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Copa Libertadores | Achtelfinale - Rückspiel | 04.09.26 | CF Flamengo - Dragon Goianiense 2:1 Dabei begann der Abend nicht mit dem erwarteten Sturmlauf, sondern mit vorsichtigem Abtasten und gelegentlichen Versuchen, den Ball möglichst weit in Richtung gegnerisches Tor zu befördern. Flamengo trat offensiv auf, spielte aber zunächst kontrolliert. Dragon Goianiense blieb ausgeglichen formiert und lauerte auf seine Gelegenheit. Kurz gesagt: Beide wollten das Spiel gewinnen, aber möglichst ohne dabei den Eindruck zu erwecken, sie hätten es eilig. Die ersten Warnschüsse gehörten dennoch beiden Teams. Frederic Marchand prüfte in der neunten Minute die Aufmerksamkeit der Gäste, Anatoli Prochorow antwortete vier Minuten später. Agemar Pauleta versuchte es in der 17. Minute, auf der anderen Seite tauchten Cesar Poncela und Emilio Helguera gefährlich vor dem Tor auf. Helguera blieb überhaupt einer der auffälligsten Flamengo-Angreifer und schoss mehrfach auf das Tor - zunächst allerdings mit der Konsequenz eines höflichen Anklopfens. "Wir haben Geduld gebraucht", lautete die sinngemäße Botschaft von Dino Ma nach dem Spiel. "Und irgendwann war die Geduld dann offenbar auch mit uns fertig." Der Trainer hatte seine Mannschaft mit starkem Einsatz und offensiver Ausrichtung aufs Feld geschickt. Dragon Goianiense hielt dagegen, spielte zunächst ohne aktives Pressing und suchte eher die direkte Lösung. Zur Pause stand es 0:0. Ein Ergebnis, das in einem Achtelfinal-Rückspiel ungefähr so beruhigend wirkt wie eine ungelesene Nachricht vom eigenen Trainer. Flamengo hatte mehr vom Spiel, doch die Gäste verteidigten diszipliniert. Kurz vor dem Seitenwechsel sah Pedro Valente die Gelbe Karte; ein kleiner Vorgeschmack auf die zunehmende Nervosität. Nach Wiederbeginn erhöhte Flamengo den Druck. In der 60. Minute war es dann so weit: Nelio Caneira traf zur Führung. Marko Vuk hatte die Vorarbeit geliefert, Caneira vollendete - 1:0, und im Stadion brach sich die Erleichterung Bahn. "Jetzt bitte nicht wieder kompliziert machen", soll ein Zuschauer in der Nähe der Seitenlinie gerufen haben. Ein frommer Wunsch, der im Fußball erfahrungsgemäß selten lange Bestand hat. Denn Dragon Goianiense schlug zurück. Taru Kolkka, der zuvor bereits zweimal auf das Tor geschossen hatte, erzielte in der 67. Minute den Ausgleich. Nael Sa Pint hatte den Treffer vorbereitet. Plötzlich war die Partie wieder offen, und die Gäste witterten ihre Chance. Dragon spielte nun stärker über die Flügel, setzte auf lange Bälle und erhöhte den Einsatz. Flamengo musste sich gegen eine Mannschaft behaupten, die beschlossen hatte, den Abend nicht als höflicher Reiseausflug zu beenden. Die Antwort kam in der 89. Minute. Marko Vuk nahm die Vorlage von Fernando Coelho auf und schoss Flamengo erneut in Führung. 2:1. Vuk hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht - diesmal passte nicht nur der Mut, sondern auch die Richtung. In der Nachspielzeit drängte Dragon noch einmal nach vorn, doch Flamengo brachte den Vorsprung über die Zeit. Die Zahlen bestätigen den knappen, aber verdienten Erfolg: Flamengo gab 13 Torschüsse ab, Dragon Goianiense acht. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,56 Prozent nur knapp vorn. Kein Klassenunterschied also, sondern ein Spiel auf Augenhöhe - mit dem kleinen, entscheidenden Vorteil für Flamengo. "Am Ende zählt, wer noch einmal an sich glaubt", wurde Marko Vuk sinngemäß zitiert. Und wer in der 89. Minute trifft, darf solche Sätze selbstverständlich sagen. 04.09.2026 20:36 |
Sprücheklopfer
Ich bin davon überzeugt, dass wir die, die nicht davon überzeugt sind, davon überzeugen werden.
Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002