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Wer am Samstagabend in Belgrad ins Stadion kam, um ein enges Duell zwischen FK Bask und FK Lazarevac zu sehen, bekam zwar fünf Tore geboten - allerdings alle in dieselbe Richtung. Lazarevac zerlegte den Gastgeber nach allen Regeln der Fußballkunst mit 5:0 (3:0) und ließ die 32.270 Zuschauer zwischen Unglauben und Galgenhumor schwanken. Schon nach einer Viertelstunde war klar, wohin der Abend führen würde. In der 14. Minute zirkelte Dorde Trkulja den Ball nach Zuspiel seines Bruders Zoran so präzise ins rechte Eck, dass Bask-Torhüter - nennen wir ihn "der Ärmste" - nur noch hinterherblicken konnte. "Ich hab ihn fliegen sehen, aber leider nicht den Ball", murmelte ein Verteidiger später in Richtung Trainer Murganovic, der da schon ahnte, dass dies kein gewöhnlicher Arbeitstag werden würde. Nur zwei Minuten später erhöhte Jack Hensley - ein Engländer mit der unerschütterlichen Ruhe eines Pubs am Sonntagnachmittag - auf 2:0. Emil Musiala hatte den Angriff eingeleitet, Hensley vollstreckte trocken. Und als der 19-jährige Goran Melunovic in der 27. Minute nach Vorlage von Danijel Jestrovic das 3:0 nachlegte, schien Lazarevac in einen Rausch zu geraten. Trainer Klaus Bock grinste später breit: "Wir wollten offensiv spielen, haben offensiv gespielt und, na ja, offensiv getroffen." Eine Taktik, die so simpel wie effektiv war. FK Bask hatte zwar mit über 55 Prozent Ballbesitz mehr vom Spiel, aber was bringt das, wenn man keinen einzigen Torschuss zustande bringt? 0 zu 21 lautete die Bilanz der Torschüsse - das ist kein Fußballspiel, das ist eine Bewerbung für den nächsten Defensive-Coach-Workshop. "Wir haben das Spiel kontrolliert", sagte Bask-Coach Ivan Murganovic nach Abpfiff und starrte auf die Statistik, als wollte er sie hypnotisieren. "Nur leider den Ball nicht in Richtung Tor bekommen." In der zweiten Halbzeit zeigte sich Lazarevac gnädig - zumindest für 15 Minuten. Dann drehte erneut Goran Melunovic auf und traf in der 63. Minute zum 4:0. Der Teenager, der aussieht, als müsste er eigentlich noch Hausaufgaben machen, spielte die erfahrenen Bask-Verteidiger schwindelig. "Ich hab einfach Spaß am Spiel", grinste Melunovic unschuldig. "Und wenn Tore dabei rauskommen - umso besser." Das 5:0 in der 74. Minute setzte erneut Dorde Trkulja drauf, diesmal nach feiner Vorarbeit von Vicente Santos. Der Routinier traf damit doppelt und ließ die Trkulja-Familie zum gefühlten Derby-Sieger des Abends werden. Die letzten Minuten verstrichen mit einer Mischung aus Verzweiflung und Galgenhumor auf Seiten der Gastgeber. "Hauptsache, wir hatten mehr Ballbesitz", meinte Mittelfeldmann Wladimir Gorgon sarkastisch und erntete Applaus von den Fans, die längst in den Überlebensmodus gewechselt waren. Lazarevac dagegen blieb eiskalt konzentriert. 21 Torschüsse, 5 Tore, keine Spur von Übermut - das war Effizienz in Reinform. Selbst der 17-jährige Mariusz Gilewicz, der sich in der 18. Minute die einzige Gelbe Karte des Spiels abholte, grinste nach Abpfiff: "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch da bin." Trainer Bock nahm’s gelassen: "Er ist jung, er darf sich mal melden." Bask versuchte bis zum Schluss, wenigstens einen Ehrentreffer zu erzwingen, aber ohne Schuss aufs Tor bleibt das schwierig. Der Ball lief zwar hübsch durch die eigenen Reihen, doch immer nur bis zur Mittellinie - als wäre dort eine unsichtbare Mauer. Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Fans von Lazarevac lautstark, während die Heimanhänger ihre Mannschaft mit einer Mischung aus Mitleid und Ironie verabschiedeten. Ein älterer Fan fasste es auf der Tribüne trocken zusammen: "Ich hab schon schlechtere Tage erlebt - aber nicht viele." Was bleibt? FK Lazarevac etabliert sich mit dieser Demonstration klar als Aufstiegskandidat. Junge Wildheit, taktische Disziplin und ein Trainer, der offenbar die Ruhe selbst ist - das könnte gefährlich werden für den Rest der Liga. FK Bask dagegen steht vor einer langen Woche. "Wir müssen unsere Chancenverwertung verbessern", sagte Coach Murganovic zum Abschluss - ein Satz, der nach einem Spiel ohne einzigen Torschuss fast schon Poesie ist. Und so ging ein Abend zu Ende, an dem ein Team Fußball spielte und das andere zusah. FK Lazarevac zeigte, wie man mit sieben Pässen und einem Schuss zum Torerfolg kommt. FK Bask zeigte, wie man mit 55 Prozent Ballbesitz nichts erreicht. Manchmal ist Fußball eben brutal ehrlich. 07.06.2026 21:18 |
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