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Fortuna Köln stolpert in die Saison - 1:1 gegen tapfere Meerholzer

Das Flutlicht im Südstadion glühte, die Bratwurst war heiß, und 5.280 Zuschauer hofften auf einen gelungenen Auftakt in die neue Regionalliga-B-Saison. Fortuna Köln empfing den VfR Meerholz - und bekam gleich in der ersten Halbzeit einen Vorgeschmack darauf, dass auch vermeintlich kleine Gegner richtig unbequem sein können. Am Ende stand ein 1:1, das sich für beide Seiten gleichermaßen nach "nicht Fisch, nicht Fleisch" anfühlte.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Fortuna. Keine drei Minuten waren gespielt, da rauschte Swen Schulze über links, legte quer auf den jungen Mason Douglas - und der 19-Jährige drosch den Ball mit jugendlicher Unbekümmertheit in den rechten Winkel. 1:0, Minute 5, die Südstadt tobte. Trainer Kay Koch ballte die Faust, rief seinem Team zu: "Genau so! Mutig bleiben!" Und für einen kurzen Moment schien es, als würde Fortuna Köln an diesem Abend die Liga im Alleingang aufrollen.

Doch wie so oft im Fußball: Wer zu früh strahlt, blendet sich selbst. Nach der Führung zog sich Köln zurück, spielte plötzlich Sicherheitsfußball und überließ Meerholz das Feld. Deren Trainer Buddy Schlumpf - ein Name, der eigentlich in einem Kinderbuch vorkommen müsste - dirigierte seine Jungs mit stoischer Ruhe. "Wir wussten, dass Köln früh draufgeht. Danach wollten wir sie laufen lassen", erklärte Schlumpf später mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Genugtuung und britischem Understatement lag.

Meerholz übernahm das Kommando. Mit fast 60 Prozent Ballbesitz ließ der Gast den Ball laufen, als wäre er magnetisch. Besonders auffällig: der isländische Rechtsaußen Gretar Geirsson, der Fortuna-Verteidiger Leonardo Magisano in der 40. Minute so durcheinanderwirbelte, dass dieser kurz darauf Gelb sah - und in der 61. Minute nach einer übermotivierten Grätsche mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt wurde. "Ich wollte nur den Ball treffen", stammelte Magisano nach dem Spiel, "aber der Ball wollte nicht."

Fortuna also in Unterzahl - und Meerholz witterte Morgenluft. Nur elf Minuten nach der Pause belohnte sich das Team: Geirsson, schon zuvor auffälligster Mann, traf nach Vorlage von Innenverteidiger Robert Fryer eiskalt zum 1:1 (52.). Eine Szene wie aus dem Lehrbuch: kurz, flach, präzise. Fortuna-Keeper Lewis O’Leary streckte sich vergeblich. "Der Schuss war so trocken, dass man ihn fast mitnehmen konnte", kommentierte ein Fan auf der Tribüne trocken.

Danach entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Köln, nun mit dem eingewechselten Kay Haupt und dem frischen Lewis O’Brien, versuchte, das Tempo wieder zu erhöhen. Doch ohne den rechten Verteidiger fehlte die Balance. Meerholz blieb gefällig, hatte durch Geirsson (55., 63.) und den eingewechselten Hannigan (88.) weitere gute Chancen. Auf der Gegenseite prüfte Julian Coelho in der 69. Minute Torwart Vlassis Tsiklitiras mit einem satten Schuss - der Grieche im Meerholzer Tor parierte spektakulär und strich sich danach seelenruhig das Haar aus der Stirn.

Trainer Koch fluchte an der Seitenlinie, warf die Wasserflasche (leer!) auf den Boden und brüllte: "Jungs, wir brauchen keine Helden, wir brauchen Punkte!" Nach dem Spiel klang er wieder gefasster. "Ein Punkt ist besser als keiner. Aber so verschenkt man zwei", seufzte er.

Auf der anderen Seite zeigte sich Buddy Schlumpf zufrieden: "Wir haben Moral gezeigt, ruhig geblieben und Köln laufen lassen. Das war kein Zufall." Dass seine Mannschaft mit zehn Torschüssen die aktivere war, untermauert seine Worte.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb für Meerholz: In der 22. Minute musste der eingewechselte Riley Stokes nach einem Zweikampf verletzt wieder runter. "Ein Schlag aufs Schienbein", sagte Schlumpf, "nichts Dramatisches, aber ärgerlich."

Fortuna Köln dagegen wird sich fragen müssen, warum man nach einer frühen Führung so sehr den Faden verlor. Vielleicht war es jugendlicher Übermut - immerhin standen gleich fünf Spieler unter 20 auf dem Platz. Vielleicht war es schlicht Pech. Sicher ist: Mit 40 Prozent Ballbesitz und acht Torschüssen wird’s schwer, die Regionalliga aufzumischen.

Am Ende applaudierten beide Fanlager - die einen aus Erleichterung, die anderen aus Respekt. Und während die Spieler von Fortuna Köln in die Kabine trotteten, hörte man Swen Schulze noch murmeln: "Beim nächsten Mal machen wir das zweite Tor. Versprochen."

Ein Versprechen, das sie in Köln besser halten sollten - sonst wird aus Fortuna bald nur noch Routine.

09.06.643990 04:12
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