Anpfiff
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FK Pirmasens verspielt Führung - Wusterwitz siegt spät mit 3:2

Ein warmer Februarabend, Flutlicht an, 3451 Zuschauer im Sportpark Husterhöhe - und ein Spiel, das alles hatte: frühe Tore, rote Karten, jugendliche Unbekümmertheit und ein Trainer, der nach Schlusspfiff lieber nicht sprach. Am 32. Spieltag der Regionalliga B unterlag der FK Pirmasens dem FC Wusterwitz nach einem wilden Hin und Her mit 2:3 (2:1).

Kaum hatten sich die Zuschauer hingesetzt, lag der Ball schon im Netz - allerdings im falschen. In der 3. Minute nutzte Wusterwitz’ flinker Rechtsaußen Finn Roth die erste Unachtsamkeit der Pirmasenser Abwehr. Ein trockener Schuss ins lange Eck, und schon stand es 0:1. Torwart Günther Fritsch blickte verdutzt zu seinen Vorderleuten, als wolle er fragen: "War das jetzt schon der erste Angriff?"

Doch die Gastgeber reagierten energisch. Allen voran der 19-jährige Noah Specht, der in der Anfangsphase gleich zwei Mal gefährlich abschloss und in der 27. Minute endlich belohnt wurde. Nach feiner Vorarbeit von Müjdat Öztürk schob er den Ball überlegt zum 1:1 ein. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Specht später, "und gehofft, dass er nicht wieder am Pfosten landet."

Pirmasens witterte nun Morgenluft, Wusterwitz wankte kurz. In der 39. Minute klingelte es erneut - diesmal durch Hugo Alves, der einen Pass von Kornej Babinow trocken verwertete. 2:1, und die Tribüne bebte. Trainerin Gudrun Schweitzer warf kurzerhand ihre Jacke in die Luft, während ihr Kollege Tom Fritz die Hände in die Taschen vergrub. "Wir waren da gedanklich schon beim Pausentee", gab Fritz später zu.

Doch in der Kabine muss er die richtigen Worte gefunden haben. Denn nach Wiederanpfiff kam Wusterwitz mit neuem Schwung. Werner Runge, bis dahin eher unauffällig, zog in der 59. Minute aus gut 25 Metern ab - abgefälscht, unhaltbar, 2:2. "Eigentlich wollte ich flanken", gestand Runge hinterher lachend. "Aber wenn er drin ist, sag ich natürlich, das war Absicht."

Das Spiel wurde nun hitziger. Pirmasens’ Babinow sah Gelb, kurz darauf erwischte es in der 75. Minute den ungestümen Öztürk mit Rot nach einem übermotivierten Rempler. "Er wollte nur den Ball treffen", verteidigte ihn Schweitzer - allerdings lag der Ball zu diesem Zeitpunkt schon längst im Aus. Mit einem Mann weniger schwammen die Gastgeber.

Wusterwitz witterte seine Chance und drückte. Der kurz zuvor eingewechselte Stephan Werner brachte frischen Wind auf links, und in der 83. Minute fiel die Entscheidung: Curt Fröhlich, der 21-jährige Mittelstürmer, nickte nach Flanke von Linksverteidiger Ralf Meiser ein - 3:2 für die Gäste. Ein Tor, wie aus dem Lehrbuch, und der Rest war Jubel.

Pirmasens versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, doch ohne Erfolg. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 13 Torschüsse für Wusterwitz, 9 für die Gastgeber, dazu leichtes Ballbesitzplus für die Gäste (51 zu 49 Prozent). Schweitzer stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und murmelte nur: "Wenn man’s vorne nicht macht und hinten pennt, dann wird’s schwer."

Bei Wusterwitz dagegen feierte man ausgelassen. "Wir haben Moral gezeigt", lobte Trainer Fritz, "und die Jungs haben sich endlich mal belohnt." Besonders stolz war er auf seine jungen Wilden: Fröhlich (21) und Philipp (17) wirbelten unermüdlich, als hätten sie nie etwas von taktischer Disziplin gehört - und genau das machte den Unterschied.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit Applaus, auch wenn manche Pirmasenser Fans leise fluchten. "So ein Spiel musst du gewinnen", wetterte ein älterer Herr mit Schal und Bierbecher, "aber nein, die schenken’s wieder her."

Ein wenig Wahrheit lag in seinen Worten. FK Pirmasens hat sich an diesem Abend selbst geschlagen - mit zu viel Herz, zu wenig Übersicht und einem Platzverweis zur Unzeit. Wusterwitz dagegen spielte clever, geduldig und mit jener Kaltschnäuzigkeit, die man in der Regionalliga selten sieht.

Und so bleibt das Fazit eines turbulenten Fußballabends: Wer zu früh jubelt, steht am Ende oft mit leeren Händen da. Oder, wie es Wusterwitz-Coach Fritz sarkastisch formulierte: "Manchmal muss man erst hinten liegen, um zu merken, dass man vorne sein will."

Ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst - es sei denn, man trägt Blau-Weiß und kommt aus Pirmasens.

02.04.643990 05:35
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2 bis 3 Prozent.
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