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Copa Libertadores | Halbfinale - Hinspiel | 04.08.26 | CF Flamengo - Pumas Nacional 3:1 Trainer Dino Ma hatte seine Mannschaft von Beginn an offensiv aufgestellt. Flamengo suchte den Weg über die Flügel, kombinierte zunächst jedoch eher mit der Geduld eines Menschen, der im Internet auf eine Lieferung wartet. Nelio Caneira prüfte in der 11. Minute erstmals das Tor der Pumas, später versuchte es Lovre Jurcevic. Wirklich gefährlich wurde es zunächst aber auf der anderen Seite. Pumas Nacional lauerte auf Konter, genau wie es Trainer Andy Nordlicht angekündigt hatte. In der 35. Minute zahlte sich diese Strategie aus: Uwe Konrad leitete den Angriff ein, Afanas Biljaletdinow schloss ab und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Der rechte Angreifer hatte bereits zuvor einen Torschuss abgegeben - offenbar war der zweite Versuch einfach besser vorbereitet oder schlechter zu verteidigen. "Wir wollten Flamengo nervös machen", sagte Nordlicht später. "Dass sie dann tatsächlich nervös wurden, war natürlich nicht Teil des Plans. Aber wir nehmen, was wir kriegen." Flamengo blieb trotz des Rückstands spielbestimmend. 56,1 Prozent Ballbesitz und am Ende sieben Torschüsse gegenüber fünf der Gäste sprechen eine klare Sprache, auch wenn Zahlen bekanntlich keine Tore schießen. Das erledigten in diesem Fall andere. Noch vor der Pause sah Joaquin Veloso die Gelbe Karte, bei Pumas war Billy Perlman bereits in der zweiten Minute verwarnt worden. Ein früher Hinweis darauf, dass dieses Spiel nicht ausschließlich mit Samthandschuhen geführt werden würde. Zur Halbzeit reagierte Ma und brachte Mathias Gulbrandsen für Veloso. Der Wechsel veränderte nicht alles, aber offenbar genug. In der 50. Minute fiel der Ausgleich: Frederic Marchand bereitete vor, Cesar Poncela traf zum 1:1. Der rechte Verteidiger hatte sich offenbar gedacht, dass Verteidigen zwar wichtig, Tore schießen aber deutlich besser auf der Anzeigetafel aussieht. Nur eine Minute später drehte Flamengo die Partie komplett. Poncela wurde diesmal zum Vorbereiter, Lovre Jurcevic vollendete zum 2:1. Jurcevic war zuvor bereits mehrfach aufgetaucht und bekam nun die verdiente Belohnung. "Nach dem ersten Tor wussten wir: Jetzt ist Pumas nicht mehr gemütlich", sagte der Angreifer. "Wir haben weitergemacht. Vielleicht ein bisschen zu laut, aber das gehört hier dazu." Die Gäste versuchten, mit Kontern zurückzukommen. Adem Ercan, Biljaletdinow, Miguel Andrade und Uwe Konrad kamen zu weiteren Abschlüssen, doch Flamengo kontrollierte zunehmend das Geschehen. Die Gastgeber wechselten, erhöhten den Einsatz und schalteten in den Schlussminuten sogar ins aktive Pressing. Pumas hatte darauf keine überzeugende Antwort. In der 77. Minute sorgte Caio Eusebio für die Entscheidung. Sein Treffer zum 3:1 machte aus dem Rückstand einen komfortablen Vorsprung für das Rückspiel. Kurz darauf flog Perlman nach seiner zweiten Verwarnung vom Platz. Pumas musste die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten; Andrade verletzte sich zudem in der 90. Minute. "Wir hatten nach dem 1:2 den Zugriff verloren", räumte Nordlicht ein. "Und Flamengo ist nicht die Mannschaft, die höflich wartet, bis man ihn wiederfindet." Dino Ma konnte dagegen zufrieden sein. "Zur Pause war die Stimmung nicht ideal", sagte der Flamengo-Trainer. "Ich habe den Spielern gesagt, sie sollen ruhig bleiben. Das haben sie getan - ungefähr drei Minuten lang, dann haben sie drei Tore gemacht." Flamengo geht damit mit einem 3:1-Vorsprung ins Rückspiel. Pumas Nacional bleibt immerhin die Hoffnung, dass Fußball gelegentlich ebenso unberechenbar ist wie seine Trainerzitate. Der Abend aber gehörte Flamengo. 04.08.2026 19:23 |
Sprücheklopfer
Weil, der Trainer braucht jetzt Spieler mit harten Eiern.
Jan-Aage Fjörtoft auf die Frage, warum er beim nächsten Spiel aufgestellt werden sollte