabei hatte Lillestrøm eigentlich alles, was man für ein ordentliches Fußballspiel braucht - außer Toren. 53 Prozent Ballbesitz, neun Schüsse auf das Tor, viel Laufarbeit. Doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber leider den Ball verweigert, ins Tor zu gehen", knurrte Lillestrøms Trainer nach Abpfiff. Sein Name blieb im Protokoll ungenannt, vielleicht wollte er inkognito bleiben.

Kolbotn dagegen spielte schnörkellos, offensiv - wie es die Taktik schon vor dem Anpfiff versprach. Und in der 27. Minute war es dann soweit: Ragnhild Hangeland, die zentrale Mittelfeldchefin, hatte den Ball, sah Fjørtoft starten und steckte durch. Fjørtoft nahm den Pass mit links, täuschte mit rechts, und ließ Torhüter Erik Andersen keine Chance. 1:0. Das Stadion tobte, und Kolbotns Trainer grinste: "Das war einstudiert. Also zumindest das Jubeln danach."

Nur acht Minuten später das Déjà-vu. Wieder Hangeland als Vorbereiterin, wieder Fjørtoft als Vollstreckerin. Diesmal schob sie den Ball flach ins rechte Eck - so präzise, dass selbst der Stadionsprecher kurz stutzte, ob er die Namen richtig wiederholt hatte. 2:0, und Lillestrøm stand da wie ein Schüler, der die Matheaufgabe verstanden hat, aber das Ergebnis nicht findet.

Bis zur Pause durfte Kolbotn träumen, Lillestrøm dagegen schwitzen. Und dann kam die Szene, die das Spiel endgültig in zementierte Bahnen lenkte: Innenverteidiger Vitor Rocha, zuvor schon mit Gelb verwarnt, grätschte in der 47. Minute beherzt, aber unklug - Gelb-Rot, Feierabend. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte Rocha später und lächelte gequält. "Leider war der Ball auf der anderen Seite."

Trotz Unterzahl blieb Kolbotn erstaunlich souverän. Diego Bosingwa, der schon in der ersten Minute auf das Tor geschossen hatte, zog im Mittelfeld die Fäden wie ein alter Dirigent, der weiß, wann man die Pauke leise hält. Neben ihm rannte Hangeland unermüdlich und verteilte Bälle, als hätte sie ein Abo auf präzise Pässe.

Lillestrøm versuchte es und versuchte es weiter. Knud Langer prüfte Torhüter Evangelos Stephanopoulos gleich mehrfach (41., 42., 70., 76. Minute), Kai Andersen zog aus der Distanz ab (60.), und Jacques Brun suchte sein Glück (68.). Doch Stephanopoulos, der griechische Fels im norwegischen Tor, hielt alles fest, was auf ihn zuflog. "Ich hatte heute einen guten Blick", sagte er später mit einem verschmitzten Grinsen. "Vielleicht lag’s am neuen Haarschnitt."

Die Statistiken am Ende erzählten eine fast ironische Geschichte: Lillestrøm mit mehr Ballbesitz, Kolbotn mit mehr Torgefahr. 12 Schüsse auf das Tor für die Hausherren, 9 für die Gäste. Und während Lillestrøm das Spiel "balanciert" anging, wie es ihre taktischen Notizen verraten, war Kolbotn von Beginn an auf Angriff programmiert. "Wir wollten das Spiel gewinnen, nicht nur anschauen", meinte Kolbotns Kapitän Knut Gulbrandsen trocken.

In der Schlussphase durfte Kolbotn sogar noch ein bisschen zaubern. Kinmont (82.) und Bosingwa (85., 90.) hätten das Ergebnis höher schrauben können, aber der Ball wollte diesmal nicht mehr rein. Das Publikum nahm’s gelassen - schließlich war der Sieg längst sicher.

Und so endete der Abend mit einem zufriedenen Gastgeber, einem frustrierten Gast und einer doppelten Heldin namens Fjørtoft, die sich nach dem Spiel bescheiden gab: "Zwei Tore sind schön, aber wichtiger ist, dass wir als Team mutig geblieben sind."

Ein bisschen Pathos darf erlaubt sein - immerhin war es ein Sieg, der Kolbotn in der Tabelle weiter nach oben schiebt und Lillestrøm daran erinnert, dass Ballbesitz ohne Durchschlagskraft so nützlich ist wie ein Regenschirm im Hallenbad.

Oder, um es mit den Worten eines Fans aus Reihe 8 zu sagen: "Heute war’s einfach schön. Und das war’s wert - sogar das teure Bier."

14.07.2026 21:10
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Sprücheklopfer
Ich dachte, der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
Oliver Kahn nachdem er in Rostock mit beiden Fäusten ein Tor erzielt hatte und dafür vom Platz gestellt worden war
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