De Standaard
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Francs Borains besiegen Münster - Ein Abend zwischen Mut, Karten und Maarten

Ein nasskalter Januarabend, Flutlicht, 12.500 Zuschauer in Borinage - und ein Spiel, das so ziemlich alles bot, was man an einem belgischen Fußballabend erwarten darf: Kampf, Emotion, ein bisschen Chaos und zwei Tore für die Gastgeber. Francs Borains schlugen Preußen Münster am 7. Spieltag der 1. Liga Belgien mit 2:0 (1:0) und festigten damit ihren Ruf als unangenehmer Gegner für jeden, der sich zu sehr auf die Theorie verlässt.

Schon in der ersten Minute legte Borains los wie ein aufgedrehter Espressoautomatenmotor. Maarten Demaeyer prüfte Münsters Keeper Van Guyse mit einem satten Schuss, der dem jungen Torhüter vermutlich noch im Traum nachhallte. "Ich wollte gleich zeigen, dass wir zu Hause keine Geschenke verteilen", grinste Demaeyer nach dem Spiel.

Das frühe Feuerwerk der Borains zeigte Wirkung. Münster, von Trainer Waldemar Reger gewohnt auf Konter eingestellt, suchte vergeblich den Schalter. Zwar kam Xavier Silfredo in der 7. Minute gefährlich zum Schuss, doch Torwart Andrej Benko war hellwach. Acht Minuten später sah Innenverteidiger Pierre Dewaele Gelb - ein taktisches Foul, das man in der Kabine wohl als "erzieherische Maßnahme" verbucht.

Dann die 18. Minute: Maxim Fiers chipte den Ball wunderbar in den Lauf von Tim Elseneer, der mit 34 Jahren zwar kein Jungspund mehr ist, aber immer noch weiß, wie man den Ball mit der Innenseite ins Glück lenkt. 1:0, und das Stadion vibrierte. "Maxim hat den Ball gefühlt mit einem Lineal in meinen Lauf gelegt", schwärmte Elseneer später. "Da musste ich nur noch Danke sagen."

Kurz darauf wurde es bitter für den Torschützen: In der 29. Minute verletzte sich Elseneer nach einem Zweikampf unglücklich. Er humpelte vom Platz, winkte noch gequält ins Publikum, während Gauthier Peters ihn ersetzte. Ausgerechnet dieser Peters sollte später zum Mann des Abends werden.

Münster fand in der Zwischenzeit etwas besser ins Spiel, blieb aber ineffektiv. Acht Torschüsse, keiner davon zwingend - das ist die Art Statistik, die Trainer Reger nach dem Spiel mit zusammengekniffenen Lippen kommentierte: "Wir haben uns bemüht, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Und leider auch keiner, bei dem Fleißnoten zählen."

Nach der Pause wurde es wild. In der 51. Minute sah Lucas Bollaert nach einem unnötig harten Einsteigen glatt Rot - ein Moment, der das Spiel endgültig kippen ließ. "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", murmelte Bollaert später, "aber der Ball wollte offensichtlich nicht." Münster musste fortan zu zehnt agieren, und Borains nutzte die neue Freiheit auf dem Platz.

In der 69. Minute war es dann soweit: Olivier Demeulenaer flankt von links mit chirurgischer Präzision in den Strafraum, wo Gauthier Peters goldrichtig steht und den Ball zum 2:0 über die Linie drückt. Ein Tor, wie man es in Schulbüchern über Flügelspiel veranschaulichen könnte - wenn es solche Bücher noch gäbe. Peters rannte jubelnd zur Bank, zeigte auf den verletzten Elseneer und brüllte: "Der war für dich, alter Fuchs!"

Danach war die Messe gelesen. Münster versuchte es mit langen Bällen, die sich meist in den grauen Januarnachtnebel verabschiedeten. Francs Borains kontrollierten das Spiel mit 52,9 Prozent Ballbesitz und einem unaufgeregten Passspiel, das dem Gegner kaum Luft ließ.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Fans zufrieden Beifall. 2:0, ein verdienter Sieg, und das Gefühl, dass hier eine Mannschaft mit Herz und Humor spielt. Trainer Reger schüttelte an der Seitenlinie den Kopf, halb ratlos, halb resigniert. "Manchmal ist Fußball einfach: Wer trifft, gewinnt. Heute waren das nicht wir."

Währenddessen lachte Borains-Coach - dessen Name in den Akten seltsam fehlte, aber in der Kabine wohl "der Philosoph von Boussu" genannt wird - verschmitzt: "Wir haben heute nicht schön gespielt, aber schön gewonnen. Und das ist manchmal noch besser."

Ein letzter Blick aufs Tableau: Elf Torschüsse für die Borains, acht für Münster, vier Gelbe Karten, eine Rote, eine Verletzung - kurzum, ein Spiel zum Durchatmen und Nacherzählen. Die Borains-Fans sangen noch lange nach Abpfiff, während Peters mit einem Schal über der Schulter in die Kamera grinste: "Ich hab’s Tim versprochen. Wenn er raus muss, treff ich für ihn."

Und so endet der Abend, wie er begann - mit einem Schuss, einem Lächeln und der Erkenntnis, dass man im belgischen Winter manchmal einfach nur den Mut zum Risiko braucht.

Oder, wie Elseneer beim Hinausgehen murmelte: "Fußball ist kein Wetterbericht. Aber heute war’s heiter bis glücklich."

29.03.643987 17:23
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Ich habe ihn liquidiert. Wenn er etwas will, soll er sich vorher seinen Ausweis anhängen, damit seine Mutter ihn nicht nur an der Blutgruppe erkennt.
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