// Startseite
| Ultimas Noticias |
| +++ Sportzeitung für Uruguay +++ |
|
|
|
Primera Division | 21. Spieltag | 01.09.26 | CD Cerrense - Franja Danubio 0:1 Franja Danubio begann, als hätte Trainer Liuz Doro die Mannschaft mit einem Wecker und einer klaren Ansage aus der Kabine geschickt. Bereits nach zwei Minuten prüfte Noe Gamoneda den Torhüter Jose Yago, eine Minute später zog Guy Gagne nach. Cerrense durfte kurz darauf sogar selbst in Richtung Tor schauen: Marc Hayman versuchte es in der 7. Minute. Es blieb allerdings bei einem höflichen Besuch. In der 5. Minute wurde es ernst. Xabier Deco, der linke Mittelfeldspieler der Gäste, traf zum 1:0. Mehr lässt sich aus den vorliegenden Spieldaten über die Entstehung des Treffers nicht herauslesen - aber genug über seine Wirkung: Franja Danubio hatte fortan einen Vorsprung, Cerrense hatte fortan ein Problem. Und dieses Problem wurde nicht kleiner. Florian Sonntag tauchte immer wieder gefährlich auf, schoss in der 19., 32., 45., 48., 58., 62., 67. und 91. Minute. Man könnte sagen, Sonntag machte seinem Namen alle Ehre und sorgte dafür, dass der Abend für Cerrense ziemlich arbeitsreich wurde. Auch Gagne blieb auffällig, Ricardo Contreras und Bengt Anderson suchten ihr Glück aus dem Mittelfeld, Dimas Chalana lauerte im Zentrum. Die Gäste kamen insgesamt auf 16 Torschüsse - Cerrense auf gerade einmal vier. "Wir hatten den Ball oft genug", sagte Cerrense-Trainer Leahcim Gnipeur in einem fiktiven Kabinengespräch, "nur leider nicht in den entscheidenden Räumen. Und wenn man das Tor nicht trifft, ist der Ballbesitz am Ende eher eine dekorative Angelegenheit." Ein Satz, der in jeder Taktiktafel Platz finden dürfte. Tatsächlich lag Cerrense beim Ballbesitz mit 56,4 Prozent vorne. Doch Franja Danubio verteidigte konzentriert, gewann 57,1 Prozent der gemessenen Zweikämpfe und blieb seinem Plan treu: offensiv ausgerichtet, auf Konter lauernd, bei Abschlüssen lieber sicher als spektakulär. Das klingt zunächst widersprüchlich, funktionierte aber erstaunlich gut. Die Gäste mussten nicht ständig den Ball haben - sie mussten nur wissen, was sie damit anfangen. Cerrense erhöhte nach der Pause den Einsatz. In der taktischen Momentaufnahme wurde das Bemühen sichtbar: Ausgewogener Beginn, danach voller Einsatz. Hayman kam in der 61. Minute zu seinem dritten Versuch, Ricardo Manuel schoss in der 68. Minute. Doch der Ausgleich blieb aus. Die Angriffsbemühungen wirkten zunehmend wie ein Gespräch, bei dem einer ununterbrochen redet und trotzdem nichts sagt. Franja Danubio wechselte ab der 65. Minute dreimal, musste bei Ricardo Contreras in der 85. Minute zudem eine Verletzung verkraften. Gianluca Trenta, Pol Couto und Elemer Low kamen ins Spiel und halfen dabei, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. "Wir wollten nicht schön aussehen, sondern gewinnen", hätte Gästetrainer Liuz Doro nach dem Abpfiff trocken sagen können. "Das ist uns gelungen. Für die B-Note kaufen wir uns später vielleicht noch einen Kuchen." So blieb es beim 1:0. Franja Danubio nahm drei Punkte und eine bemerkenswerte Effizienz mit nach Hause. Cerrense behielt den Ball - und darf sich immerhin darüber freuen, dass er nicht verloren ging. 01.09.2026 22:10 |
Sprücheklopfer
Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit.
Rudi Völler