Anpfiff
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Fortuna Chemnitz eröffnet Saison mit Feuerwerk - und einem Platzverweis

Wenn der April in Chemnitz den Rasen noch feucht glänzen lässt, dann weiß man: Es ist wieder Fußballzeit. 20.094 Zuschauer fanden sich am Mittwochabend im Stadion an der Gellertstraße ein, um Fortuna Chemnitz beim Auftakt in die neue Saison der 3. Liga gegen die SG Vegesack zu sehen - und sie sollten nicht enttäuscht werden. Ein 3:1-Sieg, drei verschiedene Torschützen, ein Platzverweis und jede Menge Gesprächsstoff: Das war ein Abend, wie ihn Trainer Maik Oberländer wohl heimlich bestellt hatte.

Die Gastgeber begannen furios. Schon in der 9. Minute klingelte es zum ersten Mal: Bruno Anderson, 35 Jahre jung und offenbar ewig frisch geölt, nahm eine butterweiche Flanke von Linksverteidiger Dirck De Groot direkt und drosch den Ball humorlos unter die Latte. "Ich hab gar nicht gezielt, ehrlich", grinste Anderson später, "aber manchmal ist die beste Taktik einfach: draufhalten."

Nur vier Minuten später legte Carlos de Gogorza nach. Wieder war De Groot der Vorlagengeber - offenbar hatte der Niederländer beschlossen, an diesem Abend als halber Flügelstürmer aufzutreten. De Gogorza verwandelte eiskalt, und Fortuna führte 2:0 nach 13 Minuten. Vegesack-Trainer Neville Omalley stand da schon mit verschränkten Armen an der Linie und murmelte etwas, das wohl kein Lob war.

Dabei war sein Team gar nicht so schlecht: Mehr Ballbesitz (52 Prozent) und immerhin elf Torschüsse zeugen davon, dass die Gäste keineswegs nur zugesehen haben. Aber Fortuna spielte zielstrebiger, direkter, gefährlicher. Der Chemnitzer Plan - offensiv, aber kontrolliert - ging auf. "Wir wollten ein Zeichen setzen", erklärte Trainer Oberländer nach dem Spiel. "Und das hat die Mannschaft getan. Vielleicht sogar zwei oder drei Zeichen."

Nach der Pause wurde es hitziger. Zunächst sorgte Innenverteidiger Javier Zabaleta für das 3:0 (55.), als er nach einem Eckball am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Der Jubel war groß, die Sache schien gelaufen - doch nur eine Minute später meldete sich Vegesack zurück. Der junge Ronald Sonnenschein, erst 20, machte seinem Namen alle Ehre und verkürzte nach Pass von Wouter Lansing auf 3:1. Es war der verdiente Ehrentreffer einer Mannschaft, die sich nie aufgab.

Dann wurde es chaotisch. In der 57. Minute musste Vegesacks Linksverteidiger Adrian Adamski nach einem Zweikampf verletzt raus - ein bitterer Moment für den 18-Jährigen, der bis dahin ein ordentliches Debüt zeigte. Ersatzmann Luis Barbosa kam, aber kaum hatte man sich sortiert, da verlor Fortuna selbst die Ruhe: Der gerade eingewechselte Martin Cunha sah in der 76. Minute glatt Rot. Was genau passiert war, blieb unklar. "Er hat wohl etwas zu temperamentvoll applaudiert", meinte Oberländer halb ironisch. Cunha selbst winkte ab: "Ich wollte nur klatschen, nicht provozieren."

Trotz Unterzahl brachte Chemnitz den Vorsprung souverän über die Zeit. Vegesack versuchte es mit langen Bällen, passend zu seiner taktischen Marschroute, doch Fortuna stand sicher. Torhüter Gerard Barhydt hatte nur noch wenig zu tun, während die Heimfans längst den Auftakt bejubelten.

Statistisch war die Partie enger, als das Ergebnis vermuten lässt: 15:11 Torschüsse, 47 Prozent Ballbesitz für Chemnitz, 52 Prozent für Vegesack - doch die Effektivität machte den Unterschied. "Wenn man vorne dreimal trifft und hinten konzentriert bleibt, ist das schon die halbe Miete", kommentierte Oberländer trocken.

Nach Abpfiff wurde auf Chemnitzer Seite gelacht, geflachst, sogar ein spontaner Freudentanz von de Gogorza und Anderson sorgte für Heiterkeit. Vegesacks Omalley hingegen stapfte wortlos in die Kabine. Erst später erklärte er: "Wir waren nicht schlecht, aber Fortuna war heute einfach reifer. Und De Groot - der war überall!"

So endete der erste Spieltag mit einer kleinen Lehrstunde in Effizienz. Fortuna Chemnitz hat gezeigt, dass man auch ohne 60 Prozent Ballbesitz und Tiki-Taka einen überzeugenden Sieg einfahren kann - mit Leidenschaft, Präzision und einem Hauch Chaos.

Oder, wie Stadionsprecher Uwe kurz vor dem Schlusspfiff ins Mikro rief: "Das ist Fortuna-Fußball - manchmal wild, immer ehrlich!" Man darf gespannt sein, ob diese Mischung auch in den kommenden Wochen funktioniert.

Denn wenn dieser Abend eines bewiesen hat, dann das: In Chemnitz hat die Saison nicht nur begonnen - sie ist explodiert.

31.03.643997 22:50
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