Anpfiff
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FK Pirmasens fegt Fortuna Leipzig mit 5:0 vom Platz

Manchmal hat Statistik nichts mit Wahrheit zu tun. 50,8 Prozent Ballbesitz für Fortuna Leipzig - und trotzdem ein 0:5. Im Sportpark Husterhöhe rieben sich die 2.985 Zuschauer am Dienstagabend verwundert die Augen. FK Pirmasens spielte, als gäbe es kein Morgen, und Fortuna Leipzig, als hätte es gestern schon keines gegeben.

Trainerin Gudrun Schweitzer grinste nach dem Abpfiff breit: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Offenbar haben sie mich etwas zu wörtlich genommen." Spaß hatten sie - und Tore gab’s gratis dazu.

Das Feuerwerk begann in der 26. Minute, als Alex Coviello, der Mittelstürmer mit dem Körper eines Bodybuilders und der Technik eines Uhrmachers, eine feine Vorlage von David Bernier ins Netz schob. 1:0 - und man spürte, dass da noch was kommen würde. Leipzigs Trainer Ralf Krämer brüllte von der Seitenlinie: "Bleibt ruhig, das war nur ein Ausrutscher!" Leider hatte er recht - allerdings für seine eigene Abwehr.

Nach der Pause dauerte es gerade mal drei Minuten, bis Noah Specht, der 21-jährige Wirbelwind auf rechts, den Ball nach Vorarbeit von Hugo Alves trocken ins lange Eck drosch (48.). Zwei Minuten später dieselbe Szene, nur andere Hauptrollen: Alves flankte, Coviello köpfte. 3:0 - und Fortuna Leipzig begann, an der Existenz ihres Defensivkonzepts zu zweifeln.

"Wir wollten kompakt stehen", erklärte Krämer später. "Hat auch geklappt - nur leider im Mittelkreis."

Die Pirmasenser spielten sich in einen Rausch. In der 62. Minute legte Nikolai Dotschew uneigennützig quer, Coviello schob ein - sein drittes Tor des Abends, ein lupenreiner Hattrick, wenn man mal über die Halbzeitpause hinwegschaut. Das Stadion tobte, und Schweitzer klatschte einmal, ganz ruhig, so wie jemand, der weiß, dass der Plan funktioniert.

Fortuna dagegen? Vier Torschüsse insgesamt, zwei davon von Walther Blank, der sich redlich mühte, aber meist allein auf weiter Flur war. Torwart Thomas Heinemann tat einem fast leid. In der 76. Minute musste er wieder hinter sich greifen, als Specht erneut zuschlug - Dotschew hatte ihn mit einem Pass wie aus dem Lehrbuch bedient. 5:0, und das Publikum sang längst Lieder, die man hier sonst nur nach Aufstiegen hört.

Besonders auffällig: Pirmasens kombinierte kurz, präzise, mit Mut zum Risiko. 20 Torschüsse, davon gefühlt jeder zweite brandgefährlich. "Wir trainieren das Kurzpassspiel seit Weihnachten", sagte Mittelfeldmotor Alves später. "Anfangs haben wir uns dabei selbst ausgespielt, jetzt klappt’s auch mit dem Gegner."

Leipzig hatte zwar leicht mehr Ballbesitz, aber keinen Plan, was man mit dem Ball anfangen könnte. Der Versuch, über die Flügel zu kommen, endete meist in den Beinen von Tiago Gomes oder Marcel Baer. Und wenn doch mal ein Schuss durchkam, war Torwart Dennis Frei zur Stelle - unaufgeregt, sicher, fast gelangweilt. "Ich hab mir in der 70. sogar überlegt, ob ich mir einen Tee machen soll", scherzte er nach dem Spiel.

In der Schlussphase wechselte Schweitzer munter durch: Der 18-jährige Stefan Keller durfte für Dreifachtorschütze Coviello ran, später kam auch Nachwuchsmann Niko Bock zu seinem Debüt. "Ich war so nervös, dass ich beim Einlaufen fast gestolpert wäre", gab der Youngster lachend zu.

Pirmasens’ Spielweise blieb bis zur letzten Minute offensiv und druckvoll - ein seltener Anblick in der Regionalliga B, wo viele lieber auf Sicherheit setzen. Schweitzer aber hatte offenbar einen anderen Plan: "Wenn du 1:0 führst und aufhörst zu spielen, verlierst du. Wenn du 3:0 führst und weitermachst, gewinnst du Charakter."

Am Ende jubelten die Fans noch lange, während die Gäste bedröppelt in die Kabine trotteten. Ralf Krämer fasste es lakonisch zusammen: "Manchmal bist du Hund, manchmal bist du Laternenpfahl. Heute waren wir ganz klar Letzteres."

Ein 5:0, das in Erinnerung bleiben wird - nicht, weil es knapp war, sondern weil es so mühelos wirkte. FK Pirmasens spielte, als hätte jemand die Regionalliga auf "Einfach"-Modus gestellt. Und wenn sie so weitermachen, könnte dieser Abend der Beginn eines echten Laufes sein.

Oder, wie es Alex Coviello mit einem breiten Grinsen formulierte: "Ich hab heute Spaß am Fußball gehabt. Und das ist gefährlich - vor allem für den Gegner."

29.09.643996 14:58
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