Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Foresters geben Sieg spät aus der Hand - 2:2 gegen Midlands Villa

Ein kalter Montagabend, 12. Spieltag der 2. Liga England, Flutlicht über dem City Ground in Nottingham, 12.500 Zuschauer mit dampfendem Atem und - wie sich bald herausstellen sollte - mit strapazierten Nerven. Am Ende stand ein 2:2 zwischen den Nottingham Foresters und Midlands Villa, ein Ergebnis, das beiden Seiten gleich viel Anlass zu Kopfschütteln wie zu Schulterklopfen bot.

Foresters-Coach Leon Löwe hatte vor dem Spiel noch gewarnt: "Villa ist kein Gegner, den man mal eben mit links erledigt." Und er sollte recht behalten. Dabei sah es zunächst so aus, als hätte seine Truppe alles im Griff. Bereits in der 10. Minute zündete Lucas Bloomfield auf der linken Seite den Turbo, legte quer in den Rückraum, wo Michael Lansbury mit einem satten Schuss unter die Latte das 1:0 markierte. Ein Treffer, so sauber wie eine frisch gebügelte Hemdkragenkante.

Villa antwortete prompt mit Druck, ohne dabei zunächst Zählbares zu produzieren. Stürmer-Veteran Günther Kaiser, 34, prüfte Foresters-Keeper Tyler Hardin gleich zweimal (5. und 19. Minute), doch der blieb standhaft. "Ich hab’ den alten Fuchs schon in der Luft gerochen", grinste Hardin später. Kurz vor der Pause dann die Szene, die sinnbildlich für Villas erste Halbzeit stand: Nick Born zieht ab, der Ball zischt knapp vorbei, und Trainer Ron Li sinkt auf der Bank zusammen - halb aus Frust, halb aus Kälte.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte - mit viel Villa und einem Foresters-Team, das zu lange auf Sparflamme kochte. In der 51. Minute dann die Quittung: Günther Kaiser behauptete den Ball am linken Flügel, passte scharf in den Strafraum, und Werner Arnold drosch die Kugel ins lange Eck - 1:1. Der Auswärtsblock tobte, und Ron Li sprang erstmals an diesem Abend auf. "Wir wollten einfach mal zeigen, dass wir auch Tore schießen können", kommentierte Arnold später trocken.

Die Foresters brauchten ein paar Minuten, um wieder Tritt zu fassen. Dann, in der 67. Minute, schlug der rechte Verteidiger Alexander Duncan zu - ja, Sie haben richtig gelesen: der Verteidiger! Nach einer Flanke von Luke O’Leary stieg Duncan im Strafraum hoch wie ein Basketballer auf Koffein und köpfte zum 2:1 ein. "Ich hab’ einfach gehofft, dass mich keiner bemerkt", lachte Duncan nach dem Spiel. Löwe riss die Arme hoch, brüllte etwas, das vermutlich "Endlich!" hieß, und die Foresters wähnten sich auf der Siegerstraße.

Doch Midlands Villa wäre nicht Midlands Villa, wenn sie nicht bis zum Schluss auf Chaos und Wunder hoffen würden. In der 82. Minute war es der eingewechselte Luke Whelan, der nach Vorlage von Nick Born den Ball aus 16 Metern flach ins Eck setzte - 2:2. Hardin streckte sich vergebens, und die 17-jährige Nachwuchshoffnung Harvey Longfellow jubelte mit, als hätte er selbst getroffen.

Die Schlussphase war dann ein wilder Ritt: Gelbe Karten für Born (73.) und Vasquez (85.) auf der Seite der Gäste, ein paar hektische Szenen im Mittelfeld, und Leon Löwe, der an der Seitenlinie gestikulierte, als wolle er eine Boeing einweisen. "Wir dürfen uns da nicht so hinten reindrücken lassen", knurrte er später in der Pressekonferenz. Und tatsächlich: 54 Prozent Ballbesitz, aber nur sechs Torschüsse - das liest sich nach Kontrolle, aber nicht nach Killerinstinkt. Midlands Villa dagegen schoss 13-mal aufs Tor, traf aber eben auch nur zweimal.

"Das war kein schöner Fußball, aber wenigstens spannender als mein letzter Zahnarztbesuch", meinte ein Zuschauer beim Hinausgehen - und traf damit vermutlich den Nerv aller Anwesenden.

Trainer Ron Li zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: "Ein Punkt auswärts, zweimal Rückstand aufgeholt - das nehmen wir mit. Außerdem hat keiner meiner Jungs sich geprügelt, das ist auch ein Fortschritt." Löwe hingegen konnte sich einen sarkastischen Kommentar nicht verkneifen: "Wenn wir noch zehn Minuten länger spielen, fällt wahrscheinlich das 2:3. Also vielleicht war’s besser so."

So endete ein Spiel, das kein taktisches Meisterwerk, aber ein ehrlicher, unterhaltsamer Zweitliga-Abend war - mit Ecken, Kanten und einem Schuss britischem Wahnsinn. Beide Teams bleiben damit im Tabellenmittelfeld stecken, mit Luft nach oben und reichlich Gesprächsstoff für die nächste Trainingswoche.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, murmelte ein Fan der Foresters lakonisch: "Immerhin - wir haben nicht verloren." Manchmal ist das in der 2. Liga schon fast ein Sieg.

26.05.643987 16:15
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Netzers Kommentare sind wie sein Haarschnitt - langweilig.
Stefan Effenberg
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager