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Ein lauer Abend in Rio, 50.146 Zuschauer im Maracanã, und ein Spiel, das man keinem Herzpatienten empfehlen sollte: CF Flamengo und UD Teresina lieferten sich am 20. Spieltag der 1. Liga Brasilien ein 3:3, das alles hatte - Tore, Dramen, Gelbe Karten, und am Ende ein Publikum, das zwischen Jubel und Nervenzusammenbruch schwankte. Schon nach einer Viertelstunde wurde klar, dass Teresina nicht zum Sightseeing angereist war. Markus Haase, der linke Mittelfeldmann mit dem Schuss wie ein Vorschlaghammer, zimmerte den Ball in der 15. Minute trocken ins Netz. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste er nach dem Spiel, "der Ball wollte ja rein." Drei Minuten später legte Eugenio Rogliano nach, nach feiner Vorarbeit des Innenverteidigers Vitali Kowaltschuk - ja, Sie lesen richtig, ein Innenverteidiger als Vorlagengeber. Trainer Tobias Lang klatschte an der Seitenlinie so begeistert, dass er fast seine Kappe verlor. Flamengo dagegen war zu diesem Zeitpunkt noch im Energiesparmodus, oder wie Trainer Dino Ma später sagte: "Wir haben die ersten 20 Minuten verschlafen - und zwar mit offenem Mund." Erst der junge Finne Aki Ukkonen brachte in der 25. Minute wieder Leben in die Bude. Nach einem Pass von Hugo Custodio platzierte der 19-Jährige den Ball so präzise, dass Teresinas Keeper Tibor Tataru nur noch staunen konnte. Zur Pause stand es 1:2, und man munkelte, in der Kabine sei es laut geworden. "Ich habe nur freundlich daran erinnert, dass Fußball kein Spaziergang ist", kommentierte Ma schmunzelnd. Die zweite Halbzeit begann mit offenem Visier. Teresina blieb gefährlich, und als Loris Fadda in der 64. Minute nach einer Ecke von Carl Antunes zum 3:1 einköpfte, rieb man sich im Rund verwundert die Augen. Flamengo, das Team mit den besseren Einzelspielern und fast exakt 50 Prozent Ballbesitz, lag wieder hinten. Doch noch war nicht aller Samba getan. Nur drei Minuten später zimmerte Hugo Custodio den Ball aus 18 Metern unter die Latte - 2:3, das Stadion wachte endgültig auf. Die letzten 20 Minuten waren dann ein einziger roter Taumel aus Angriffen, Schüssen und Verwünschungen. Aki Ukkonen drosch, flankte, rannte - und wurde in der 92. Minute belohnt: Nach einem präzisen Zuspiel von Mathias Gulbrandsen schob er lässig zum 3:3 ein. "Ich hab’ gar nicht geguckt, einfach gespürt, wo das Tor steht", flüsterte er hinterher, noch halb ungläubig. Der Teenager, der aussieht, als könne er noch in der Schulmannschaft spielen, war der Held des Abends. "Aki ist verrückt - aber auf die gute Art", meinte Custodio augenzwinkernd. Insgesamt 13 Torschüsse für Flamengo, 12 für Teresina - statistisch also fast Gleichstand, aber gefühlt 90 Minuten Chaos mit System. Drei Gelbe Karten (alle für Flamengo) würzten das Ganze noch zusätzlich, wobei Cesar Poncela sich bereits in der ersten Minute eine abholte. "Ich war halt früh dran", witzelte er später. Trainer Tobias Lang wirkte nach Schlusspfiff zwar leicht zerzaust, aber zufrieden: "Wir waren mutig, haben dreimal geführt - das kann man nicht meckern. Aber gegen so ein Publikum hältst du am Ende kaum stand." Flamengo-Coach Dino Ma dagegen suchte das Positive: "Wenn du nach 90 Minuten 3:3 spielst und das Gefühl hast, du hättest auch 5:3 gewinnen können, dann weißt du, da steckt was drin." Und dann fügte er noch hinzu: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen mal ausschlafen - am liebsten bis zum nächsten Spiel." So endete ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird: ein 3:3, das mehr nach 5:5 roch, ein Spiel, in dem jeder Angriff nach Slapstick oder Sensation aussah. Die Fans verabschiedeten ihre Helden mit einem Lächeln - und vielleicht einem leicht nervösen Zucken im Augenlid. Fazit: Wer dieses Spektakel gesehen hat, weiß, warum man Fußball liebt - und warum man manchmal Aspirin danach braucht. 17.09.643987 14:03 |
Sprücheklopfer
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