Außenseiter
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FK Pirmasens überrollt Pinneberg - ein 3:0 mit Ansage

Manchmal dauert es keine drei Minuten, um zu wissen, wie ein Abend verlaufen wird. Im Stadion Husterhöhe war das am Samstagabend der Fall: Kaum hatte Schiedsrichterin Wirtz die Partie des 2. Spieltags der Oberliga C zwischen dem FK Pirmasens und Pinneberg angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Alex Coviello, Pirmasens’ bulliger Mittelstürmer, hatte nach Pass von Archie MacAlister die halbe Pinneberger Abwehr in die Irre geschickt und trocken eingeschoben - 1:0, die 3. Minute war gerade angebrochen.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber Alex hat einfach weitergemacht", gestand Pinnebergs Torhüter Lars Bremer später mit einem gequälten Lächeln. Für ihn sollte der Abend noch lang werden - und das trotz überschaubarer Arbeit, denn seine Vorderleute ließen Pirmasens meist aus sicherer Distanz schießen. Ganze 19 Torschüsse notierte die Statistik am Ende für die Gastgeber, Pinneberg kam auf sagenhafte eins.

Trainerin Gudrun Schweitzer hatte ihre Pirmasenser offensiv eingestellt - offizielle Taktik: "offensiv, kurzer Pass, sicheres Schießen". Und tatsächlich wirkte ihr Team wie ein Uhrwerk auf Speed: Ballbesitz 58 Prozent, Pressing nach jedem Ballverlust, stets auf der Suche nach der nächsten Lücke. "Wir wollten früh zeigen, dass wir das Spiel bestimmen", erklärte Schweitzer nach der Partie und grinste: "Nach dem ersten Tor war die Sache für mich eigentlich klar - aber sagen Sie das mal den Jungs, die wollten ja weitermachen."

Pinneberg dagegen: bemüht, aber harmlos. Nach 34 Minuten musste Innenverteidiger Simon Thomas verletzt vom Platz - Trainer Lukas Jahn brachte den erfahrenen Karsten Döring, doch auch der konnte die Lücken nicht stopfen. "Wir wollten eigentlich über die Flügel kommen", so Jahn, "aber wenn du den Ball nie länger als fünf Sekunden hast, bleibt das Theorie."

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit einem Tor für Pirmasens. In der 50. Minute schnappte sich der pfeilschnelle Noah Specht den Ball, tanzte zwei Verteidiger aus und schob stoisch ins rechte Eck. 2:0 - und der 20-Jährige feierte, als hätte er gerade das Champions-League-Finale entschieden. "Ich hab einfach Spaß da draußen", sagte Specht später, "Coach Schweitzer sagt immer: Wenn du lächelst, triffst du besser. Heute hat’s gestimmt."

Das Spiel war da längst entschieden, die Gäste hingen in den Seilen. Gelbe Karten gegen Tiago Gomes (59.) und Alex Coviello (87.) auf Heimseite sowie Gerard Demers (82.) bei Pinneberg sorgten noch für ein bisschen Farbe in einem sonst einseitigen Abend. Als die Nachspielzeit anbrach, wollte Pirmasens trotzdem den Schlusspunkt setzen - und wieder war es Noah Specht. Diesmal nach Vorlage von Dani Tabenkin, der nach seiner Einwechslung für Müjdat Öztürk neuen Schwung gebracht hatte. Specht traf in der 92. Minute zum 3:0-Endstand, während Gästetorhüter Bremer fassungslos in den Nachthimmel blickte.

"Wir haben’s halt laufen lassen", meinte MacAlister später verschmitzt. "Wenn du merkst, dass’s funktioniert, spielst du einfach weiter. Das ist wie bei einem guten Song - du willst nicht, dass er aufhört." Und tatsächlich: Pirmasens spielte stellenweise wie in einem Rausch, sicher im Passspiel, aggressiv im Zweikampf, selbstbewusst bis in die letzte Minute.

Pinneberg dagegen fand nie ins Spiel. Der einzige Torschuss - ein halbherziger Versuch von Hans Maus in der 38. Minute - blieb die einzige ernsthafte Notiz auf dem Statistikzettel. "Wir hatten heute einfach keinen Zugriff", seufzte Trainer Jahn. "Vielleicht hätten wir defensiver agieren müssen. Aber wenn du einmal hinten liegst, hilft dir auch kein 5‑4‑1 mehr."

3 Tore, 19 Abschlüsse, 57 Prozent Ballbesitz und 3262 zufriedene Zuschauer - die nackten Zahlen erzählen bereits viel, aber nicht alles. Sie erzählen nichts von der Spielfreude eines Noah Specht, der mit jedem Sprint das Publikum aufriss, oder von Gudrun Schweitzers stoischer Ruhe an der Seitenlinie, während ihre Mannschaft den Ball zirkulieren ließ wie ein Uhrwerk.

Kurz nach Abpfiff stand Schweitzer noch am Mittelkreis, klatschte mit jedem Spieler ab und sagte leise, fast mehr zu sich selbst: "So kann’s weitergehen." Und vielleicht war das der ehrlichste Satz des Abends. Denn wenn der FK Pirmasens so weitermacht, könnte die Oberliga C in dieser Saison recht einseitig werden.

Ein kleiner Trost für Pinneberg: Schlechter kann’s kaum laufen. Oder, wie ihr Kapitän Jörg Schuster trocken bemerkte: "Das nächste Mal schießen wir vielleicht zweimal aufs Tor. Dann wird’s ja schon spannend."

10.06.643990 11:50
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