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Fortuna Chemnitz siegt 4:3 - Sonthofen liefert Spektakel mit offener Tür

Wenn man am 6. Spieltag der 3. Liga Deutschland (1. Div) einen Beweis dafür suchte, dass Defensive überschätzt wird, dann war das Duell zwischen Sonthofen und Fortuna Chemnitz am Dienstagabend (Anstoß 20:30 Uhr) genau der richtige Ort. 8098 Zuschauer im Sonthofer Stadion bekamen ein Torspektakel geboten, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte - Endstand: 3:4 (2:2).

Schon die ersten Minuten ließen erahnen, dass die Trainer ihre Abwehrreihen wohl eher als Vorschlag denn als Konzept verstanden hatten. Fortuna kam mit der Absicht, die ersten 20 Minuten zur eigenen Show zu machen. Und siehe da: Bereits in Minute 17 traf Vitor Peragon nach Vorlage von Innenverteidiger Javier Zabaleta - ein klassischer Fall von "Was macht der da vorne?" und trotzdem wunderschön vollendet.

Nur zwei Minuten später legte Joel Browning nach. Der 32‑jährige Engländer, der aussieht, als würde er schon im Schlaf Flanken verwerten, drückte einen Pass von Elmo Vanderzee über die Linie. 0:2 nach nicht mal 20 Minuten - die Chemnitzer Fans rieben sich die Augen, und Sonthofens Trainer Ping Pong sah aus, als wolle er sich spontan auf Tai‑Chi verlegen.

Doch Sonthofen wäre nicht Sonthofen, wenn sie nicht aus purem Trotz zurückkämen. Kaum hatte das Publikum das zweite Gegentor verdaut, da drosch Javier de la Sota den Ball nach feiner Vorarbeit von Nelson Aganzo ins Netz - 1:2 in der 20. Minute. "Ich hab einfach draufgehalten, und plötzlich war er drin", grinste der junge Spanier später.

Kurz vor der Pause wiederholte sich das Kunststück: De la Sota, diesmal nach Zuspiel des 19‑jährigen Carles Lupus, sorgte für den 2:2‑Ausgleich. Das Stadion tobte, die Chemnitzer schauten betreten - und Trainer Maik Oberländer soll in der Kabine nur trocken gesagt haben: "Jungs, wir spielen nach vorne, nicht rückwärts."

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag - allerdings erst nach einigen taktischen Rochaden. Ping Pong brachte Wolfgang Rudolph, der sofort auffiel: In der 57. Minute flankte er präzise auf Christiano Frechaut, der per Kopf zum 3:2 traf. Sonthofen drehte das Spiel, die Fans sangen, und sogar der Stadionsprecher vergaß kurz, dass er neutral bleiben sollte.

Aber Fortuna Chemnitz wäre nicht Fortuna, wenn sie nicht noch ein Ass im Ärmel hätten. Nur vier Minuten später schlug Richard Ivana zurück - ein trockenes Pfund aus 20 Metern, vorbereitet von Rechtsverteidiger Filipe Couto. 3:3. "Ich wollte eigentlich passen", gab Ivana später lachend zu. "Aber dann dachte ich mir - warum nicht mal draufhalten?"

Und dann kam die 66. Minute. Ewan Finnan legte quer, Vitor Peragon sagte Danke und schnürte seinen Doppelpack. 3:4, die Entscheidung in einem Spiel, das längst keiner Logik mehr folgte.

Danach versuchte Sonthofen alles: offensive Ausrichtung, kurzer Pass, langer Ball, wütendes Pressing - fast alles gleichzeitig. Doch Chemnitz verteidigte clever, ließ sich auch vom Sturmlauf der Allgäuer nicht mehr beeindrucken. "Wir haben den Laden hinten zugemacht - na ja, so halb", grinste Chemnitz‑Coach Oberländer nach Spielende.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Fortuna mit 18 Torschüssen gegenüber nur 7 der Gastgeber, auch beim Ballbesitz leicht vorn (52 % zu 48 %). Dass es am Ende dennoch knapp wurde, lag an der kämpferischen Leistung Sonthofens und einem Publikum, das keine Sekunde stillhielt. "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens spektakulär", meinte Trainer Ping Pong mit einem fast zenhaften Lächeln.

Gelbe Karten gab es auch - Javier Zabaleta sah früh Gelb (7. Minute) nach einem rustikalen Einstieg, und Sonthofens Juan Zaera tat es ihm wenig später gleich (27.). "Er hat den Ball getroffen - irgendwann", erklärte Ping Pong trocken.

In der Schlussphase war alles drin: wütende Angriffe, verzweifelte Fernschüsse, ein Torwart, der bei einer Ecke fast selbst per Kopf traf. Doch Fortuna rettete den Sieg über die Zeit - und feierte ausgelassen vor dem Gästeblock.

"Wir wussten, dass Sonthofen gefährlich über die Flügel kommt", erklärte Doppeltorschütze Peragon, "aber am Ende zählt, wer öfter trifft - und das waren wir." Ein Satz, so schlicht wie das Spiel spektakulär war.

Am Ende bleibt ein Abend, der an Dramatik kaum zu überbieten war: sieben Tore, zwei Doppeltorschützen, 8098 Zuschauer, die klatschnass und glücklich nach Hause gingen. Und irgendwo in der Kabine soll ein Spieler gemurmelt haben: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir nächste Woche zwei Torhüter."

Fazit: Fortuna Chemnitz nimmt drei Punkte mit, Sonthofen den Applaus - und der Rest von uns die Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach schön verrückt sein darf.

28.03.643987 01:46
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