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Nottingham, 5. Januar 2026 - Es war ein Abend, an dem man in Nottingham wieder an Fußballromantik glauben durfte - oder zumindest an den Wert von Flanken, Schweiß und einer gehörigen Portion Glück. Die Nottingham Foresters bezwangen vor 12.500 Zuschauern im heimischen Stadion die Hull Tigers mit 2:1 (1:1) und kletterten damit in der Tabelle der 2. Liga England wieder nach oben. Die Gäste aus Hull begannen bissig wie ihr Name vermuten lässt. Schon nach wenigen Minuten prüften Ewan Caviness und Logan Lansbury den Foresters-Keeper Tyler Hardin - der sich allerdings mehr durch Gestikulieren als durch Glanzparaden hervortat. In der 19. Minute war es dann soweit: Archie Baskin schlug von links eine butterweiche Flanke in den Strafraum, Connor Wiltshire stieg hoch, köpfte wuchtig ein - 0:1. Trainer Leon Löwe der Foresters schüttelte auf der Bank nur den Kopf und murmelte etwas, das selbst Lippenleser nicht drucken dürften. Doch Nottingham wäre nicht Nottingham, wenn es sich davon beeindrucken ließe. "Wir sind wie alte Bäume - wir biegen uns, aber wir brechen nicht", sagte Löwe später mit einem Grinsen. Und tatsächlich: Nur 16 Minuten später kam der Ausgleich. Nach einer Ecke von Nevio Gomes versuchte Rechtsverteidiger Alexander Duncan offenbar, den Ball einfach mal "irgendwohin" zu dreschen - und traf dabei perfekt ins rechte obere Eck. 1:1, und das Stadion explodierte. "Ich wollte den eigentlich flanken", gestand Duncan hinterher mit einem verschmitzten Lächeln. "Aber wenn der Ball schon reingeht, beschwer’ ich mich nicht." Zur Halbzeit hatten die Tigers mehr Ballbesitz (56 Prozent) und mehr Ruhe im Aufbau, doch die Foresters wirkten gefährlicher. Beide Teams kamen auf je 12 Torschüsse, aber Nottingham zeigte das Quäntchen mehr Zielstrebigkeit, während Hull sich an seinem Kurzpassspiel fast zu Tode kombinierte. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Bild: Hull lief an, Nottingham lauerte. Lucas Bloomfield hatte in der 47. Minute die Führung auf dem Fuß, verzog aber knapp. Dann kam die 71. Minute - und mit ihr der Moment des Spiels. Callum McGowan setzte sich auf der linken Seite durch, flankte halbhoch in die Mitte, und Henry Winston drosch die Kugel volley ins Netz. 2:1. Der Jubel war ohrenbetäubend, die Bierbecher flogen in hohem Bogen. "Ich hab ihn einfach voll genommen", erklärte Winston später. "Wenn man zu lange nachdenkt, trifft man gar nichts. Also hab ich’s gelassen." Trainer Löwe klopfte ihm auf die Schulter und grinste: "So hab ich das in der Kreisliga auch gemacht." Die Tigers warfen danach alles nach vorn, wechselten gleich dreimal in kurzer Folge (56., 57. und 59. Minute) und brachten frische Beine. Connor Wiltshire prüfte Hardin noch einmal in der 86. Minute, doch der Torwart machte diesmal alles richtig - und das Ergebnis fest. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht gewonnen", resümierte Hull-Coach Mathias Oergel mit einem Gesichtsausdruck zwischen Philosoph und Zahnarzt. "Das ist manchmal Fußball. Oder Karma. Oder beides." Seine Mannschaft hatte tatsächlich mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Ordnung - aber eben ein Tor weniger. Die Foresters indes feierten auf dem Rasen, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Kapitän Thomas McGowan, der alte Stratege im Mittelfeld, reckte die Faust: "Wir sind nicht die Schönsten, aber wir punkten!" Eine Aussage, die wohl niemand im Stadion widersprochen hätte. In den letzten Minuten tat sich nicht mehr viel - außer dass der Regen einsetzte und die Zuschauer kollektiv beschlossen, dass ein nasser Sieg immer noch besser ist als ein trockener Punkt. Bei aller Leidenschaft war es kein Spiel für Feinschmecker, eher eines für Liebhaber rustikaler Kost: viele Zweikämpfe, einige Fehlpässe, und gelegentlich der Eindruck, der Ball habe ein Eigenleben. Doch am Ende zählt das Resultat, und das lautete 2:1 für Nottingham Foresters. "Wir wollten offensiv spielen, das haben wir getan", fasste Trainer Löwe zusammen. "Und wenn man dann gewinnt, darf man auch mal sagen: alles richtig gemacht." Ein augenzwinkerndes Fazit: Die Foresters zeigten, dass man mit Herz, Holz und Humor auch in der 2. Liga bestehen kann. Und Hull? Die Tigers schnurrten zu brav. Vielleicht brüllen sie ja nächste Woche wieder - diesmal hoffentlich mit Toren. 06.03.643987 09:12 |
Sprücheklopfer
Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme