Anpfiff
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Fortuna Köln zerlegt Wolfratshausen - 4:0 im Februarregen

Es war einer dieser Abende, an denen der Kölner Südstadion-Rasen eher an ein nasses Handtuch erinnerte als an ein Fußballfeld. Doch Fortuna Köln ließ sich davon nicht beirren - im Gegenteil: Mit einem 4:0 über den TSV Wolfratshausen am dritten Spieltag der Regionalliga B tanzte die Mannschaft von Kay Koch förmlich durch die Pfützen.

Schon die ersten Minuten machten klar, wer hier Chef im Ring war. Fortuna spielte von Beginn an offensiv, wild entschlossen, und - man muss es so sagen - mit einer Frechheit, die man sonst nur auf dem Karnevalswagen sieht. Bereits in der 18. Minute eröffnete Swen Schulze den Torreigen: Nach feiner Vorarbeit des quirlig agierenden Tamir Tartman schob der 21-Jährige trocken ins rechte Eck. Zwei Minuten später legte Schulze nach, diesmal aus spitzem Winkel. Der junge Mann hatte offenbar beschlossen, den Abend zu seinem persönlichen Highlight zu machen.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Schulze nach dem Spiel, während er noch immer halb im Matsch stand. "Aber dann hab ich einfach draufgehalten. Manchmal klappt’s halt."

Wolfratshausen, gecoacht von Ferdinand Meyer, wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Schüleraustausch im falschen Klassenzimmer - bemüht, höflich, aber völlig überfordert. Dabei hatten die Gäste mit 57 Prozent mehr Ballbesitz sogar optisch die Nase vorn. Doch was nützt das, wenn man vorn keine Lösungen findet und hinten die Tür sperrangelweit offensteht?

In der 28. Minute traf dann auch Tartman selbst, der Regisseur in Fortunas Mittelfeld, aus gut 18 Metern. Ein Schuss, so trocken wie sein Humor. "Ich hab einfach mal draufgehauen, weil keiner kam - da musste ich ja was tun", sagte er später mit einem Augenzwinkern. Damit stand es zur Pause 3:0, und die 5.461 Zuschauer, die dem Februarwind trotzten, durften sich die Hände reiben - nicht nur, um sie zu wärmen.

Trainer Kay Koch war beim Halbzeitpfiff erstaunlich ruhig. "Bloß nicht übermütig werden", rief er seinen Jungs zu. "Die sind besser, als sie aussehen!" - was zumindest die Statistik bestätigte: 12 Torschüsse der Gäste waren keine Kleinigkeit, aber Torwart Lewis O’Leary entschärfte alles, was in seine Richtung kam.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Fortuna im Vorwärtsgang. Zwar wechselte Koch in der 65. Minute doppelt, brachte Mason Douglas und Ranisav Ergic, um frische Beine ins Mittelfeld zu bringen, doch am Spielcharakter änderte das wenig: Köln blieb gierig.

Wolfratshausen indes blieb höflich passiv, als wolle man den Hausherren nicht den Spaß verderben. "Wir wollten kompakt stehen und auf unsere Chance warten", erklärte Coach Meyer nach dem Spiel. "Leider kam die Chance nie."

In der 78. Minute setzte der 19-jährige Veniamin Budjanski den Schlusspunkt. Nach Vorarbeit von Johann Urban jagte er den Ball humorlos unter die Latte - ein Treffer, der die Fans kurzzeitig vergessen ließ, dass ihre Füße längst im Regenwasser standen.

"Ich hab einfach gedacht: Wenn ich jetzt nicht schieße, wofür trainiere ich dann jeden Tag?", sagte Budjanski nach Abpfiff, und man konnte ihm die Freude ansehen.

Das 4:0 war am Ende auch in der Höhe verdient. Fortuna Köln hatte nicht nur viermal getroffen, sondern mit 17 Torschüssen die Gäste (12) deutlich überboten. Und das, obwohl Wolfratshausen mehr Ballbesitz hatte. Das nennt man dann wohl Effizienz - oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne formulierte: "Dat is Fortuna, Junge! Die brauchen kein Ball, die brauchen nur Tore."

Trainer Koch fasste es etwas nüchterner zusammen: "Wir haben gezeigt, dass Einsatz wichtiger ist als Prozentzahlen. Die Jungs haben’s verstanden - und Spaß gemacht hat’s auch."

Meyers Bilanz fiel weniger heiter aus. "Wir dürfen uns von so einem Ergebnis nicht verrückt machen lassen. Aber wenn man vier Dinger kassiert, darf man ruhig mal verrückt werden."

So endete der Abend mit einem klaren Statement: Fortuna Köln bleibt auf Kurs und hat bewiesen, dass man in der Regionalliga B nicht nur mit Ballbesitz, sondern mit Herz und Spielfreude gewinnen kann.

Und während die letzten Fans im Regen nach Hause stapften, sagte ein kleiner Junge zu seinem Vater: "Papa, ich will auch so schießen wie der Budjanski!" - worauf der Vater trocken antwortete: "Dann fang morgen an zu üben - und bring trockene Socken mit."

02.07.643990 07:20
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Ich will ja nicht sagen, dass der Job mich ausgesogen hat wie ein Vampir, aber selbst beim Essen daheim oder beim Zusammensein mit Freunden war ich geistig abwesend.
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