Anpfiff
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FK Pirmasens ringt Davaria Davensberg nieder - Babinow und Specht treffen beim 2:1

Es war ein kühler Montagabend in Pirmasens, als 3.301 Zuschauer das Stadion am Horeb zum Beben brachten - na ja, zumindest ein leichtes Zittern war zu spüren. Der FK Pirmasens gewann sein Heimspiel am 25. Spieltag der Regionalliga B mit 2:1 gegen Davaria Davensberg und zeigte dabei jene Mischung aus Leidenschaft und Chaos, die den neutralen Beobachter gleichermaßen unterhält wie verwirrt.

Schon die ersten Minuten machten klar: Das wird kein Lehrbeispiel für gepflegtes Kurzpassspiel, sondern eher ein Test für die Nerven der Trainer. Gudrun Schweitzer, die resolute Pirmasenser Übungsleiterin, lief früh an der Seitenlinie auf und ab, während Davarias Coach - dessen Name nicht überliefert wurde, aber vermutlich ebenfalls graue Haare bekam - mit verschränkten Armen das Geschehen beobachtete.

In der 20. Minute platzte der Knoten: Archie MacAlister, der Schotte im Mittelfeld der Pirmasenser, legte den Ball butterweich in den Lauf von Kornej Babinow. Der 21-Jährige zog aus 18 Metern ab, und ehe Davensbergs Keeper Maurice Berndt auch nur den Handschuh hob, zappelte der Ball im Netz. 1:0 - und die Tribüne sang, als hätte man gerade die Champions League gewonnen. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Babinow nach dem Spiel. "Archie meinte vorher, ich solle mal was riskieren. Hat funktioniert."

Davensberg wirkte geschockt, fand aber allmählich ins Spiel. Sie hatten mehr Ballbesitz - 54 Prozent laut Statistik - doch Gefahr entstand selten. Tiago Viejo prüfte Pirmasens’ Keeper Günther Fritsch in der 21. Minute, doch der Schlussmann lenkte den Ball mit einer Flugeinlage über die Latte. "Ich wollte ihn unter die Latte zirkeln", murmelte Viejo später, "aber der Torwart hatte wohl was dagegen."

Bis zur Pause blieb es beim knappen 1:0. Pirmasens hatte zwar nur 45 Prozent Ballbesitz, aber zehn Torschüsse - im Gegensatz zu den fünf der Gäste. Und das lag vor allem daran, dass die Mannschaft von Schweitzer mit einer aggressiven Grundhaltung auftrat. Drei Gelbe Karten (Riedel, Eriksen, Gomes) zeugten davon, dass "fairer Körpereinsatz" an diesem Abend sehr weit ausgelegt wurde.

Kurz nach Wiederanpfiff dann das 2:0: Wieder war MacAlister der Ausgangspunkt, diesmal flankte er präzise auf den 19-jährigen Noah Specht, der den Ball sehenswert volley ins lange Eck drosch (50.). Ein Tor wie gemalt, und der Jungspund ließ sich feiern wie ein alter Hase. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er kommt", lachte Specht später, "ich hab einfach gespürt, dass das passt." Trainerin Schweitzer war weniger poetisch: "Der Junge hat’s einfach kapiert - Ball, Schuss, Tor. So einfach kann Fußball sein."

Doch wer dachte, das Spiel sei damit gelaufen, hatte die Rechnung ohne Tiago Viejo gemacht. Nur zehn Minuten später drückte der Flügelstürmer nach feinem Zuspiel von Nils Hennig den Ball über die Linie - 2:1, und plötzlich wurde’s wieder spannend. Davensberg witterte Morgenluft, Pirmasens witterte Schweiß.

Die Gäste setzten auf ruhigen Aufbau, während die Gastgeber zunehmend auf Konter lauerten. Schweitzer reagierte doppelt in der 60. Minute: Riedel musste runter, Marcel Baer kam - und die rechte Seite wurde dichtgemacht. Kurz darauf folgte der eher kuriose Wechsel Eriksen raus, Coviello rein - ein Stürmer für einen Verteidiger, was den Fachmann kurz ratlos zurückließ. "Ich wollte einfach nicht, dass die Jungs sich zu sicher fühlen", erklärte Schweitzer mit einem Augenzwinkern.

In der Schlussphase drückte Davaria noch einmal, ohne wirklich zwingend zu werden. Wilhelm Hinz’ Kopfball in der 79. Minute sorgte für ein Raunen, flog aber knapp vorbei. Der Rest war Kampf, Krampf und Kratzen. Pirmasens stellte auf Pressing um, verteidigte mit viel Herz und noch mehr Beinen.

Als Schiedsrichterin das Spiel nach 93 Minuten abpfiff, war die Erleichterung greifbar. Schweitzer fiel ihrem Co-Trainer um den Hals, während MacAlister in die Kurve winkte, als hätte er das Wembley-Tor geschossen. Davensbergs Spieler hingegen schlichen vom Platz, einer murmelte: "Wir waren besser, aber die hatten mehr Tore."

Statistisch gesehen mag das stimmen - spielerisch war’s ein Duell auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für die Effektivität der Gastgeber. FK Pirmasens klettert durch den Sieg im Mittelfeld der Tabelle, Davaria Davensberg bleibt im grauen Bereich der Liga.

Oder, um es mit Schweitzers Worten zu sagen: "Schön war’s nicht, aber schön war’s trotzdem." Ein Satz, der dieses Montagabendspiel wohl perfekt zusammenfasst.

04.11.643987 10:20
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Mann Willi, Du siehst ja echt aus, als sei 'ne Hungersnot ausgebrochen! (Lemkes Antwort: Und Du siehst so aus, als seist Du schuld daran!)
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