Dagbladet
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Fredrikstad fegt Grimstad vom Platz - ein 5:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Eliteserien | 8. Spieltag | 12.07.26 | Fredrikstad BK - Grimstad IF 5:0

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die so eindeutig sind, dass selbst der Schiedsrichter kurz überlegt, ob er nicht einfach früher abpfeifen sollte. Fredrikstad BK hat am 8. Spieltag der Eliteserien Grimstad IF mit 5:0 (2:0) nach Hause geschickt - und das vor 18.480 bestens gelaunten Zuschauern, die sich mehr an Toren als an Spannung erfreuen durften.

Schon nach zwanzig Minuten war klar, wer Herr im eigenen Haus ist. In der 17. Minute eröffnete Simen Halvorsen, der 32-jährige Mittelfeldstratege, den Torreigen - nach feiner Vorarbeit seines jungen Kollegen Kai Hangeland. "Ich hab ihn einfach laufen lassen - Kai macht den Rest, dachte ich. Nur dass er mir den Ball zurücklegte. Da musste ich halt schießen", grinste Halvorsen später in die Mikrofone.

Und weil Fußball manchmal wie ein Spiegelspiel funktioniert, revanchierte sich Hangeland in der 32. Minute mit dem 2:0 - Vorlage Halvorsen, versteht sich. Die beiden spielten in dieser Phase, als hätten sie telepathische Verbindung. "Wir sind Nachbarn, vielleicht hilft das", witzelte Hangeland, der mit 21 Jahren schon wie ein alter Stratege auftrat.

Grimstad IF? Die Gäste wirkten bemüht, aber überfordert. Ein einziger Torschuss in 96 Minuten - das reichte kaum, um Fredrikstads Keeper Martin Flo auch nur die Handschuhe schmutzig zu machen. "Ich hatte Zeit, über den Wocheneinkauf nachzudenken", scherzte der Torwart nach dem Abpfiff.

Nach der Pause legte Fredrikstad den Vorwärtsgang ein, als hätte der Pausentee Koffein und Selbstvertrauen in gleichen Mengen enthalten. In der 57. Minute traf dann auch der Jüngste im Halvorsen-Clan: Henning, 19 Jahre jung, verwandelte eine mustergültige Flanke von Asbjorn Giske zum 3:0. Drei Tore, drei verschiedene Halvorsens auf dem Platz - Fredrikstad scheint ein Familienbetrieb zu sein.

Trainer Peter Lundekvam blieb trotz der Gala seiner Mannschaft auf dem Boden: "Wir haben uns an unseren Plan gehalten: Ball und Gegner laufen lassen. Die Jungs haben das mit Freude umgesetzt - vielleicht zu viel Freude, wenn ich an die Gelbe von Pascal denke." Tatsächlich sahen mit Brede Hangeland (38.), Pascal Hathaway (59.) und Carsten König (93.) gleich drei Fredrikstad-Spieler Gelb - eine Art Erinnerung, dass es neben Offensivkunst auch Regeln gibt.

Grimstad dagegen versuchte, die Partie irgendwie über die Zeit zu bringen. Geir Nevland kassierte in der 55. Minute eine Gelbe, die sinnbildlich für den Abend stand: zu spät, zu ungestüm, zu wenig Wirkung.

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal spektakulär - zumindest für die Statistikfreunde. Andres Rueda belohnte sich in der 89. Minute für sein unermüdliches Flügelspiel mit dem 4:0, nach einem präzisen Zuspiel von Innenverteidiger Carsten König. "Der Ball kam so perfekt, da musste ich ja treffen. Sonst hätte Carsten mich die ganze Woche damit aufgezogen", lachte Rueda.

Und kaum hatte Grimstad den Ball zum Anstoß gebracht, klingelte es schon wieder. In der 92. Minute machte Kai Hangeland seinen Doppelpack perfekt - erneut nach Vorarbeit von Simen Halvorsen. Das Publikum stand, einige zählten laut mit, andere schunkelten, als wäre das Stadion eine Festhütte.

20:1 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Fredrikstad spielte, Grimstad schaute zu. Selbst die Wechsel der Gastgeber - Nestor Roi kam für Jorn Andersen, Steffen Carew für Pascal Hathaway - änderten nichts am Spielfluss. "Ich wollte frische Beine bringen, aber die alten waren ja noch gar nicht müde", grinste Lundekvam in der Pressekonferenz.

Nach Abpfiff klatschten die Fans ihre Mannschaft in die Kabine, während der Stadionsprecher mit trockenem Humor verkündete: "Der Ballbesitz war ausgeglichen - fast."

Grimstads Trainer (der lieber ungenannt bleiben wollte) murmelte nur: "Wir haben es versucht. Aber manchmal spielt der Gegner in einer anderen Liga - auch wenn’s dieselbe ist."

Ein 5:0, das nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern auch im Gedächtnis bleibt. Fredrikstad hat an diesem Abend gezeigt, wie Spielfreude, Präzision und ein bisschen familiäre Harmonie aussehen. Und wer weiß - vielleicht ist das kein Ausrutscher, sondern der Beginn einer kleinen norwegischen Sommermärchen-Fortsetzung.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Stadion."

12.07.2026 21:10
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