Jornal do Brasil
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Flamengo und Dragon liefern sich ein 2:2 mit offenem Visier

Serie A | 10. Spieltag | 02.11.26 | CF Flamengo - Dragon Goianiense 2:2

57.708 Zuschauer, vier Tore, 29 Torschüsse und ein Abend, an dem selbst die Abwehrreihen irgendwann lieber Eintritt bezahlt hätten: CF Flamengo und Dragon Goianiense trennten sich am 10. Spieltag der Serie A mit 2:2 (1:1). Ein Ergebnis, das dem wilden Verlauf gerecht wurde - und beiden Mannschaften vermutlich trotzdem nicht ganz schmeckt.

Dragon erwischte den besseren Start. Bereits in der 6. Minute schlug Rui Djalo zu, vorbereitet von Enzo Palladino. Der Mittelfeldspieler nahm Maß, als hätte er an diesem Abend mit dem Torwart noch eine private Rechnung offen. Flamengo wirkte kurz unsortiert, fand aber schnell zurück ins Spiel. Olafur Holmqvist prüfte Dragon-Keeper Antonio Borreguero früh, später versuchten sich auch Caio Eusebio und Marko Vuk. Die Hausherren waren offensiv eingestellt, spielten mit viel Einsatz und suchten zunächst die sicheren Abschlüsse - zumindest theoretisch.

In der 26. Minute fiel der Ausgleich: Frederic Marchand traf für Flamengo, Pau Menendo lieferte die Vorlage. Das Stadion atmete auf, als hätte jemand endlich das Fenster geöffnet. "Wir wollten von Beginn an Druck machen. Nach dem Rückstand war die Mannschaft nicht nervös, sondern nur kurz beleidigt", soll Flamengo-Trainer Dino Ma nach dem Spiel gesagt haben. Eine bemerkenswert diplomatische Umschreibung für den Zustand einer Mannschaft, die bis dahin eher aussah, als müsse sie sich noch auf die Anwesenheit des Gegners einigen.

Dragon blieb gefährlich. Vor allem Jelle Barculo tauchte immer wieder vor dem Tor auf und schoss mehrfach. Insgesamt brachte Goianiense 17 Torschüsse zustande, Flamengo kam auf 12. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 50,34 Prozent nur hauchdünn vorn. Ein statistischer Vorsprung, der ungefähr so deutlich war wie ein Flüstern in einem voll besetzten Stadion.

Kurz vor der Pause musste Flamengo reagieren. Lubos Kulic verletzte sich in der 43. Minute und wurde durch William Doyle ersetzt. Die Gastgeber gingen dennoch mit offensiver Ausrichtung in die Kabine. Dragon blieb ausgewogen, suchte aber schon früh den Abschluss aus allen Lagen. Trainer Fabian Dietz dürfte damit nicht unzufrieden gewesen sein - zumindest nicht so lange, bis die Gäste wieder einmal den Ball verloren.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Dragon den Druck. Taru Kolkka, der bereits zuvor mehrfach auf das Tor geschossen hatte, belohnte sich in der 55. Minute mit dem 2:1. Pedro Valente bereitete den Treffer vor. Flamengo antwortete nicht mit Panik, sondern mit dem, was im Fußball oft als "kontrollierte Wut" bezeichnet wird - also mit Angriffen, die manchmal kontrolliert und meistens wütend sind.

In der 62. Minute war es Caio Eusebio, der nach Vorlage von Marko Jovanovic zum 2:2 traf. Eusebio hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht und bewies nun, dass Beharrlichkeit im Fußball gelegentlich tatsächlich belohnt wird. Kurz darauf musste er Platz für Eduardo Travassos machen. Auch Dragon wechselte: Rui Djalo und Louis Blum gingen, Nelson Varela und Nael Sa Pint kamen. Später ersetzte Marko Arnautovic Pau Menendo, bei Dragon kam in der Schlussphase Christiano Bischoff für Kolkka.

Die letzten Minuten gehörten beiden Teams - und den Nerven der Zuschauer. Flamengo schaltete in der 90. Minute noch einmal auf aktives Pressing, Dragon antwortete ebenfalls mit Druck, langen Bällen und Angriffen über die Flügel. Gelbe Karten für Pedro Valente, Nael Sa Pint und Nelson Varela passten zum zunehmend gereizten Charakter der Partie. "Wir haben bis zum Schluss an den Sieg geglaubt. Vielleicht sogar ein bisschen zu laut", sagte Dragon-Coach Fabian Dietz angeblich mit einem schiefen Lächeln.

Am Ende blieb es beim 2:2. Flamengo hatte mehr Ballbesitz, Dragon mehr Abschlüsse - und beide genug Chancen, um diesen Abend noch komplizierter zu machen. Für die 57.708 Fans war es Unterhaltung. Für die Trainer war es vermutlich ein Grund, die nächste Trainingseinheit mit dem Wort "Defensive" zu beginnen.

02.11.2026 23:09
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